Bodo Ramelow ist erschüttert – „Erinnerungen zu zerstören heißt diese Menschen noch einmal zu töten!“

Bodo Ramelow ist entrüstet und macht seinem Ärger bei Twitter Luft.
Bodo Ramelow ist entrüstet und macht seinem Ärger bei Twitter Luft.
Foto: imago images

Dieser Anblick lässt Bodo Ramelow richtig wütend werden...

Seinem Ärger machte er beim Kurznachrichtendienst Twitter Luft. „Unglaublich! Erinnerungen zu zerstören heißt diese Menschen noch einmal zu töten!“, schrieb Bodo Ramelow dort. Doch was steckt hinter der wütenden Nachricht?

Bodo Ramelow: Ministerpräsident wütend – das steckt hinter den wütenden Tweets

Der Ministerpräsident hat mit diesen Tweets auf Vorfälle an Gräbern für Kriegstote auf dem Friedhof in Apolda reagiert. Zuvor war bekannt geworden, dass Unbekannte drei Informationstafeln entfernt hatten, die dort erst vor kurzem aufgestellt wurden. Schülerinnen und Schüler einer Schule in Apolda hatten diese erarbeitet.

„Unglaublich was sich hier Personen erlauben! Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihren Arbeiten gezeigt wer die Menschen auf diesem Friedhof waren und nun werden selbst die Lebensdaten zerstört?“, schrieb Ramelow weiter.

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Der Ministerpräsident war selbst am vergangenen Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung für Opfer von Krieg und Gewalt zum Volkstrauertag auf dem Friedhof in Apolda dabei gewesen. Die Tafeln wurden dabei eingeweiht.

Weiterer Vorfall in Thüringen sorgt für Entrüstung

Kurze Zeit nach Ende der Gedenkfeier kam es auf dem Friedhof zu einem Vorfall, der ebenfalls Schlagzeilen machte. Eine Gruppe, die laut Polizei augenscheinlich dem rechten Spektrum zuzuordnen ist, bedrängte den Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Apolda-Buttstädt.

Der Pfarrer hatte die Gruppe zuvor fotografiert, da er eine nicht genehmigte Veranstaltung vermutete. Sechs Personen aus der Gruppe verlangten von ihm, das Handy herauszugeben und die Bilder zu löschen – was er tat. Er sei bedroht und getreten worden, hieß es bei der Polizei. In die Ermittlungen zu dem Vorfall ist der Staatsschutz eingebunden.

Zusammenhang zwischen angegangenem Pfarrer und den Gedenktafeln?

Innenminister Georg Maier (SPD) sieht einen Zusammenhang zwischen dem Vorfall und den verschwundenen Gedenktafeln. Er sprach bei einem Besuch auf dem Friedhof am Mittwoch auch von einer politisch motivierten Tat.

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Auch der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Michael Krapp, bezeichnete den Diebstahl der Informationstafeln beim Besuch auf dem Friedhof als gravierenden Vorfall. Er forderte die Täter auf, sich zu offenbaren.

Die Landespolizeiinspektion (LPI) Jena hat nach Angaben ihres stellvertretenden Leiters Thomas Wehling eine Arbeitsgruppe zur Aufklärung gebildet. Es gebe Hinweise auf Tatverdächtige, unter anderem Autokennzeichen, sagte Wehling.

Derweil laufe noch die Auswertung des Handys des Pfarrers, sagte ein Sprecher der LPI am Donnerstag. Experten prüften etwa, ob möglicherweise die gelöschten Bilder wieder hergestellt werden könnten. (vh mit dpa)