Thüringen: Hohe Radioaktivität – DIESE Orte im Freistaat strahlen besonders

Thüringen: 19 Gebiete im Freistaat werden zum Radon-Vorsorgegebiet.
Thüringen: 19 Gebiete im Freistaat werden zum Radon-Vorsorgegebiet.
Foto: imago images

In 19 Gemeinden in Thüringen könnte der Referenzwert der Radonkonzentration überschritten werden.

Das bedeutet für diese Regionen: Sie werden als Radon-Vorsorgegebiet ausgewiesen – mit Konsequenzen für viele Menschen in Thüringen.

Thüringen: Diese 19 Orte im Freistaat strahlen besonders

Auslöser dafür sind erhöhte Mengen des radioaktiven Gases Radon im Boden. Wenn es zerfällt, entstehen den Stoffe, die sich in der Lunge festsetzen können. Dort schädigen sie das Gewebe und begünstigen die Entstehung von Krebs.

Nach dem Rauchen gelte Radon laut dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) sogar als die zweitgrößte Gefahr für die Entstehung von Lungenkrebs.

„Es kann zum Beispiel durch Risse im Fundament oder durch nicht abgedichtete Kabel- und Rohrschächte in Gebäude eindringen und sich in der Raumluft anreichern“, klärt das TLUBN auf. Der Referenzwert liege bei 300 Becquerel pro Kubikmeter.

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84.000 Menschen betroffen – in diesen Gebieten

Ein vom TLUBN beauftragtes Büro hat herausgefunden, wo die Belastung höher ist als empfohlen. Insgesamt haben sie 19 Städte und Gemeinden im Freistaat ausgemacht, auf die das zutrifft. Dort leben rund 84.00 Menschen:

  • Altenburger Land: Posterstein
  • Landkreis Gotha: Luisenthal, Tambach-Dietharz
  • Landkreis Greiz: Ronneburg, Korbußen, Paitzdorf, Kauern
  • Landkreis Hildburghausen: Schleusegrund, Masserberg
  • Ilm-Kreis: Ilmenau, Großbreitenbach, Elgersburg
  • Landkreis Saalfeld-Rudolstadt: Schwarzatal, Gräfenthal, Katzhütte
  • Landkreis Schmalkalden-Meiningen: Floh-Seligenthal, Oberhof
  • Landkreis Sonneberg: Goldisthal
  • Wartburgkreis: Ruhla

Sie werden mit der Allgemeinverfügung, die laut einer Behördensprecherin derzeit im TLUBN in Vorbereitung ist, als Radon-Vorsorgegebiete ausgewiesen.

Das hat vor allem für die Arbeitgeber der Region Konsequenzen: Überschreitet der Mittelwert der Radon-Konzentration in der Luft den Referenzwert in Aufenthaltsräumen oder an Arbeitsplätzen, müssen Maßnahmen ergriffen werden.

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Verpflichtend für Arbeitgeber werden dann Radon-Messungen am Arbeitsplatz. Bei Überschreitung des Referenzwerts muss etwa durch spezielle Folien oder besonders undurchlässige Baumaterialien nachgerüstet werden.

So kannst du dich vor hoher Radonkonzentration schützen

Für private Haushalte gebe es keine Auflagen. Dafür aber eine einfache Methode, um sich vor den negativen Auswirkungen von Radon zu schützen: „das regelmäßige Lüften“, klärt das TLUBN auf.

Es sei außerdem wichtig, den Kellerboden oder die -wände auf Risse oder undichte Rohrdurchführungen zu überprüfen und gegebenenfalls nachzurüsten. Bei Neubauten müssen vorsorglich besonders dichte Materialen oder spezielle Folien eingesetzt werden.

Zuerst hatte die „Thüringer Allgemeine“ berichtet. (vh)