Bodo Ramelow mit bewegenden Worten: „Wäre nicht im Traum darauf gekommen“

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) blickt auf das vergangene Jahr zurück.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) blickt auf das vergangene Jahr zurück.
Foto: imago images / Jacob Schröter

Vor allem zwei Dinge haben in Thüringen in diesem Jahr für Schlagzeilen gesorgt: Die Ministerpräsidentenwahl im Frühjahr, und die Corona-Pandemie. Darüber schreibt auch Ministerpräsident Bodo Ramelow in seinem persönlichen Jahresrückblick.

„Nichts von dem, was uns nach dem 01.01.2020 beschäftigt hat, war in seinen Ausmaßen in 2019 absehbar“, bilanziert er. Doch eine Sache lässt Bodo Ramelow optimistisch ins neue Jahr blicken.

Bodo Ramelow mit Jahresrückblick: „Nichts von dem war absehbar“

„Heute vor einem Jahr wäre ich nicht im Traum darauf gekommen, einen solchen Jahresrückblick zu schreiben“, schreibt der Ministerpräsident in seinem Jahresrückblick für 2020. „Mich persönlich hat das Jahr 2020 gelehrt, wie schnelllebig, komplex und zum Teil unvorhersehbar das Leben sein kann“.

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Damit meint er zum einen die schwierige politische Lage im Freistaat zu Beginn des Jahres. Nach der Landtagswahl im vergangenen Herbst gab es keine Mehrheit für eine Koalition von Rot-Rot-Grün. Die Weichen für eine Minderheitsregierung wurden gestellt – doch dann kam am 5. Februar plötzlich alles anders.

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Er ist ein deutscher Politiker und gehört zu den Linken
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • Er ist seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • Er ist der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, er den Linken angehört

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Regierungskrise in Thüringen

Anfang Februar sollte das Thüringer Parlament einen neuen Ministerpräsidenten bestimmen. Doch sowohl im ersten als auch im zweiten Wahlgang reichten die Stimmen für keinen Kandidaten – Bodo Ramelow trat gegen den von der AfD aufgstellten parteilosen Kandidaten Christoph Kindervater an – für eine Mehrheit.

Im dritten Wahlgang lies sich dann der FDP-Kandidat Thomas Kemmerich zusätzlich aufstellen – und gewann die Wahl mit einer Stimme mehr als Ramelow. Grund für Kemmerichs Wahlsieg: Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag hatte im dritten Wahlgang geschlossen für den FDP-Mann abgestimmt und ihrem eigenen Kandidaten keine einzige Stimme gegeben.

Ramelow schreibt dazu in seinem Jahresrückblick: „Wer sich im Jahr 2020 von der AfD zum Ministerpräsidenten küren lässt, der ist eben keine 'Glatze, die in Geschichte aufgepasst hat', wie Thomas Kemmerich einige Monate vorher noch auf einem Plakat über sich selbst sagte.“

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Kemmerich trat zurück und Ramelow wurde, unter der Bedingung, dass es im jahr 2021 Neuwahlen geben werde, erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Gerade noch rechtzeitig, denn die Corona-Pandemie hatte den Freistaat bereits erreicht und bis dahin hatte es keine funktionierende Regierung gegeben.

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Ramelow: „Eine der schweren Erblasten von 2020“

„Covid19 wird eine der schweren Erblasten sein, die uns das Jahr 2020 nach 2021 überhelfen wird“, prognostiziert Ramelow. „Daher überrascht es auch nicht, dass viele andere politische Entscheidungen und Prozesse von dem kleinen, aber so gefährlichen Virus überdeckt wurden.“

Doch etwas lässt den Ministerpräsidenten optimistisch ins neue Jahr blicken: Auch für plötzlich auftretende Krisen und Einbrüche sieht er die Demokratie gewappnet. „In 2021 werden die Herausforderungen sicherlich nicht kleiner – im Gegenteil. Nach diesem 2020 wissen wir allerdings, dass auch unüberwindbar erscheinende Hindernisse genommen werden können.“ (fno)