Bodo Ramelow gibt sich bei Markus Lanz reumütig: „Das war ein Fehler“

Ministerpräsident zeigte sich am Donnerstag bei Markus Lanz überraschend selbstkritisch.
Ministerpräsident zeigte sich am Donnerstag bei Markus Lanz überraschend selbstkritisch.
Foto: Screenshot ZDF

Kritische Töne des Ministerpräsidenten am Donnerstagabend bei Markus Lanz im ZDF. Und die Kritik von Bodo Ramelow traf vor allem einen Menschen – ihn selbst!

Der Ministerpräsident räumte offen ein, bei seiner Corona-Politik Fehler gemacht zu haben. „Ich habe mich von Hoffnungen leiten lassen“, gab Bodo Ramelow zu.

Bodo Ramelow spricht bei Lanz über seine Corona-Politik: „Bitterer Fehler“

Eigentlich sollte Ramelow bereits am Mittwoch mit den anderen Talkgästen über die Corona-Lage diskutieren, doch die Sendung mit ihm wurde aufgrund der Ereignisse in Washington auf Donnerstag verschoben.

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„Er hat in der Pandemie eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht“, begrüßte Moderator Lanz den Thüringer MP dann am Donnerstagabend. Ramelow war im Herbst mehrmals in die Schlagzeilen geraten, da er einen zweiten Lockdown zunächst vehement abgelehnt hatte, „um nur einen Tag später dann doch dafür zu sein – und jetzt [...] verlangt er einen noch schärferen Lockdown“, trägt Lanz vor.

„Was ist da passiert?“

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • Er ist ein deutscher Politiker und gehört zu den Linken
  • Er ist seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • Er ist der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, er den Linken angehört

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Ramelow: „Die Kanzlerin hatte Recht“

„Ich habe mich von Hoffnungen leiten lassen, die sich jetzt als bitterer Fehler zeigen“, gibt Ramelow gleich zu Beginn zu. „Die Kanzlerin hatte Recht und ich hatte Unrecht.“

Am 28. Oktober – dem Tag, an dem die Ministerpräsidenten zur Konferenz mit der Kanzlerin zusammenkamen – habe Ramelow die erschreckende Inzidenz-Zahl von 400 in Thüringen festgestellt. „Das sind Zahlen, die mich demütig machen“, sagte er zerknirscht.

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„Meine Einschätzung war immer, wir werden gut durch diese Pandemie kommen“, erklärt Ramelow. Und im Sommer hatten die Zahlen für Thüringen auch zunächst so ausgesehen. „Aber meine Hoffnungen waren stärker als die wissenschaftlichen Anzeichen.“

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Corona-Entwicklung sei nicht vorhersehbar gewesen

Doch hier will Lanz es noch genauer wissen: „Sie sind verantwortlicher Ministerpräsident eines Landes, Sie haben Zugang zu allen wissenschaftlichen Quellen – und dann werden Sie so überrascht von dieser Entwicklung?“

„Ich werde von der Dynamik überrascht“, antwortet Ramelow. Das sei nach den Erfahrungswerten nicht abbildbar gewesen. „Im Nachhinein hat man immer klug reden, [...] aber ich hätte mich stärker darauf einlassen müssen, dass wir den gesamten Dezember hätten runter fahren müssen.“ (fno)