Thüringen: Verfassungsschützer warnt eindringlich nach Sturm aufs Kapitol – „Kein weit entferntes Phänomen“

Der Sturm auf das US-Kapitol in Washington könnte auch Auswirkungen auf Thüringen und ganz Deutschland haben, befürchtet Verfassungsschutzchef Stephan Kramer. (Archivbild)
Der Sturm auf das US-Kapitol in Washington könnte auch Auswirkungen auf Thüringen und ganz Deutschland haben, befürchtet Verfassungsschutzchef Stephan Kramer. (Archivbild)
Foto: imago images / Karina Hessland

Erfurt. Die traurige Bilanz des Sturms auf das Kapitol in Washington (USA): Fünf Tote, mehrere Verletzte. Auch die Menschen in Thüringen reagierten nach dem brutalen Vorfall erschüttert.

Laut Stephan Kramer, Präsident des Verfassungsschutzes in Thüringen, könnten die schlimmen Szenen bald auch in Deutschland für böse Vorfälle sorgen.

Thüringen: Kramer mit eindringlicher Warnung für Deutschland

Ähnliche Aktionen seien auch hierzulande denkbar. Die einschlägige Szene in Deutschland aus Rechtsextremisten, Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern fühle sich nun angespornt.

Aus ihrer Sicht sei es nicht nur möglich, so etwas bei uns zu probieren, sondern geradezu geboten, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Dienstag.

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Zum Sturm auf das Kapitol in Washington mit mehreren Todesopfern sagte Kramer, dies sei „der Anfang von home-grown terrorism“ (inländischen Terrorismus). Dies müsse allen eine Warnung sein. „Das ist kein weit entferntes Phänomen, sondern damit sind wir direkt konfrontiert. Der Druck im Kessel steigt weiter.“

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In diesem Zusammenhang warnte Kramer vor weiteren Aktionen wie am Wochenende. Kritiker der Corona-Politik hatten sich vor dem Privathaus des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) postiert.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass Aktionisten Politiker selbst zum Ziel nehmen“, sagte er dem „RND“.

Diverse Menschen könnten zur Zielscheibe werden

Sie würden Entscheidungsträger zunächst einschüchtern wollen und zeigen, dass der Staat nicht in der Lage sei, seine Repräsentanten zu schützen. Es gebe einen „erweiterten Kreis von Menschen, die zum Ziel werden könnten.“

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Auch er persönlich bekomme zunehmend Drohungen, so der Verfassungsschützer. „Mir wird per Mail angekündigt, ich solle mein Testament machen.“ Dabei gebe es eine ganze Menge Leute, die mit Waffen hantierten. Die in Washington sicher gestellten Rohrbomben seien etwa auch vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) verwendet worden. (vh/mit dpa)