Corona in Thüringen: Nur Alte in den Krankenhäusern? Diese Zahlen sprechen eine andere Sprache

Corona in Thüringen: Nicht nur ältere Menschen müssen wegen des Virus im Krankenhaus behandelt werden. (Symbolbild)
Corona in Thüringen: Nicht nur ältere Menschen müssen wegen des Virus im Krankenhaus behandelt werden. (Symbolbild)
Foto: imago images

Trotz verschäfter Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie klettern die Zahlen in Thüringen weiter in die Höhe. Mit einem Inzidenzwert von 316 liegt der Freistaat hinter Sachsen (Inzidenz: 360) deutschlandweit auf einem traurigen zweiten Platz. Ähnlich sieht es bei den Todeszahlen aus: Mit 62-Corona-Toten je 100.000 Menschen hat der Freistaat bundesweit den zweithöchsten Wert.

Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern in Thüringen sind längst an ihrem Limit angelangt. Sie versorgen allerdings nicht nur ältere Corona-Patienten – ganz im Gegenteil. Das berichtet der „Tagesspiegel“.

Corona in Thüringen: Nicht nur ältere Menschen müssen im Krankenhaus behandelt werden

Zwar zählen vor allem ältere Menschen zur Risikogruppe, doch auch vor jüngeren Generationen mache das Virus keinen Halt. „Man übersieht, dass viele junge Menschen in den Krankenhäusern ankommen und behandlungsbedürftig sind“, sagt Ramelow laut „Tagesspiegel“ im ZDF.

+++ Corona in Thüringen: DIESE beiden Kreise aus dem Freistaat sind die bundesweiten Hotspots – der Grund ist traurig +++

Die Einschätzung des Ministerpräsidenten lasse sich durch Zahlen belegen. Nicht nur die Generation 70+ erkranke ernsthaft am Coronavirus, ganz im Gegenteil: Der durchschnittliche Covid-Patient im Krankenhaus in Thüringen sei laut „Tagesspiegel“ momentan 50,4 Jahre alt.

Das zeigen Daten, die das Gesundheitsministerium in Thüringen zwischen dem 16. November und dem 10. Januar erhoben hat. Demnach sollen in fast allen Landkreisen im Freistaat auch Menschen in Kliniken eingeliefert werden, die zwischen 20 und 30 Jahre alt seien.

------------------------------

Mehr Themen aus Thüringen:

------------------------------

Das ist laut Bautzener Bürgermeister der Grund für die hohen Zahlen

Auch der Bürgermeister von Bautzen (Sachsen), Alexander Ahrens (SPD), hat sich mit dem Virus angesteckt, befindet sich derzeit in Quarantäne. Den Grund für die dramatischen Zahlen in Thüringen und Sachsen sieht er unter anderem im Schulwesen.

„In der ersten Welle war Sachsen eines der ersten Bundesländer, das die Schulen geschlossen hat. In der 2. Welle ist das nicht passiert“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Außerdem habe der zweite Lockdown einen kaum merklichen Effekt auf die Zahlen gehabt.

Hinzu kämen die Menschen, die die Regeln missachten würden. Das liege daran, dass es in beiden Bundesländern eine vergleichsweise schwache erste Welle gegeben habe. Die Folge: „Kaum jemand kannte irgendwen, der Corona hatte“ – das habe womöglich zu mehr Leichtsinn geführt. (vh)