Thüringen: Neue Erkenntnisse über gesichteten Luchs – aus diesem Land kommt das Tier

Ein Forschungsprojekt soll die Luchspopulation in Thüringens Wäldern schützen.
Ein Forschungsprojekt soll die Luchspopulation in Thüringens Wäldern schützen.
Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Sie gelten als scheue Tiere und waren in Deutschland schon fast verschwunden. Doch nun wurden mehrere Luchse in den Wäldern in Thüringen gesichtet.

Tierschützer und das Bundesland Thüringen sind nun darauf bedacht den Luchsen einen angemessenen Lebensraum in Mitteldeutschland zu bieten.

Thüringen: Forscher starten Luchs-Projekt

Den Mitarbeitern eines Forschungsprojektes gelang es kürzlich eine Luchsin mit Jungtier im Thüringer Landkreis Eichsfeld zu fotografieren. Eine Zusammenarbeit von dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Universität Göttingen ermöglichte somit die erste Sichtung einer Luchspopulation in Thüringen seit fünf Jahren.

Die Tiere sind in Deutschland sehr selten und leben nur in vereinzelten Gebieten, hauptsächlich im Harz, Bayerischen Wald und Pfälzer Wald. Aufgrund der zentralen Lage zwischen diesen Gebieten kommt Thüringen daher eine wichtige Bedeutung für die Vernetzung der Luchsbestände zu. „Das Foto belegt eindrucksvoll, dass sich der Luchs inzwischen neue Lebensräume südlich des Harzes erschlossen hat und sich dort auch erfolgreich fortpflanzt“, freut sich daher der Projektleiter.

Die gesichtete Luchsin wurde auf den Namen MIRA getauft. Nun ist auch bekannt, das die Wildkatze aus Polen stammt. Auch der NABU Thüringen ist begeistert. „Luchsin MIRA stammt ursprünglich aus Westpommern. Sie wurde dort im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes zusammen mit Luchskater PAKO mit Sendhalsbändern ausgestattet und in die Freiheit entlassen“, erklärt ein Sprecher der Organisation.

Weil die Luchspopulation in Deutschland in der Vergangenheit drastisch abnahm und neue Ansiedlungen nur stockend verliefen, hat auch die Politik ein besonderes Interesse an dem Erhalt der Wildkatzen. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, setzt sich daher stark für das Projekt ein. Ministerin Anja Siegesmund liegt dieses sehr am Herzen: „Es ist nötig, mehr über diese scheuen Tiere zu wissen und ihnen einen intakten Lebensraum zu geben. Das umfasst nicht nur Vorkommen, sondern insbesondere die Maßnahmen, die wir umsetzen könnten, um die Ausbreitung zu unterstützen“.

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Laut dem „Bund für Umwelt und Natur“ sollen daher auch Jäger in den Thüringer Wäldern die Ansiedlung der Luchse schützen. Das Gebiet rund um das Eichsfeld ist allerdings kein typischer Lebensraum für Luchse. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die Wildkatzen an die Vegetation anpassen werden. (neb)