Hund kaufen in Thüringen – Tierschützer warnen: „Dann kommt aber alles anders als gedacht“

Einen Hund in der Corona-Zeit anschaffen: Ist das wirklich eine gute Idee? (Symbolbild)
Einen Hund in der Corona-Zeit anschaffen: Ist das wirklich eine gute Idee? (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Ilmenau. Seit über einen Jahr hat das Coronavirus Deutschland nun fest im Griff. Lockdowns und Homeoffice machen viele Menschen einsam, Zuneigung und Wärme geht abhanden. Nur allzu verständlich, dass sich viele Tierfreunde gerade jetzt dazu entscheiden, einen Hund anzuschaffen.

„Was hilft besser gegen die Einsamkeit und Langeweile als ein tierischer Begleiter? Zu diesem Entschluss kommen offensichtlich derzeit viele Leute“, schreibt auch der Verein Tierheimat Thüringen. Aktuell vermitteln Tierheime und Tierschutzorganisationen so viele Tiere wie nie. „Eigentlich eine tolle Sache, die aber ihre Schattenseite hat.“

+++ Hund hörte einfach nicht auf zu bellen – und das war auch gut so! +++

Hund in Pandemie-Zeiten anschaffen: „Das Geschrei ist groß“

Durch Homeoffice und Kurzarbeit haben viele Menschen Freizeit gewonnen. Falls der Hund bellt oder sich einsam fühlt, ist der Besitzer zu Hause direkt zur Stelle. „Doch was passiert, wenn sich die Situation wieder ändert?“, fragt der Verein aus Ilmenau. Wenn Homeoffice vorbei ist, der erste Urlaub ansteht und nicht mehr viel Freizeit vorhanden ist, bleibt das Tier alleine zurück.

„Ein weiteres großes Problem ist die 'Dringlichkeit' der neuen Haustiere. Der Hund muss JETZT einziehen“, ärgert sich die Tierheimat Thüringen bei Facebook. Beschreibungen würden nicht richtig gelesen, schon sei der Hund ausgewählt.

„Dann, ist das Geschrei groß, wenn Fiffy Katzen jagt, keine anderen Rüden mag, obwohl dies im Text stand. Das Wort 'Angsthund' wird ignoriert. Der wird schon nicht so schlimm sein. Um den Problemen aus dem Weg zu gehen, muss es dann ein Welpe sein.“

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Auch hier sei der Ärger groß: Viele Interessenten hätten keine Geduld, dass sich die Welpen-Übergabe durch Impfungen, Kennenlernen und Vorkontrolle teils über Wochen ziehe. „Die Geduld ist nicht da. Also ins Internet, irgendjemand wird schon einen Hund sofort verkaufen. Der Onlinehandel mit Tieren boomt mächtig“, beschreibt der Verein den Alternativweg.

Doch der Online-Verkauf hat seine Schattenseiten. Es wird illegal gezüchtet, Welpen werden viel zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt. „Es wurden schon so viele illegale Vermehrer aufgedeckt, doch die Dunkelziffer ist viel höher. Tierschützer haben alle Hände voll zu tun. Die Tiere sind meist schwer krank und verhaltensgestört.“

Diesen Rat gibt der Tierschutzverein

Daher rät der Tierschutzverein: „Bitte informiert euch über den gewünschten Hund. Bedenkt, ob ihr ihm und seiner Erziehung gerecht werden könnt. Überprüft, ob der Hund in eure Lebenssituation passt – auch noch in 10 Jahren.“ Denn: „Der Hund will auch nach Corona euer Familienmitglied sein.“ (mb)