Verschärfte Corona-Regeln in Thüringen gelten: Doch es gibt auch Lockerungen!

Corona-Lage: Experten vorsichtig optimistisch

Vorsichtiger Optimismus, aber keine Entwarnung: Das Robert-Koch-Institut sieht einen "leicht positiven Trend" bei den Corona-Zahlen. Dies seien Erfolge des Lockdowns, die Bürger dürften jetzt aber nicht nachlassen, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler.

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Thüringen. Die Thüringer müssen sich seit Dienstag an strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten. Es gilt eine neue Verordnung, mit der der Lockdown bis 14. Februar verlängert wurde. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) forderte Durchhaltevermögen, um die Ausbreitung von Virusmutationen zu verhindern.

Neu ist, dass FFP2- oder OP-Masken in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen, aber auch in Arztpraxen und bei Versammlungen getragen werden müssen. Zudem soll das Pflegepersonal in Altenheimen jetzt dreimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden.

Neue Corona-Verordnung bringt auch Vorteile mit sich

Eine Erleichterung gibt es für Familien mit Kindern bis sechs Jahre: Sie können die Betreuung zusammen mit einer anderen Familie organisieren.

Erwartet wird, dass die Landesregierung in den nächsten Tagen noch eine Regelung zur Ausgabe von Gratis-Masken trifft. Offen ist derzeit noch, wer wie viele erhalten soll und wie die Verteilung erfolgt.

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Die Details der neuen Corona-Verordnung im Überblick:

Kontakte

Weiterhin gilt, Kontakte zu minimieren und konstant zu halten. Erlaubt ist jedoch die Betreuung von Kindern unter sechs Jahren „in fest organisierten privaten Gruppen“ aus maximal zwei Haushalten.

Medizinische Masken

Medizinische Masken müssen in Geschäften von Kunden, im öffentlichen Nahverkehr, bei Veranstaltungen und Zusammenkünften von Kirchen und Parteien sowie in medizinischen, physio- und psychotherapeutischen Praxen von Personal und Patienten getragen werden. Konkret erlaubt sind dort OP-Masken, FFP2- und FFP3-Masken sowie Masken des Standards KN95 und N95 ohne Ausatemventil.

Arbeitsplatz

Arbeitnehmer müssen am Arbeitsplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung - nicht zwingend eine medizinische Maske - tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Das gilt auch, wenn in einem geschlossenen Raum eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern pro Person unterschritten wird.

Betriebskantinen

Nichtöffentliche Betriebskantinen sollen in der Regel geschlossen werden. Die Lieferung und die Abholung mitnahmefähiger Speisen und Getränke bleibe aber möglich.

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Pflegeheime

In Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen müssen Besucher sowie alle Beschäftigten verpflichtend FFP2-Masken tragen. Das gelte auch für Beschäftigte ambulanter Pflegedienste. Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen müssen verpflichtend mindestens dreimal pro Woche getestet werden, jene in Behinderteneinrichtungen und bei Pflegediensten zweimal pro Woche.

Politische Versammlungen

Die Teilnehmerzahl bei politische Versammlungen wird halbiert auf 500 Teilnehmer unter freiem Himmel und 50 in geschlossenen Räumen. Bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche in einer Region seien nur 100 beziehungsweise 25 Teilnehmer erlaubt.

Schnelltest

Wer bei einem Schnelltest ein positives Ergebnis hat, muss sich bis zu einer behördlichen Entscheidung zu Hause aufhalten und Kontakte vermeiden.

Alkoholkonsum

Alkoholkonsum ist nicht mehr im gesamten öffentlichen Raum untersagt, sondern nur noch an gekennzeichneten Orte sowie vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen. (dpa/mb)