Bodo Ramelow plaudert bei Clubhouse – Thüringer wütend: „Ziemlich arrogant“, „Das geht gar nicht“

Ministerpräsident Bodo Ramelow ist im „Clubhouse“ vor ein paar Tagen ins Fettnäpfchen getreten.
Ministerpräsident Bodo Ramelow ist im „Clubhouse“ vor ein paar Tagen ins Fettnäpfchen getreten.
Foto: imago images / Jacob Schröter

Erfurt. Ministerpräsident Bodo Ramelows „Auftritt“ in der Clubhouse-Talkrunde wird in Thüringen immer noch heftig diskutiert. Bodo Ramelow verkündete unverblümt, dass er während der Ministerpräsidentenkonferenz am Handy Candy Crush spielt und bezeichnete die Kanzlerin als „Merkelchen“.

Manch ein Politiker fordert bereits den Rücktritt Bodo Ramelows. Doch was sagen die Thüringer zum Auftritt ihres Ministerpäsidenten?

Bodo Ramelow im Clubhouse: Das sagen die Thüringer über sein Aussagen

Dass er während der Bund/Länder-Beratungen auch mal Candy Crush spiele, gab Ramelow ganz offen zu: Wenn man wisse, dass eine Ministerpräsidentenkonferenz zurzeit um die zehn Stunden dauere und viel Leerzeit beinhalte, „dann gebe ich gerne zu, dass der eine Sudoku spielt, der andere strickt oder häkelt oder sonst was macht – und ich eben Candy Crush spiele.“

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Der Thüringer Ministerpräsident hatte das in einer Talkrunde über die neueste App „Clubhouse“ Preis gegeben. Mit der Social-Network-App aus den USA können Nutzer in virtuellen Räumen live miteinander diskutieren – andere können dabei zuhören.

Seit ein paar Tagen ist nun auch Ramelow angemeldet, am Samstag war er das erste Mal in einer Clubhouse-Runde dabei – und hinterließ direkt einen bleibenden Eindruck. Viele Thüringer finden, dass so ein Verhalten auf dem Ministerposten unangebracht ist. Andere sagen, diese „Lappalie“ sollte man nicht zu hoch hängen...

So bewerten einige Thüringer den „Auftritt“ des Ministerpräsidenten.

  • „Wenn man spielt während Entscheidungen getroffen werden von denen Existenzen abhängig sind oder es um die Gesundheit geht... Sorry... Das geht gar nicht.“
  • „Ein Vorbild ist es nicht.“
  • „Ziemlich arrogant. Er wird überdurchschnittlich gut bezahlt. Und stellt sich hin und erzählt, dass er während einer Sitzung gespielt hat. Die Menschen die hart für ihr bisschen Geld arbeiten müssen finden das sicher alle ganz toll.“
  • „Und?...Im Bundestag daddeln die meisten doch selber am Handy.“
  • „Aus einer Lappalie wird hier ein Politikum gemacht!“
  • „Da war mal einer ehrlich und es ist auch wieder nicht richtig. Ich möchte nicht wissen was die anderen so machen und wie viele während der Arbeitszeit am Handy spielen. Aber das wird ja keiner zugeben.“
  • „Wenn jeder vor seiner eigenen Tür kehren würde, gäbe es die ganze künstliche Aufregung nicht!“

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„Unklug, sich derart in die Karten gucken zu lassen“

Eine Kommentatorin bilanziert: „Ich finde ihn zumindest ehrlich. Sicherlich unklug, sich derart in die Karten gucken zu lassen und auch etwas naiv, zu denken, das wird schon niemand merken. Da sind andere Berufspolitiker offenbar 'schlauer'.“

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Ramelow selbst scheint bereits seine Lehren aus der Situation gezogen zu haben: Ab sofort, wenn er jetzt dieses Format anmache, habe er eine Lernkurve im Hinterkopf, sagte der Linke-Politiker bei einem erneuten Auftritt bei Clubhouse. Die Analyse eines Mediendienstes, dass der Feind stets mithöre, habe er nun hinsichtlich der App verinnerlicht. (fno)