Thüringen: Zwei Wochen im Quarantäne-Dorf – was diese Frau macht, rührt eine ganze Gemeinde

Während des ersten Corona-Ausbruchs im Frühjahr 2020 wurde Neustadt am Rennsteig in Thüringen komplett abgeriegelt.
Während des ersten Corona-Ausbruchs im Frühjahr 2020 wurde Neustadt am Rennsteig in Thüringen komplett abgeriegelt.
Foto: Michael Reichel/dpa

Neustadt am Rennsteig. Dieses Dorf aus Thüringen erlangte im Frühjahr 2020 plötzliche Bekanntheit. In Neustadt am Rennsteig erkrankten im kürzester Zeit 49 der 900 Einwohner an Corona. Das Dorf wurde daraufhin abgeriegelt. Niemand kam rein, oder raus – bis auf eine Frau!

Thüringen: Sie ist der „Pflege-Engel“ von Neustadt

Yvonne Kahl (39) ist Krankenschwester. Als die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 zum ersten Mal weite Teile Deutschlands beherrschte wurde sie zu einem der wichtigsten Menschen im rund 900-Einwohner-Ort Neustadt am Rennsteig im Ilm-Kreis.

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Hier hatten sich innerhalb kurzer Zeit mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Dann folgten Szenen wie aus einem Apokalypse-Film: Die Straßen werden gesperrt, Streifenwagen rollen durch den Ort, über Lautsprecher wird die „unverzügliche Quarantäne“ angeordnet. „Das macht mir Angst“, berichtete eine Frau damals.

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Für viele Einwohner war Yvonne Kahl die letzte Rettung während dieser Zeit.

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Dorf abgeriegelt! Doch eine Frau will helfen

Denn die 39-Jährige war die einzige Pflegerin, die während der Quarantäne-Zeit von zwei Wochen die alten und kranken Menschen im Ort versorgte – ganz allein! Sie durfte den Ort deshalb betreten, weil sie dort wohnte. Gegenüber der Bild-Zeitung berichtet sie: „Ich kam Sonntagabend gerade von der Spätschicht. Plötzlich hieß es überall in den Nachrichten: Neustadt wird geschlossen.“

Doch für sie sei klar gewesen, dass sie weiterarbeiten wolle. Und so kümmerte sie sich gleichzeitig um acht Patienten, lief in einem Vollschutzanzug durch den Ort. „Ich fühlte mich wie ein Marsmensch“, sagt sie rückblickend.

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Für die Bewohner wurde Yvonne in dieser Zeit zu ihrem „Pflege-Engel“. Der Pflegerin schlug eine große Welle der Dankbarkeit entgegen, was für sie die größte Motivation für ihre Arbeit war. Und der größte Lohn für sie: Alle Patienten, die sie zu dieser Zeit betreute, haben die Krankheit überstanden! (fno)