Hund von Kindern gequält – doch jetzt gibt es eine Wende in dem Fall! „Macht uns fassungslos"

In einem Video ist zu sehen, wie die Kinder immer wieder auf den Hund in Thüringen einhauen.
In einem Video ist zu sehen, wie die Kinder immer wieder auf den Hund in Thüringen einhauen.
Foto: Screenshot PETA Deutschland

Harztor. Die Aufnahmen sorgten im vergangenen Jahr bundesweit für Empörung: Kinder stehen in der Gemeinde Harztor (Landkreis Nordhausen) um einen Hund herum, schlagen und quälen ihn.

Die Tierschutzorganisation Peta erstattete im Juli Strafanzeige gegen den Familienvater als Aufsichtsperson. Doch jetzt ist das Verfahren eingestellt worden, so die zuständige Staatsanwaltschaft Mühlhausen.

Bei den Tierschützern sorgt die Entscheidung für Wut.

Hund wird von Kindern gequält – Verfahren eingestellt

In dem Video war zu sehen, wie die Kinder den Hund einen Metallnapf auf den Kopf schlagen. „Noch mal!“, rufen sie und schlagen rund 20 Mal auf das verängstigte Tier ein.

Im Internet startete darauf eine Online-Petition, die verlangte, dass Polizei oder Veterinäramt den Hund aus der Familie nehmen sollen. 575 Menschen beteiligten sich. Doch das Veterinäramt folgte der Forderung nicht: Es handle sich um einen einmaligen Fall, dem Vierbeiner gehe es gut.

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Nun stellt auch die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ein. In einem Bescheid vom 2. Februar heißt es, dass eine quälerische Tiermisshandlung nach dem Tierschutzgesetz nicht vorliegt und „durch die Ermittlungen keine erheblichen Schmerzen oder Leiden bei dem Hund festgestellt werden konnten“.

Die Staatsanwaltschaft erklärt weiter: „Man kann ja seine Kinder nicht jede Sekunde im Auge haben. Den Eltern kann also kein strafrechtlich relevanter Unterlassungsvorwurf gemacht werden“.

Peta kritisiert Entscheidung scharf

Peta zeigt in einer Erklärung kein Verständnis: „Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft macht uns fassungslos und ist nicht nachvollziehbar.“ Der Vorwurf: Die Ermittlungsbehörden stützen sich auf tierärztliche Untersuchungen, die erst später stattgefunden hätten. Damals seien keine Verletzungen oder Verhaltensauffälligkeiten festgestellt worden.

„Doch selbst ein Laie kann dem Video entnehmen, dass der arme Hund in der Situation extrem und länger andauernd leidet und die Schläge auf den Kopf massive Qualen bedeuten“, so Peta. Man überlege, Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft einzureichen. (mb)