Corona in Thüringen: Ministerium will bei „Impfvordränglern“ durchgreifen – drastische Konsequenzen drohen

Corona in Thüringen: Das Gesundheitsministerium will hart gegen sogenannte „Impfvordrängler“ vorgehen. (Symbolbild)
Corona in Thüringen: Das Gesundheitsministerium will hart gegen sogenannte „Impfvordrängler“ vorgehen. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Martin Wagner

Auch in Thüringen sind mehrere Fälle gemeldet worden, bei denen sich Menschen bei den Corona-Schutz-Impfungen vorgedrängelt haben.

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat dafür absolut kein Verständnis und will hart gegen die „Impfvordrängler“ vorgehen.

Corona in Thüringen: „Impfvordrängler“ gaben sich als medizinische Mitarbeiter aus

Das Thüringer Gesundheitsministerium prüft drei gemeldete Vorfälle, bei denen die vorgeschriebene Reihenfolge beim Impfen nicht eingehalten worden sein soll. „Wir prüfen diese Fälle. Dabei wird auch geschaut, welche Sanktionsmöglichkeiten diesbezüglich bestehen“, sagte eine Sprecherin.

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Nach Ministeriumsangaben wurden zwei solche Vorfälle im Weimarer Land und im Unstrut-Hainich-Kreis gemeldet. Einen weiteren soll es im Wartburgkreis gegeben haben. In allen drei Fällen soll es jeweils um „einige Personen“ gegangen sein. Laut eines Berichts des MDR soll eine Lokalpolitikerin außer der Reihe geimpft worden sein. In einem anderen Fall soll ein mobiler Pflegedienst Personen vorsätzlich falsch als medizinische Mitarbeiter ausgegeben haben.

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Diese Strafen drohen!

Laut dem Thüringer Gesundheitsministerium wird nun auch geprüft, ob es bei den Verdachtsfällen im Freistaat um Restmengen von Impfstoff in den Ampullen ging. Hier gilt, dass möglichst kein Impfstoff übrig bleiben und entsorgt werden soll. Ärzte beispielsweise seien angehalten, kleine Wartelisten zu erstellen, auf denen Personen stehen, die dann mit den Resten noch geimpft werden können.

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„Dabei sollen möglichst impfberechtigte Personen angesprochen werden“, erklärte das Ministerium. Dazu zählten etwa Pflegekräfte, Ärzte oder Personal des Rettungsdienstes. „Personen, die auf diese Weise eine Erstimpfung erhalten haben, werden beim Termin für die Folgeimpfung (Zweitimpfung) mit eingeplant.“

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Das ist das Bundesland Thüringen:

  • der Freistaat Thüringen hat rund 2,1 Millionen Einwohner auf 16.000 Quadratkilometer Fläche
  • Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt
  • weist eine hohe Dichte an wichtigen Kulturstätten auf, darunter das „Klassische Weimar“ (Unesco-Weltkulturerbe), das Bauhaus in Weimar und die Wartburg bei Eisenach
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Linke), regierende Parteien sind Linke, SPD, Grüne

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Menschen, die im Verdacht stehen, sich bei den Impfungen vorgedrängelt zu haben, werden aber vorerst keine zweite Impfung bekommen. Das will der MDR aus Regierungskreisen erfahren haben. Diese Patienten sollen ihre zweite Impfung dann bekommen, wenn sie regulär an der Reihe wären. Nachteile für den Impfschutz der Betroffenen sei nicht zu erwarten. (fno/dpa)