Corona in Thüringen: Erste Schulen öffnen wieder – mit verschärften Regeln und Tests

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Diese Impfstoff-Arten gibt es und so funktionieren sie.

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Thüringen verharrt wegen der Corona-Pandemie weiter im Lockdown. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat steigt täglich und die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu.

Wie geht es weiter? Alle Corona-Entwicklungen haben wir in unserem Newsblog für dich zusammengefasst.

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Montag, 12. April

10.58 Uhr: Trotz Amtsgerichtsurteil – Maskenpflicht in den Schulen

Nach den Osterferien sind Thüringens Schüler heute mit Schutzmaske in den Unterricht gestartet. Daran ändere auch ein Urteil des Amtsgerichts Weimar in einer Familiensache nichts, hatte das Thüringer Bildungsministerium gestern in Erfurt mitgeteilt. Das Urteil, das in vielen Internetgruppen geteilt wurde, könnte „rechtliche Wirkung allein für die am Verfahren Beteiligten“ haben. Es habe damit keine Auswirkungen auf die Infektionsschutzregeln an Thüringens Schulen insgesamt.

Das Urteil , das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, betrifft zwei Kinder einer Familie, die eine staatliche Grund- und Regelschule in Weimar besuchen. Nach dem Beschluss des Amtsgerichts wird den „Leitungen und Lehrern“ der beiden Schulen, die die Jungen besuchen, untersagt anzuordnen, „im Unterricht und auf dem Schulgelände Gesichtsmasken aller Art, insbesondere Mund-Nasen-Bedeckungen, sogenannte qualifizierte Masken (OP-Maske oder FFP2-Maske) oder andere, zu tragen“.

Auch Mindestabstände sowie die Teilnahme an Corona-Schnelltests sollen danach nicht angeordnet werden dürfen. Offen blieb zunächst, warum sich ein Amts- und nicht wie sonst üblich ein Verwaltungsgericht mit einer Klage zu erlassenen Corona-Regeln beschäftigt hat.

Laut Ministerium erfolgte bisher keine ordnungsgemäße Bekanntgabe des Beschlusses durch das Gericht. Die Überprüfung von Infektionsschutzmaßnahmen oder Rechtsverordnungen der Landesregierung obliege den Verwaltungsgerichten. Ob die Entscheidung überhaupt rechtliche Wirkung entfalte, müsse „obergerichtlich überprüft werden“. Diese Überprüfung werde das Bildungsministerium anstrengen.

6.05 Uhr: Schulbeginn mit verschärften Regeln und Testung

Nach den Osterferien startet heute in der Corona-Pandemie die schrittweise Öffnung der Schulen in Thüringen. Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen in ganz Thüringen haben das Bildungsministerium und das Gesundheitsministerium vereinbart, pünktlich zur Rückkehr in die Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht für alle Klassenstufen einzuführen. Die Regelung soll ab heute und zunächst bis zum 24. April gelten. Schüler sowie dem Lehrpersonal sollen zudem kostenfrei und freiwillig zweimal wöchentlich Schnelltests zu Verfügung stehen.

In mehreren Thüringer Landkreisen sollen Schulen jedoch auch nach den Ferien komplett geschlossen bleiben. Über die Hälfte der 23 Landkreise und kreisfreien Städte verzeichneten gestern mehr als 150 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Nach Weisung des Thüringer Gesundheitsamts muss ab diesem Wert geprüft werden, ob die Einrichtungen wieder zu schließen sind. Ob die Schulen zu bleiben, liegt aber im Ermessen der lokalen Behörden.

Sonntag, 11. April

16.10 Uhr: Studie: Viele Corona-Skeptiker sind rechtsextrem

Menschen aus Thüringen, die die Gefahren durch das Coronavirus leugnen oder die Einschränkungen zur Pandemie-Eindämmung kritisch sehen, haben nach Einschätzung des aktuellen Thüringen-Monitors oft rechtsextreme Einstellungen. Auch wenn die Gruppe der sogenannten Corona-Skeptiker politisch heterogen sei und sie sich selbst politisch von ganz links bis ganz rechts verorteten, sei „die Verharmlosung des Coronavirus besonders stark im politisch rechten Spektrum verbreitet“, heißt es im neuen Thüringen-Monitor.

Dabei handelt es sich um eine Langzeitstudie zu den Einstellungen der Thüringer, die die Landesregierung jährlich bei Jenaer Wissenschaftlern in Auftrag gibt. Die neueste Ausgabe, die an diesem Dienstag vorgestellt werden soll, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Die Verknüpfung von rechtsextremen und Corona-skeptischen Einstellungen „stellt eine Herausforderung für die Demokratie in Zeiten der Pandemie dar“, heißt es in der Studie. Den Thüringen-Monitor gibt es seit dem Jahr 2000. Er beschäftigt sich jährlich auch mit einem speziellen Themenkomplex – diesmal den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

10.23 Uhr: Inzidenz klettert weiter nach oben

Der Sieben-Tage-Wert bei Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner ist erneut nach oben gegangen. Am Sonntag lag die Zahl laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 218,5, nachdem sie am Samstag auf 206,3 geklettert war. Der Freistaat ist schon seit langem deutschlandweit das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Bundesland.

Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage meist weniger Tests gemacht und gemeldet wurden und dass weniger Menschen einen Arzt aufsuchten. Dies könne die Inzidenzwerte beeinflussen.

Landesweit am höchsten war die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI mit 478,4 im Landkreis Greiz. Auch der Wartburgkreis (330,3), die Stadt Gera (315,7), der Landkreis Schmalkalden-Meiningen (309,8) und der Ilm-Kreis (300,2) wiesen überdurchschnittlich hohe Werte auf.

8.00 Uhr: Maskenpflicht in Schulen sorgt für Kritik

Die Landeselternvertretung Thüringen (LEV) hat mit Unverständnis auf die ab Montag geltende Maskenpflicht für alle Klassen in Thüringen reagiert. „Angesichts der prekären Pandemielage sind wir auf die Mitwirkung aller an Schule Beteiligter angewiesen. Maßnahmen zum Gesundheitsschutz müssen gut durchdacht und vor allem verständlich kommuniziert werden. Zumindest Letzteres ist bei der angeordneten Maskenpflicht nicht geglückt“, teilte die Sprecherin Landeselternvertretung, Claudia Koch, mit.

Bildungs- und Gesundheitsministerium hatten am Freitag gemeinsam vereinbart, die Maskenpflicht im Unterricht für alle Klassenstufen in Thüringen einzuführen. Die Regelung soll ab Montag und zunächst bis zum 24. April gelten. Ab Montag sollen Schülerinnen und Schülern sowie dem schulischen Personal zudem kostenfrei und freiwillig zweimal wöchentlich Corona-Schnelltests zu Verfügung stehen.

Kurz vor der Einführung landesweiter Schnelltests an Schulen zum offiziellen Schulbeginn nach den Osterferien sei die Masken-Maßnahme kontraproduktiv, sagte Koch. Nach Ansicht der LEV sollten zunächst andere Möglichkeiten genutzt werden, um Schulen Pandemie-sicherer zu machen - wie etwa der Einbau von Lüftungsanlagen und Luftreinigern oder von Schutzwänden aus Plexiglas.

Die Entscheidung der Regierung sei „panisch und undifferenziert“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU im Thüringer Landtag, Christian Tischner. Tischner und der CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt kritisierten, es brauche ein verbindliches Testsystem statt einer Maskenpflicht.

Samstag, 10. April

14.10 Uhr: Kein Ansturm auf geöffnete Zoos

Keine Schlangen, kein Gedränge: Die Öffnung der Zoos und botanischen Gärten am letzten Osterferien-Wochenende in Thüringen ist zunächst verhalten angenommen worden. „Es ist durchgängig so ein nieseliges Wetter, das ist natürlich nicht schön für Besucher“, sagte eine Sprecherin des Erfurter Zoos am Samstagmittag. Von insgesamt rund 1500 Tagestickets für den Nachmittag waren am Mittag noch 711 buchbar.

Nachdem sie monatelang aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen bleiben mussten, haben die Thüringer Zoos am Samstag - wenn auch nicht wie gewohnt - wieder den Besucher-Betrieb aufgenommen. Tickets können im Vorverkauf oder online gebucht werden. Gäste müssen außerdem ihre Kontaktdaten hinterlegen und in den meisten Fällen während des gesamten Besuchs eine FFP2- oder eine OP-Maske tragen.

„Wir sind nicht böse drüber, dass heute nicht 20 Grad sind“, sagte ein Sprecher des Tierparks Gera. Der Andrang sei überschaubar - das gebe den Tieren aber die dankbare Möglichkeit, sich nach und nach wieder an die Besucher und Besucherinnen vor ihren Gehegen zu gewöhnen. Anhand der Telefonanfragen, die im Minutentakt eingingen, ließe sich zudem erahnen, dass sich das bald ändern könnte.

10.07 Uhr: Inzidenz-Wert steigt über 200

In Thüringen liegt der Sieben-Tage-Wert bei Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner wieder über 200. In der Woche nach Ostern war der Infektionswert kurzzeitig unter die 200er Marke gesunken, am Samstag lag die Zahl laut Robert Koch-Institut (RKI) jedoch bei 206,3. Der Freistaat ist schon seit langem deutschlandweit das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Bundesland. Bundesweit lag der Inzidenzwert am Samstag bei 120,6 (Stand: 10. April, 3.08 Uhr).

Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage meist weniger Tests gemacht und gemeldet wurden und dass weniger Menschen einen Arzt aufsuchten. Dies könne die Inzidenzwerte beeinflussen.

Von Freitag auf Samstag wurden in Thüringen 1098 neue Infektionen gemeldet sowie 25 weitere Todesfälle. Seit Ausbruch der Pandemie wurden damit rund 101 500 Infektionen nachgewiesen; 3479 Menschen, bei denen das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen wurde, starben.

08.30 Uhr: Thüringer Zoos dürfen wieder öffnen

Nachdem sie monatelang aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen bleiben mussten, öffnen Thüringer Zoos am Samstag ab 9 Uhr wieder ihre Tore für Besuche. Laut Corona-Verordnung des Landes dürfen zoologische und botanische Gärten wieder Gäste empfangen.

Die Parks haben die Auszeit genutzt und einen ausgiebigen Frühjahrsputz hinter sich. Besuche unter anderem bei den Katta-Babys im Erfurter Zoo, den Bären im Worbiser Bärenpark, bei Kater Carlo im Wildkatzendorf Hütscheroda oder dem Owambo-Zicklein im Waldzoo Gera sind allerdings mit Auflagen verbunden: Gäste müssen ihre Kontaktdaten hinterlegen und in den meisten Fällen während des gesamten Besuchs eine FFP2- oder eine OP-Maske tragen.

Freitag, 9. April

19.04 Uhr: Jena sichert Testmöglichkeiten an allen Schulen und Kitas

Der Krisenstab Jena hat entschieden, ab Schulbeginn nach den Osterferien in allen Schulen und Kitas der Stadt die Versorgung mit Corona-Schnelltest sicherzustellen. Das Land Thüringen hatte bereits angekündigt, die Schulen mit Testkits versorgen zu wollen. Sollte es gerade in der Anfangsphase dabei zu Lieferengpässen kommen, sind genügend Testkapazitäten durch die Stadt Jena sichergestellt. Auch die bisher unklare Versorgungssituation bei den Jenaer Kitas wird in der nächsten Woche durch die Stadt Jena ausgeglichen.

Bürgermeister Christian Gerlitz zu der Entscheidung: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass alle an einem Strang gezogen haben, um trotz steigender Inzidenz einen sicheren Kita- und Schulbetrieb zu gewährleisten.“

Darüber hinaus steht die Stadt Jena im Austausch mit dem Freistaat, um mögliche Schließungen bei der zeitnah zu erwarteten Überschreitung der Inzidenz von 150 durch weitere Infektionsschutzmaßnahmen zu vermeiden. Ab diesem Wert hat das Land Thüringen verschärfte Regelungen oder Schul- und Kitaschließungen verfügt.

Angesichts der nahezu überall verzeichneten Überschreitung der 150-er Marke im gesamten Bundesland erwartet der Krisenstab Jena, dass der Freistaat landesweit einheitliche Maßnahmen ergreift, um den sonst nicht zu vermeidenden Flickenteppich innerhalb Thüringens zu verhindern.

9.56 Uhr: Lage auf Intensivstationen spitzt sich zu

In Thüringen werden wieder so viele Covid-19-Kranke auf Intensivstationen von Kliniken behandelt wie auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle Anfang Januar. Am Freitagmorgen bewegte sich deren Zahl zwischen 219 und 220, wie aus einer Übersicht der Deutschen Gesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervorgeht. Am 4. Januar waren es 219. Laut DIVI sind von den knapp 700 betreibbaren Intensivbetten in Thüringen aktuell 76 frei, davon sind 20 speziell für Covid-19-Patienten ausgerüstet. Als Notfallreserve können innerhalb von sieben Tagen 323 zusätzliche Intensivbetten aufgestellt werden.

6.08 Uhr: Wirtschaft gegen Testpflicht für Unternehmen

Thüringer Wirtschaftsvertreter lehnen eine Corona-Testpflicht für Unternehmen ab. „Eine Testpflicht für Firmen ist eine pauschale Misstrauenserklärung, für die es keine Grundlage gibt“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens (VWT), Stephan Fauth, am Donnerstag in Erfurt. Ablehnung kam auch von den Industrie- und Handelskammern (IHK). Wegen einer Reihe ungeklärter Fragen halte er von einer Testpflicht der Unternehmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf Anfrage.

Die Verbände verwiesen darauf, dass ein Großteil der Unternehmen freiwillig ihren Beschäftigten regelmäßige Corona-Tests anböten. Bundesweit wird angesichts hoher Corona-Infektionszahlen in der dritten Pandemiewelle eine Testpflicht für Beschäftigte in Unternehmen diskutiert.

„In den Firmen ist das Testen auf dem Weg, das sollte für Vertrauen sorgen“, so Fauth, der eine Pflicht für Unternehmen als kontraproduktiv bezeichnete. Auch in Behörden gebe es schließlich keine Testpflicht.

(red/dpa)