Corona in Thüringen: Große Gedenkfeier geplant – auch als Ersatz für Abschiede, die es nicht geben konnte

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Diese Impfstoff-Arten gibt es und so funktionieren sie.

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Thüringen. Der Lockdown dauert an, Corona hat Thüringen noch immer im Griff. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat steigt zuletzt wieder leicht, die Zahl der Geimpften aber immerhin auch.

Wie geht es weiter? Alle Corona-Entwicklungen haben wir in unserem Newsblog für dich zusammengefasst.

>> Neue Corona-Verordnung in Thüringen tritt in Kraft: Diese Dinge ändern sich nun

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Montag, 17. Mai

16.20 Uhr: Corona-Gedenkfeier geplant

Kirchenvertreter und die Thüringer Landesregierung planen eine gemeinsame Veranstaltung zum Gedenken an Corona-Opfer. Diese werde all jenen gewidmet sein, die „im Rahmen des pandemieschen Geschehens von uns gegangen sind“, ohne dass es einen Abschied im üblichen würdigen Rahmen habe geben können, so Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden auch in Thüringen Beerdigungen, Trauerfeiern und Gottesdiensten mit Auflagen versehen, sodass diese oft nur mit wenigen Menschen erlaubt sind.

Zuvor hatten sich Ramelow sowie einige seiner Minister mit Vertretern der evangelischen und römisch-katholischen Kirchen in Thüringen zum traditionellen Jahresgespräch zusammengeschaltet. Der Bischof des katholischen Bistums Erfurt, Ulrich Neymeyr, sagte das thüringenweite Gedenken werde für Herbst angepeilt. Es sei noch nicht alles konkret geplant. Auch Gottesdienste solle es geben. Da aber die Mehrheit der Menschen in Thüringen keiner Religion angehöre, gehe es vor allem auch um ein gemeinsames Abschiednehmen.

Thüringen hatte sich im April auch an einer bundesweiten Gedenkaktion für Menschen beteiligt, die im Zusammenhang mit der Pandemie gestorben waren.

10.52 Uhr: Impfpriorisierung in Thüringen soll aufgehoben werden

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Aufhebung der Impfpriorisierung in seinem Bundesland angekündigt. „In dem Moment, wo in den Hausarztpraxen ausreichend Impfmaterial da ist, kann der Hausarzt das entscheiden“, sagte der Linken-Politiker am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Schon jetzt gebe es Hausärzte, die in der Entscheidung freier sind. Die Impfpriorität der Ständigen Impfkommission diene aber als Orientierung.

„In Impfzentren, die wir auch dauerhaft aufrechterhalten für die nächsten Monate, wird entlang der Impfpriorisierung weitergeimpft, bis genügend Impfstoff da ist“, sagte Ramelow weiter. Außerdem würden auch die Impfungen in Betrieben vorbereitet. Zuvor hatten mehrere Bundesländer angekündigt, die Priorisierung bei Corona-Impfungen in Arztpraxen aufzuheben.

9.51 Uhr: Corona-Inzidenzwert bei fünf Kommunen unter 100

Nach Himmelfahrt, Brückentag und dem Wochenende hat sich die Corona-Lage in Thüringen anscheinend weiter entspannt. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage lag am Montag bei 122,5 (Vortag: 127,5). Allerdings war das nach Angaben des Robert Koch-Instituts bundesweit weiterhin die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Ähnlich hoch war der Wert am Montag demnach nur in Sachsen mit 112. Deutschlandweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 83.

In den Städten Weimar (70,5), Jena (72,7), Erfurt (73,4) und Suhl (87) waren diese Inzidenzen besonders niedrig. Auch das Eichsfeld lag mit 99 knapp unter der 100er-Marke. Am höchsten war der Wert thüringenweit in den Landkreisen Hildburghausen (202,5), Gotha (194,9) und Sonneberg (181,9). In allen anderen Kommunen belief sich die Inzidenz laut RKI zumindest auf unter 165.

Unterschreiten kreisfreie Städte und Landkreise bestimmte Schwellenwerte bei Inzidenzen, können sie Corona-Maßnahmen lockern. Das RKI wies darauf hin, dass bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten ist, dass an Feier- und Brückentagen weniger Menschen einen Arzt aufsuchen. Dadurch könnten auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Seit Pandemiebeginn sind in Thüringen mindestens 4085 Menschen gestorben, bei denen Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde.

Sonntag, 16. Mai

15.47 Uhr: Virtuelle Entdeckungstour durch Thüringer Museen

Podcasts, Videos und virtuelle Rundgänge: Zum Internationalen Museumstag haben die Thüringer Häuser ihre Sammlungsschätze digital präsentiert. Da aufgrund der Corona-Pandemie die musealen Einrichtungen im Freistaat noch geschlossen sind, konnten sie am Sonntag nur online erkundet werden. Dazu gab es zahlreiche Angebote im Netz.

Die Stiftung Schloss Friedenstein ermöglichte etwa einen Einblick in ihr Digitalisierungsprojekt #Gtd2027. Dabei konnten erste Objekte aus der Gothaer Kunstkammer in 3D betrachtet werden. Zudem ging mit der Pilotfolge des „Friedenstein-Funk“ der erste Podcast der Stiftung an den Start.

Die Gedenkstätte Point Alpha in Geisa (Wartburgkreis) schaltete erstmals den Videoclip „Weg der Hoffnung“ frei. Das Astronomiemuseum in Sonneberg wartete ebenfalls mit einer Online-Premiere auf: Es präsentierte eine Videodokumentation über das Sonneberger Plattenarchiv, das rund 300 000 Fotos des gestirnten Himmels umfasst. Zudem luden zahlreiche Museen wie in Gera, Erfurt und Nordhausen zum digitalen Vitrinenbummel ein.

Der Thüringer Museumsverband hatte im Vorfeld des Museumstages vom Freistaat eine Öffnungsstrategie für die Häuser gefordert. Ab einem klar definierten Inzidenzwert müsse es konkrete Szenarien für einen Neustart geben.

13.00 Uhr: Situation entspannt sich immer weiter

In Thüringen hat sich die Corona-Situation weiter entspannt. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Sonntag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 127,5 (Vortag: 132,1). Dennoch bleibt der Freistaat weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland. Neben Thüringen weisen nur noch Sachsen (111,5) und Baden-Württemberg (102,3) einen Wert von über 100 auf.

Das RKI wies darauf hin, dass bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten sei, dass an Feier- und Brückentagen weniger Menschen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Von Samstag zu Sonntag wurden in Thüringen 341 neue Infektionen und vier Todesfälle gemeldet. Seit Pandemie-Beginn starben 4055 Menschen mit oder an dem Virus. Infiziert haben sich bislang rund 124 286 Menschen, von denen etwa 113.100 als wieder genesen gelten.

(red/dpa)