Corona in Thüringen: Herbe Kritik an Demos vor Schulen – „Pöbeleien am Schultor haben noch niemanden weitergebracht"

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

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Diese Impfstoff-Arten gibt es und so funktionieren sie.

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Thüringen verharrt wegen der Corona-Pandemie weiter im Lockdown. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat steigt täglich und die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu.

Wie geht es weiter? Alle Corona-Entwicklungen haben wir in unserem Newsblog für dich zusammengefasst.

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Sonntag, 18. April

17.45 Uhr: Schülervertreter sprechen sich gegen Demos vor Schultoren aus

Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter haben sich befremdet von Protesten vor Schulen gegen die Corona-Politik gezeigt. Immer wieder gebe es in diesen Tagen Ansammlungen aufgebrachter Menschen vor Schulen. „Pöbeleien am Schultor haben jedoch noch niemanden weitergebracht und belasten die vertrauensvolle Zusammenarbeit“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Bildungsgewerkschaft GEW Thüringen sowie der Landesschüler- und der Landeselternvertretung von Sonntag. „Eltern bringen ihren Unmut über die Situation manchmal sehr lautstark zum Ausdruck. Lehrkräfte und Personal vor Ort sind irritiert, Schüler verunsichert“, so die Vertreter.

Die Unzufriedenheit sei aber verständlich, die Lebensrealität von Familien werde bei vielen Maßnahmen gegen die Pandemie nicht ausreichend berücksichtigt. Die Vertreter forderten in der Mitteilung Entscheidungsträger auf, Maßnahmen zu erklären und gemeinsam mit den Menschen vor Ort über Verbesserungen nachzudenken.

Am vergangenen Mittwoch hatten etwa vor dem Schulamt Nordthüringen in Leinefelde-Worbis (Eichsfeld) rund 120 Menschen gegen eine Maskenpflicht im Unterricht für Schüler aller Klassenstufen protestiert. Auch Eltern von Schülerinnen und Schülern sollen unter den Demonstranten gewesen sein.

Das Bildungsministerium hatte kurz vor dem Schulstart nach den Osterferien angekündigt, dass künftig Schüler aller Klassenstufen, also auch in Grundschulen, Masken im Unterricht tragen müssen. Das Vorgehen wurde teils von Politikern und Eltern kritisiert. Das Amtsgericht in Weimar hatte später die Maskenpflicht an zwei Schulen gekippt. Das Urteil ist jedoch umstritten und soll auf den juristischen Prüfstand kommen.

15.12 Uhr: Thüringen gedenkt Toten der Corona-Pandemie

Auch in Thüringen haben viele Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus ihr Leben verloren. Bis Sonntag sind nach Angaben der Staatskanzlei mindestens 3642 Menschen gestorben, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Um an sie, aber auch um an die vielen anderen Corona-Toten zu erinnern, gab es in Thüringen wie in ganz Deutschland am Wochenende verschiedene Gedenkaktionen.

In Jena etwa gab es am Sonntag einen Gedenkgottesdienst, auch in Nordhausen wurde der Toten bei einem Gottesdienst gedacht. Vielerorts war an Rathäusern Trauerbeflaggung zu sehen und Glocken läuteten zur Mittagszeit länger als sonst.

Am Samstagabend wurde an das Hochhaus des Landtags in Erfurt eine riesige Kerze projiziert, um an die Toten zu erinnern. Auch beim Parlamentsgebäude war Trauerbeflaggung angebracht. In den Fenstern der Staatskanzlei waren Kerzen aufgestellt worden. Zuvor hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) wie die anderen Länderchefs auch Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, an den Abenden ebenfalls Kerzen in die Fenster zu stellen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die bundesweite Gedenkaktion angeregt.

11.38 Uhr: Corona-Lage in Thüringen weiterhin angespannt

Thüringen ist nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) weiterhin das am heftigsten von der Corona-Pandemie betroffene Bundesland. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tage belief sich demnach auf rund 247. Am zweithöchsten war diese Inzidenz in Sachsen mit 234. Bundesweit lag der Wert bei 162. Von Samstag auf Sonntag wurden in Thüringen der Staatskanzlei zufolge 624 Neuinfektionen erfasst.

Die höchsten Inzidenz-Werte lagen am Sonntag in Thüringen demnach im Landkreis Sonneberg (rund 456) und mit rund 450 im Saale-Orla-Kreis vor. Die Stadt Jena war mit einem Wert von rund 99 die einzige Kommune mit einer Inzidenz unter 100 im Freistaat. Allerdings sei dort mit Nachmeldungen zu rechnen, hieß es bei der Staatskanzlei. Gerade an Wochenenden kann es zu Verzögerungen bei der Übermittlungen der Infektionszahlen aus den Gesundheitsämtern an das RKI kommen.

7.32 Uhr: Polizei zieht Bilanz zum „Querdenker“-Einsatz

Die Polizei Thüringen hatte am Samstag einiges zutun. Über die sozialen Medien hatte die „Querdenker“-Bewegung zu einer Versammlung unter dem Motto „Es reicht!“ im Bereich des Erfurter Stadtparks aufgerufen. Angemeldet war das allerdings nicht, berichtet die Polizei.

Frühzeitig haben sich die Beamten dementsprechend positioniert und Kontrollstationen eingerichtet. Ab 11 Uhr musste die Polizei nach eigenen Angaben insgesamt 129 Platzverweise erteilen. Auch vier Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, fünf Anzeigen wegen der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie 31 Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz mussten gefertigt werden.

Auch in Nordhausen versammelten sich auf dem August-Bebel-Platz laut Polizei zunächst etwa 30 „Querdenker“. Gegen 15.15 Uhr setzten sie sich dann mit gut 110 beteiligten Personen zu einem Aufzug durch die Innenstadt in Bewegung. Da es laut Polizei zu Auflagenverstößen kam, musste die Versammlung beendet werden. Trotzdem kam es danach noch zu einzelnen Ansammlungen von Gruppen, die durch die Stadt zogen. Die Polizei musste nach eigenen Angaben 30 Verfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und das Infektionsschutzgesetz anfertigen.

Auch in Jena war einiges los. Ein am Phyletischen Museum von den „Bürgern für Thüringen“ aufgebauter Infostand kristallisierte sich laut Polizei als Anlaufstelle für Personen des „Querdenkerspektrums“ heraus. Etwa 100 Menschen versammelten sich dort. Polizei und Versammlungsbehörde vermuteten, dass dies eine Art Ersatzveranstaltung einer zuvor nicht angemeldeten Versammlung sein sollte. Daher wurde die Versammlung aufgelöst. Am Paradiesbahnhof kam es dann zu einer Spontandemo des „bürgerlichen und linken Spektrums“. Circa 40 Menschen versammelten sich dort. Es kam zu verbalen Auseinandersetzungen mit Personen der „Querdenkerszene“, berichtet die Polizei.

Samstag, 17. April

12.41 Uhr: Verstärkte Polizeipräsenz nach Protest-Aufrufen gegen Corona-Politik

Wegen Aufrufen zu unangemeldeten Versammlungen gegen Corona-Maßnahmen hat die Polizei erklärt, thüringenweit im Einsatz zu sein. Schwerpunkte seien Erfurt und Jena, teilte die Thüringer Polizei via Twitter am Samstag mit. Über soziale Medien sei zu einer Versammlung in Erfurt aufgerufen worden, hieß es. „Eine Anmeldung sowie das per Verordnung geforderte Infektionsschutzkonzept liegen nicht vor“, hieß es. Erfahrungsgemäß hielten die Teilnehmenden solcher Versammlungen die erforderlichen Hygienemaßnahmen nicht ein. Aus diesen Gründen würden am Samstag in Erfurt keine Versammlungen stattfinden. Die Polizei riet von einer Anreise nach Erfurt ab. Sie betreibe bereits Kontrollstellen.

Beobachter sprachen von einer sichtbar erhöhten Polizeipräsenz in der Innenstadt Erfurts am Samstag. Aufrufe zu einer Kundgebung in Erfurt waren etwa in Kanälen des sozialen Netzwerks Telegram geteilt worden.

Ein Polizeisprecher erklärte, dass am Vormittag Menschen aus dem Spektrum von Rechten und Querdenkern im Erfurter Stadtbereich festgestellt worden waren. Gegen sie seien Platzverweise erteilt worden. Kämen die Betroffenen dem nicht nach, drohe ihnen Gewahrsam.

10.35 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Thüringen

Thüringen meldet im Vergleich zum Vortag 857 neue Corona-Fälle. Damit liegt die Inzidenz bei 249,7. Eine besonders hohe Inzidenz hat noch immer Greiz, dort liegt sie bei 473,3.

9.51 Uhr: Thüringen gedenkt Corona-Toten

Mehr als 3600 mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind in Thüringen seit Beginn der Pandemie gestorben. Um an sie zu erinnern, beteiligen sich auch in Thüringen Behörden, Kommunen und andere an diesem Wochenende an Gedenkaktionen.

Der Landtag in Erfurt kündigte an, dass am Samstagabend eine riesige brennende Kerze an der Fassade des Landtagshochhauses zu sehen sein werde. Für Sonntag wurde Trauerbeflaggung am Parlamentsgebäude angekündigt. Auch in den Fenstern der Staatskanzlei sollen Kerzen an die Toten erinnern. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rief wie die anderen Länderchefs auch Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an den Abenden ebenfalls Kerzen in die Fenster zu stellen.

„Allen, die die Gefährlichkeit des Virus leugnen, die an den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zweifeln oder diese gar als Instrumente einer totalitären Diktatur sehen, sage ich: Den Verlust eines geliebten Menschen zu erfahren und zu erleben, wie der Partner, das eigene Kind oder die Eltern aus dem Leben gerissen wurden – häufig ohne sich angemessen verabschieden zu können – bedeuten unvorstellbares Leid“, sagte Ramelow. „Leid, das wir nicht zu verhindern vermochten, das uns aber Mahnung und Motivation ist im tagtäglichen Kampf gegen das Virus.“

Freitag, 16. April

12.23 Uhr: 23.000 Sonderimpfungen für über 70-Jährige

Für das letzte Aprilwochenende (24.04./25.04.21) sowie das erste Mai-Wochenende (01./02.05.21) werden an Personen ab 70 Jahren zusätzlich 23.000 Impftermine vergeben, berichtet das Thüringer Gesundheitsministerium. Die Terminvergabe für das erste Wochenende startet am Samstag, den 17.04.21. Ab dem kommenden Montag ist eine Terminbuchung zusätzlich über die telefonische Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung möglich. Zudem startet am Montag die Terminvergabe für die Wochenendtermine am 01./02.05.21.

Alle Impftermine werden mit dem Impfstoff „Vaxzevria“ von AstraZeneca durchgeführt. Der Impfstoff war ursprünglich für Zweitimpfungen vorgesehen. Da der Impfstoff bei Personen unter 60 Jahren bundesweit nicht mehr verimpft wird, kann dieses Impfstoffkontingent neu verteilt werden.

Die Auswahlmöglichkeiten bei den Impfstellen/Impfzentren richtet sich nach der Verfügbarkeit von freien Wochenend-Kapazitäten. Neben Terminen in den regionalen Impfstellen, werden auch viele Termine in den überregionalen Impfzentren in Gera und Erfurt zur Verfügung stehen.

Hierzu Gesundheitsministerin Heike Werner: „Damit die Termine möglichst schnell stattfinden können, nutzen wir alle freien Kapazitäten, die uns zur Verfügung stehen. Gerade ältere Menschen, die noch sehr mobil sind, bitte ich eindringlich auch von den Terminen in den großen Impfzentren Gebrauch zu machen.“

Weitere Informationen erhältst du unter www.impfen-thueringen.de.

12.01 Uhr: Kerzen für die Corona-Toten

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Menschen in Thüringen aufgerufen, sich an dem bundesweiten Gedenken für die Todesopfer der Corona-Pandemie zu beteiligen. „Ich unterstütze diese Aktion ausdrücklich und bitte jeden und jede in sich zu gehen und ein symbolisches Zeichen der Anteilnahme zu senden“, erklärte Ramelow am Freitag. Bundesweit sind die Menschen aufgerufen, an den Abenden von Freitag bis Sonntag als Zeichen der Erinnerung an die Corona-Toten brennende Kerzen in die Fenster zu stellen. In Berlin wird am Sonntag auf Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine zentrale Gedenkfeier für die Todesopfer der Pandemie abgehalten.

Er verspüre angesichts der Verstorbenen eine große Betroffenheit und tiefe Trauer, so Ramelow. Das Leid jener Menschen, die wegen des Corona-Virus geliebte Menschen verloren hätten, sei unvorstellbar, erklärte er an die Adresse von Corona-Leugnern und Kritikern der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Allein in Thüringen sind inzwischen mehr als 3600 mit dem Corona-Virus infizierte Menschen gestorben.

9.38 Uhr: Wieder mehr als 1.000 Neuinfektionen

In Thüringen bleibt die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen auf einem sehr hohen Niveau. Seit gestern wurden 1.039 neue Fälle gemeldet, wie die Staatskanzlei mitteilte. Die Inzidenz, also die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen, liegt jetzt bei bei 256. Das entspricht dem Niveau der zweiten Pandemiewelle Ende Dezember.

Thüringen bleibt das am schwersten von der Pandemie betroffene Bundesland. Unter den Landkreisen ist der Kreis Greiz mit einer Inzidenz von rund 473 bundesweiter Negativ-Spitzenreiter.

Leicht zurückgegangen ist dagegen die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Erkrankten. Nach dem bundesweiten Intensivbetten-Register betraf das heute Morgen 217 Menschen. Dennoch bleibt die Lage auf den Intensivstationen weiter extrem angespannt. Laut Register sind in den Thüringer Kliniken nur neun Prozent der aktuell betreibbaren 706 Intensivbetten noch frei.

Seit Pandemiebeginn wurde in Thüringen bei 106.200 Menschen eine Corona-Infektion nachgewiesen. 3.608 Infizierte starben. Als genesen gelten schätzungsweise 92.860 Menschen.

6.09 Uhr: Nordhäuser Modellprojekt endet

Der Nordhäuser Modellversuch zur Öffnung von Einzelhandel und Museen in der Corona-Pandemie endet am heute Abend - nach zehn Tagen. Der Landkreis setzte damit als zweite Kommune in Thüringen ein Konzept um, mit dem getestet werden sollte, ob solche Öffnungen - verbunden mit Tests und Auflagen - in der Pandemie vertretbar sind. Am Montag war das zunächst für fünf Tage geplante Projekt in die Verlängerung gegangen.

Voraussetzung zum Shopping etwa in Bekleidungsläden oder zum Besuch im Bauhaus-Museum war unter anderem ein tagesaktuelles negatives Corona-Testergebnis. Dafür konnten sich Interessierte bei verschiedenen Zentren in der Stadt kostenlos testen lassen. Zum Einsatz bei der Kontaktnachverfolgung kam auch die Luca-App.

Nach dem Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf 110,3 vorgestern schloss sich eine weitere Verlängerung in dem Landkreis in Nordthüringen aus. In Thüringen sind Modellöffnungen nur erlaubt, wenn das Gesundheitsministerium in Erfurt grünes Licht gibt. Voraussetzung ist, dass die 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Kreis oder der Stadt mindestens sieben Tage in Folge unter 100 liegt. Aktuell erfüllt KEIN Landkreis in Thüringen diese Voraussetzungen.

Donnerstag, 15. April

18.11 Uhr: Impfung in Arztpraxen bald mit zweitem Impfstoff

Für die Covid-19-Impfung können die Hausarztpraxen von der kommenden Woche an erstmals zwei verschiedene Impfstoffe ordern. Neben dem Präparat von Biontech/Pfizer sind dann auch Bestellungen des Astrazeneca-Impfstoffs möglich, wie das Thüringer Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Beide Mittel können dann ab dem 26. April in den Praxen zum Einsatz kommen. Dies sei bundeseinheitlich so geregelt.

16.28 Uhr: Corona-Tests für Schulen werden knapp

Thüringens Schulen gehen allmählich die Corona-Tests aus. „Wir können derzeit nicht garantieren, dass es in den kommenden Wochen und Tagen für jeden Schüler in Thüringen zwei Tests pro Woche geben wird“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Grund dafür seien Lieferprobleme. Man arbeite mit Hochdruck daran, mehr Tests zu beschaffen. Der Sprecher wies darauf hin, dass auch andere Bundesländer mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten. Inzwischen habe das Thüringer Bildungsministerium vereinbart, dass sich künftig das Deutsche Rote Kreuz um die Beschaffung der Tests kümmern soll.

Die Thüringer CDU-Fraktion kritisierte das Bildungsministerium scharf. „Damit stehen Thüringens Schulen wieder einmal vor Schließungen“, erklärte CDU-Fraktionschef Mario Voigt. Man habe bereits in der Osterwoche vor dem Engpass gewarnt.

13.45 Uhr: Covid-19-Patienten vor Verlegung in andere Bundesländer

Fünf nach einer Corona-Infektion schwer an Covid-19 erkrankte Menschen aus Thüringen sollen ab heute auf Intensivstationen anderer Bundesländer verlegt werden. Die Patienten aus dem Uniklinikum Jena und dem Krankenhaus Greiz sollten in Kliniken in Bayern und in Norddeutschland gebracht werden, sagte Professor Michael Bauer, Chefarzt der Jenaer Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, der Deutschen Presse-Agentur.

Gespräche zwischen den Kliniken liefen, die Angehörigen der Patienten würden informiert. Die Lage auf den Thüringer Intensivstationen ist ebenso angespannt wie auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle um den Jahreswechsel.

Nach dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIV) lagen heute 220 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von Thüringer Krankenhäusern. Davon wurden 128 invasiv beatmet. 638 von 701 im Freistaat betreibbaren Intensivbetten sind demnach belegt. 63 Betten sind frei, davon sind 29 spezifisch für die Behandlung Covid-19-Kranker ausgestattet.

Bereits zum Jahresende 2020 waren einzelne Covid-19-Patienten aus Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden.

12.40 Uhr: Ärztekammer will weg von Priorisierung Impfungen

Die Landesärztekammer plädiert bei der Corona-Impfkampagne für eine Abkehr von der starren Impfreihenfolge. „Solange der Impfstoff extrem knapp war, war die Priorisierung beim Impfen und deren strikte Einhaltung absolut richtig und notwendig“, erklärte Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen. Nachdem die besonders schützenswerten Gruppen aber nun weitgehend geimpft seien, gehe es um mehr Tempo beim Impfen. „Und wir brauchen damit verbunden mehr Flexibilität, damit am Ende nicht noch Impfstoffe verfallen, weil gerade niemand von der vorgeschriebenen Gruppe verfügbar war.“

Insbesondere der Impfstoff von Astrazeneca, der von der Ständigen Impfkommission für Personen ab 60 Jahren empfohlen wird, sollte laut Kammer mittels Aufhebung der Priorisierung darüber hinaus denjenigen gegeben werden, die dazu bereits sind. Angesichts der Infektionslage sei ein Punkt erreicht, „an dem jeder Geimpfte zählt und wir an diesem Ziel unser Handeln ausrichten müssen“, erklärte Lundershausen. In Thüringen waren von Mittwoch zu Donnerstag fast 1200 neue Corona-Infizierte registriert worden.

Der Sieben-Tage-Wert im Freistaat stieg auf 259,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Thüringen ist weiterhin das am stärksten betroffene Bundesland in Deutschland - vor Sachsen, wo die Inzidenz am Donnerstag bei 235,3 lag.

Auch in der Landespolitik wird die vollständige Aufhebung der Impfreihenfolge diskutiert. Die Forderung danach kam von der Landtagsfraktionen der Grünen. Die CDU-Fraktion hält die Debatte zwar für „richtig und sinnvoll“, verwies aber darauf, dass noch nicht alle über 70-Jährige und Menschen aus Risikogruppen geimpft seien. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hatte allerdings darauf verwiesen, dass die verfügbaren Impfstoffvorräte für eine Aufhebung der Priorisierung bislang nicht ausreichten.

In Thüringen werden derzeit hauptsächlich Menschen aus den Prioritätsgruppen eins und zwei geimpft. Dazu zählen unter anderem Menschen über 70 Jahre und mit bestimmten Vorerkrankungen sowie inzwischen alle Lehrer und das Personal in Kindergärten. In einigen Landkreisen mit besonders hoher Inzidenz werden auch schon Menschen der Priorisierungsgruppe drei geimpft.

11.40 Uhr: Nur sehr wenige Corona-Infektionen nach Covid-19-Impfung in Thüringen

In Thüringen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang 94 Menschen nach vollständiger Covid-19-Impfung positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Dies waren 0,06 Prozent der Menschen mit Erst- und Zweitimpfung zum Erfassungszeitpunkt 12. April, sagte eine Ministeriumssprecherin. Erfasst wurden Menschen, die mehr als 14 Tage nach der zweiten Impfung positiv getestet wurden. Das ist jener Zeitraum, in dem sich der volle Impfschutz aufgebaut hat. Bis zum 12. April hatten rund 150 000 Menschen in Thüringen den vollständigen Impfschutz bekommen.

Bei etwa der Hälfte der trotz vollständiger Impfung positiv Getesteten haben sich laut Ministerium typische Covid-19-Symptome gezeigt. Offen blieb zunächst, ob es auch zu schweren Krankheitsverläufen bei vollständig Geimpften gekommen ist. Laut Berliner Robert Koch-Institut zeigen die Daten aus Zulassungs- und Beobachtungsstudien, dass die derzeit verfügbaren Covid-19-Impfstoffe gegen schwere Verläufe von Covid-19 hochwirksam sind. Selbst im Fall einer Erkrankung sei das Risiko eines schweren Verlaufs sehr gering. Über die Infektionen nach einer Impfung hatte zuvor der MDR berichtet.

7.29 Uhr: Impfkampagne ausgebremst

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bremst Erwartungen an ein höheres Impftempo im Mai. Bisher gebe es nur von Impfstoff-Hersteller Biontech verlässliche Lieferzusagen über 58.000 Impfdosen, sagte sie dem MDR.

Ausgebremst werde die Impfkampagne, weil Impfdosen von Johnson&Johnson wegfallen. Auch wegen der geänderten Zweit-Impfungen bei Astrazeneca sei der Impfplan durcheinander geraten.

6.24 Uhr: Modellversuch von Weimar: Vor allem Frauen lassen sich testen

Während des Weimarer Modellversuchs mit Öffnungen in der Corona-Pandemie haben mehrheitlich Frauen die angebotenen Schnelltests genutzt. Aus den Daten der Stadtverwaltung Weimar geht hervor, dass Frauen an den Tagen jeweils etwa 56 bis 64 Prozent der Getesteten ausmachten. Die Daten zeigen auch, dass die Tests bisweilen keine zuverlässigen Ergebnisse lieferten.

Es habe einige falsche Schnelltestergebnisse gegeben, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Worauf das zurückzuführen sei, müsse noch ermittelt werden. Bei den Ergebnissen, die nachweislich falsch waren, habe es sich um sogenannte falsch-positive Befunde gehandelt. Das heißt, dass die Schnelltests auf eine Corona-Infektion bei der getesteten Person hinwiesen, obwohl sich diese später mit einem genaueren PCR-Test nicht bestätigte.

In Weimar waren vom 29. März bis 1. April Geschäfte und zeitweise auch das Bauhaus-Museum für einen Modellversuch geöffnet worden. Sie durften von Kunden oder Besuchern betreten werden, die sich zuvor einem Corona-Schnelltest unterzogen hatten – falls dieser Test negativ war. Insgesamt wurden nach Angaben der Stadtverwaltung an diesen Tagen etwa 12.500 Schnelltests durchgeführt.

Mittwoch, 14. April

18.34 Uhr: SPD will Testpflicht an Schulen

Die SPD will die Corona-Notbremse schnell in Thüringen anwenden und verlangt eine sofortige Testpflicht an Schulen. Die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes sehe einen Stufenplan vor, „dessen Maßnahmen im Freistaat Thüringen aufgrund seiner hohen Inzidenzwerte unmittelbar umgesetzt werden müssen“, erklärten die SPD-Landtagsfraktion sowie Parteichef und Innenminister Georg Maier am Mittwoch in Erfurt. Sie vertraten damit eine andere Position als Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Nach Angaben von Ramelow soll die bestehende Lockdown-Verordnung zunächst verlängert werden. Erst wenn das geänderte Infektionsschutzgesetz mit einer Notbremse bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 beschlossen sei, solle die Verordnung des Freistaats angepasst werden. „Alles, was zur Zeit in Thüringen gilt, bleibt zunächst unangetastet“, hatte Ramelow am Dienstag nach der Kabinettssitzung gesagt. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen lag am Mittwoch bei 254.

16.31 Uhr: Alle Lehrer dürfen sich künftig impfen lassen

In Thüringen können sich künftig alle Lehrer gegen das Coronavirus impfen lassen. Das gaben Gesundheitsministerium und Bildungsministerium am Mittwoch bekannt. Damit kommen nun auch Lehrer weiterführender Schulen und von Berufsschulen zum Zuge. Bisher hatte nur das Personal an Grund- und Förderschulen sowie von Kitas die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) bezeichnete den Schritt als „wichtigen Meilenstein“.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte, es gebe noch nicht genügend Impfstoff, um die Priorisierung ganz aufzuheben. „Gleichwohl haben wir uns entschieden, die Impfberechtigung jetzt auf alle Beschäftigten an Schulen und Berufsschulen zu erweitern. Bildung hat Vorrang. Schule muss sicher stattfinden können.“

16.19 Uhr: Engpass bei Intensivbetten droht

n Thüringen droht ein Engpass bei der intensivmedizinischen Versorgung von schwer erkrankten Covid-19-Patienten. Deshalb werde bereits jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer geprüft und vorbereitet, sagte der Jenaer Intensivmediziner Michael Bauer am Mittwoch auf Anfrage. „Wir rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Patienten. In Thüringen ist die Situation ernst.“ Thüringen ist seit Monaten das Bundesland mit der höchsten Zahl an Corona-Neuinfektionen.

Bauer ist Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena und Koordinator für die Intensivversorgung in Thüringen. In seiner Klinik seien derzeit 15 ausgebildete Pflegekräfte der Bundeswehr im Einsatz, um das Personal zu entlasten. Betten und Beatmungsgeräte gebe es an den Thüringer Klinken genug, sagte der Mediziner. „Das Problem ist Fachpersonal.“

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen der Thüringer Krankenhäuser sei in den vergangenen Tagen auf das sehr hohe Niveau wie zum Jahreswechsel gestiegen, sagte Bauer. „Wir haben jetzt viele jüngere Patienten mit schweren Verläufen.“ Das Durchschnittsalter der auf der Intensivstation des Universitätsklinikums liegenden Covid-19-Patienten betrage 55 Jahre.

13.35 Uhr: Nordhausener Inzidenzwert über 100 – Modellprojekt auf der Kippe?

Der Landkreis Nordhausen hofft auf grünes Licht für die Fortsetzung des Modellprojekts im Einzelhandel, nachdem der Corona-Inzidenzwert am Mittwoch die 100er-Marke überstiegen hat. Der Anstieg der Infektionszahlen auf 110,3 (Stand Mittwoch) in dem Landkreis in Nordthüringen sei nicht auf das Einkaufsverhalten in der Modellregion zurückzuführen, sagte Landrat Matthias Jendricke (SPD). „Im Gegenteil hat dies zu einem breiten Testen der Bevölkerung geführt und hat - wenn auch nur vereinzelt - bislang unerkannte Infektionen aufgedeckt.“ Der Inzidenzwert gibt die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner an.

Im Kreis Nordhausen ist das Shoppen nach einem negativen Test seit vergangenem Montag und bis zum kommenden Freitag (16. April) im Rahmen eines von der Landesregierung genehmigten Modellprojekts erlaubt. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass der Kreis im Norden des Freistaats durchgehend eine Corona-Inzidenz von unter 100 aufweist.

Die Zahl der Neuinfektionen resultiere maßgeblich aus dem Schul- und Unternehmensbereich, sagte Landrat Jendricke. In den Nachbarlandkreisen sowie in ganz Thüringen seien die Inzidenzwerte gestiegen. „Aufgrund von beruflichen Verflechtungen wirkt sich das natürlich auch bei uns aus.“

Ein Ausreißer der Inzidenz auf über 100 im Verlauf des Modellversuchs könnte einen Stopp des Unterfangens Modellprojekt und eine Schließung der Geschäfte bedeuten. „Wir hoffen, dass sie offenbleiben“, sagte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch. Der Landkreis stehe in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium zur Modellregion.

12.30 Uhr: Bausewein setzt auf geplanten Buga-Start in Erfurt

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) pocht trotz steigender Corona-Infektionszahlen darauf, die Bundesgartenschau (Buga) wie geplant zu eröffnen. „Ja, der 23.4. steht“, sagte Bausewein am Dienstagabend bei einer Online-Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen. Zwar werde der Betrieb zunächst unter deutlichen Einschränkungen beginnen. Er glaube aber, dass sich die Corona-Lage in den nächsten Wochen verbessern werde, sodass dann zumindest einige der Einschränkungen aufgehoben werden könnten, so Bausewein.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte unmittelbar vor der Veranstaltung erklärt, er hoffe, die geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz des Bundes würden noch so angepasst, dass eine Eröffnung der Buga möglich werde. Sollten die Änderungen so kommen, wie sie derzeit vorgesehen sind, könnte die Buga in der nächsten Woche wohl nicht eröffnen, weil die Sieben-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt derzeit bei fast 200 liegt.

Bausewein sagte, trotz der hohen Corona-Zahlen sei es möglich, den Betrieb auf der Buga sicher zu beginnen. Es gebe ein strenges Hygienekonzept. „Ich kann den Leuten zusichern, dass wir bei dem Konzept, was wir haben – wenn sich alle daran halten, wovon ich auch ausgehe, es wird ja auch entsprechend kontrolliert –, dass sich auf den Buga-Geländen kein einziger mit dem Virus infizieren wird.“

Nach Angaben der Geschäftsführerin der Buga, Kathrin Weiß, sind bislang etwa 23.000 Dauerkarten sowie mehr als 65.000 Tageskarten für die Buga verkauft worden. Das Corona-Schutzkonzept für die Buga beginne schon bei der Lenkung der Besucherströme, um etwa lange Warteschlangen zu vermeiden. So soll es Tickets zunächst nur im Vorverkauf geben.

9.51 Uhr: Inzidenz in Thüringen steigt

In Thüringen stecken sich weiterhin viele Menschen mit dem Coronavirus an. Seit gestern habe die Landesregierung 876 neue Infektionen registriert, teilte das Thüringer Gesundheitsministeriums mit.

Der Wert der Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner betrug am Morgen 253,9. Damit war die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wieder mit deutlichem Abstand zu anderen Bundesländern in Thüringen am höchsten. Gestern hatte die Inzidenz im Freistaat 234,5 betragen. Am zweithöchsten fiel der Wert laut Robert-Koch-Institut (RKI) heute mit 227,8 in Sachsen aus, bundesweit lag er bei 153,2.

In einigen Landkreisen blieb die Situation mit Blick auf den Kennwert besonders angespannt: darunter der Landkreis Greiz (477), der Wartburgkreis (385,8) und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen (349).

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat heute in neues Impfzentrum in der Multihalle Meiningen die Arbeit aufgenommen. Auch im Bio-Seehotel in Zeulenroda-Triebes (Landkreis Greiz) wird nun zusätzlich geimpft. Die Stellen sollen vor allem genutzt werden, um die Mittel aus dem Impfstoff-Sonderkontingent zu verabreichen, das Thüringen für einige Landkreise erhalten hat, die besonders schwer von der Pandemie betroffen sind. Impftermine für diese Sonderkontingente seien bereits vergeben, so die KVT.

8.04 Uhr: 96 Neuinfektionen in Erfurt

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Erfurt ist wieder gestiegen. Heute liegt der Wert bei 197,2 (gestern 192,1).

Die Stadt Erfurt meldet 96 Neuinfektionen. Insgesamt wurden in Erfurt damit 7.006 Menschen positiv aufs Coronavirus getestet.

6.181 von ihnen gelten als genesen, 235 Menschen sind verstorben – es gab seit gestern vier weitere Todesfälle. 590 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus gelten als aktiv.

6.47 Uhr: Grünen-Fraktionschefin fordert Aufhebung der Impfpriorisierung

Thüringens Grünen-Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich hat sich dafür ausgesprochen, die Impfpriorisierung aufzugeben und auch jüngere Menschen gegen das Coronavirus zu impfen. Es sei richtig gewesen, zuerst die Älteren zu schützen, sagte Rothe-Beinlich der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt muss es aber darum gehen, auch in die Breite zu impfen.“

Es habe sich gezeigt, dass die Corona-Mutationen vor allem auch Kinder ansteckten und damit auch deren Eltern stärker gefährdet würden. „Deshalb müssen wir jetzt neu nachdenken und auch mobile Gruppen impfen“, sagte Rothe-Beinlich. Gemeint seien alle Menschen, die noch mobil sind, arbeiten gehen und viel unterwegs seien.

Die 47-Jährige kritisierte die Pläne der Bundesregierung für Änderungen des Infektionsschutzgesetzes. Es fehle an einer „harten Testpflicht“ etwa für Unternehmen, wie sie sagte. Angesichts dieser Situation, dass weiterhin viele Menschen zur Arbeit gehen würden, sei es nötig, stärker in die Breite zu impfen.

Ob für eine gewisse Zeit auf Zweitimpfungen verzichtet werden sollte, um schneller mehr Menschen den Schutz einer ersten Impfung zu geben, wie es unter anderem der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, wollte Rothe-Beinlich zunächst nicht kommentieren. „Ich finde, das sollte nicht politisch entschieden werden. Das müssen Mediziner beurteilen“, sagte sie.

In Thüringen werden derzeit hauptsächlich Menschen aus den Prioritätsgruppen eins und zwei geimpft. Dazu zählen unter anderem Menschen über 80 und mit bestimmten Vorerkrankungen sowie beispielsweise Grundschullehrer und Erzieher. Der Freistaat weicht stellenweise von der Bundesimpfverordnung ab und lässt beispielsweise alle Polizisten impfen - auch solche mit Bürojobs. In einigen Landkreisen mit besonders hoher Inzidenz werden auch schon Menschen der Priorisierungsgruppe 3 geimpft.

6.00 Uhr: Innenminister: Ausgangsbegrenzungen gut erklären

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Gründe für geplante Ausgangssperren gut zu kommunizieren. „Ausgangsbegrenzungen funktionieren nur dann, wenn die Bevölkerung diese für richtig erachtet und akzeptiert. Es kommt deshalb in erster Linie darauf an, dass die Maßnahme gut kommuniziert und begründet wird“, sagte Maier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Menschen seien umso mehr bereit, ihren Teil zur Bewältigung der Krise beizutragen, „wenn die Bundesregierung - namentlich das Kanzleramt - unter Beweis stellt, dass das Krisenmanagement funktioniert“, so der Minister. „Hier sehe ich noch deutlich Verbesserungsbedarf.“

Mit Blick auf die Kontrolle von möglichen Ausgangsbeschränkungen sagte Maier, dies dürfe nicht allein der Polizei aufgebürdet werden: „Gerade in einem Flächenland wie Thüringen können die Polizei und die Ordnungsbehörden Ausgangssperren nicht im ganzen Land überwachen und durchsetzen.“

Die Menschen in weiten Teilen Deutschlands müssen sich auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen. In allen Kreisen und Städten mit hohen Infektionswerten soll es Einschränkungen geben. Entsprechende Änderungen des Infektionsschutzgesetzes hat die Bundesregierung am Dienstag beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem Ausgangsbeschränkungen. So soll von 21 bis 5 Uhr der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung oder eines dazugehörigen Gartens im Grundsatz nicht erlaubt sein, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden.

Dienstag, 13. April

19.47 Uhr: Vorsorgliche Corona-Quarantäne in Erstaufnahme Suhl nach Positivtest

Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) in Suhl hat nach dem positiven Corona-Befund einer Bewohnerin vorsorglich eine Etage eines Unterkunftsgebäudes unter Quarantäne gestellt. Eine 37 Jahre alte Frau war am Dienstagabend in der Einrichtung im Süden Thüringens mit Erkältungssymptomen positiv auf das Virus getestet worden, wie das Landesverwaltungsamt am Dienstag mitteilte. Da insbesondere die Kinder auf der von ihr bewohnten Etage des Hauses untereinander in engem Kontakt stünden, sei eine sichere Nachverfolgung der Infektionswege durch das Gesundheitsamt nicht mehr möglich gewesen. Das Gesundheitsamt habe daraufhin die gesamte Etage unter Quarantäne gestellt und PCR-Test an 136 Personen durchgeführt. Die Ergebnisse der Tests blieben zunächst offen.

Im März 2020 war die Erstaufnahme für Geflüchtete wegen Corona-Infektionen komplett unter Quarantäne gestellt worden, was zu Unruhen geführt hatte. Bewohner und Bewohnerinnen können sich seitdem auf einer EAE-Website über die Corona-Pandemie, die Hausordnung und Bildungsangebote informieren.

17.22 Uhr: Weimar will zweite Modellphase

Die Stadt Weimar will mit einem ausgebauten Angebot in eine zweite Testphase zur Öffnung des Einzelhandels und der Kultur in der Corona-Krise gehen. Vorstellbar sei, dann auch Bereiche wie Sport, Gastronomie, Theater oder Hotels einzubeziehen, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung des Weimarer Modellprojekts. Für Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels sei denkbar, dass diese als anerkannte Teststellen gelten und somit das städtische Testkonzept erweitern.

Weimar hatte bereits vom 29. März bis zum 1. April einen Testversuch durchgeführt. Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine zog ein positives Fazit. „Die Auswertung bestätigt unsere erste Einschätzung, dass wir mit dem Verlauf unseres Öffnungsmodelles trotz des enormen Aufwandes zufrieden sein können. Die mehrtägigen Öffnungen haben zu keiner signifikanten zusätzlichen Beschleunigung des Infektionsgeschehens in Weimar geführt“, sagte er.

17.15 Uhr: Hohe Impfquote in Thüringen

Thüringen gehört nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den Bundesländern mit der höchsten Quote an Menschen, die bereits eine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben. Mit 155 836 lag ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei 7,3 Prozent, wie aus RKI-Daten von Dienstag hervorgeht. Nur Berlin wies ebenfalls eine Quote von 7,3 Prozent auf, alle anderen Bundesländer lagen demnach darunter. Bundesweit lag der Wert bei 6,2 Prozent. In Thüringen leben etwa 2,1 Millionen Menschen. Zudem haben 361 208 Menschen im Freistaat zumindest eine erste Impfung erhalten. Das entspricht wiederum einem Anteil von 16,9 Prozent.

„Mit den Impfzentren und den Hausarztpraxen haben wir in Thüringen zwei sehr stabile Säulen unserer Impfkampagne. Für beide gilt: Wenn wir mehr Impfstoff hätten, könnten wir deutlich mehr impfen“, teilte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) über die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) mit. „Wir wollen noch in diesem Monat bei den Erstimpfungen die 20-Prozent-Marke knacken.“

16.10 Uhr: Ramelow erwartet HIER Klarstellung

Bodo Ramelow hat sich für eine Gleichbehandlung von geimpften und negativ getesteten Menschen bei bestimmten Zugangsregelungen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Da besteht ein gewisser Korrekturbedarf. Geimpfte Menschen müssen vergleichbar wie negativ auf das Coronavirus getestete Menschen behandelt werden“, sagt Ramelow. Er erwarte dazu eine baldige Klarstellung durch die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern.

Bei Menschen, die nach einer Covid-19-Infektion genesen sind, gehe es um die Bestätigung einer Immunisierung zumindest auf Zeit. Dabei sollte sich die Politik auf Empfehlungen des Robert Koch-Instituts beziehen können, so Ramelow. Würde diese Personengruppe zusätzlich zu den Geimpften berücksichtigt, gebe es in Thüringen bereits einen Anteil gegen das Virus immunisierter Menschen von etwa 25 Prozent.

15.35 Uhr: Ramelow: Thüringen verlängert Corona-Verordnung

Thüringen wird angesichts der Änderung des Infektionsschutzgesetzes durch die Bundesregierung seine Lockdown-Verordnung zunächst verlängern. Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag verständigt, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. „Die Landesregierung hat immer für bundeseinheitliche Regelungen plädiert.“

Mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll es unter anderem eine bundesweit geltende sogenannte Notbremse bei einer Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohnern von 100 geben. Die derzeitige Corona-Verordnung in Thüringen ist bisher bis zum
24. April befristet.

Sie gelte in der bisherigen Form so lange, bis das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen und in Kraft ist, erklärte der Regierungschef. „Alles, was zur Zeit in Thüringen gilt, bleibt zunächst unangetastet.“ Änderungen an der Verordnung würden dann entsprechend der Regelungen im Bundesgesetz vorgenommen, dem noch Bundestag und Bundesrat zustimmen müssen. „Ich rechne damit, dass nach dem Bundestag der Bundesrat erst am 23. April darüber abschließend entscheiden kann.“

10.34 Uhr: Infektionswert in Thüringen zieht wieder an

Die Infektionslage in Thüringen hat wieder an Dynamik gewonnen. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tage ist auf auf 234,4 (gestern 228) gestiegen. Bundesweit lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) bei rund 141. Am zweithöchsten war der Wert demnach im Nachbarbundesland Sachsen mit 212.

Besonders betroffen waren am Dienstag in Thüringen der Landkreis Greiz (rund 464), der Wartburgkreis (rund 350), der Ilm-Kreis (rund 327), Gotha (rund 322) und Gera (rund 321).

Thüringenweit wurden seit gestern 391 Neuinfektionen registriert. Seit Beginn der Pandemie sind im Freistaat 3.525 Menschen gestorben, bei denen das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen wurde.

10.11 Uhr: Infektionsgeschehen in Gera nach wie vor hoch

Die Sieben-Tage-Inzidenzverlaufskurve in Gera liegt nach einem kleinen Knick über die Osterfeiertage seit dem Wochenende wieder über der Marke von 300. Mit heutigem Stand gibt es 27 Neuinfektionen, wodurch die Inzidenz auf 321,07 angestiegen ist.

Auch die Belegung im SRH-Waldklinikum ist nach wie vor hoch. Dort werden gerade 107 Personen aufgrund von Covid-19 behandelt. Davon sind 52 Personen aus Gera, von den 107 müssen 17 intensivmedizinisch behandelt werden.

Seit Ende März sind Schulen und Kitas in Gera geschlossen. Dennoch treten immer wieder vereinzelt Infektionen in Einrichtungen auf. Es ist jedoch auch ein Trend erkennbar, dass die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen leicht rückläufig sind, so die Stadt Gera.

Aktuell wird knapp die Hälfte aller Kita-Kinder notbetreut, sechs Einrichtungen sind momentan von Corona-Fällen betroffen. In allen anderen Altersklassen, vor allem bei Menschen ab 21 Jahren, hat sich die Zahl der Infektionen im Vergleich zu vor vier Wochen zum Teil verdreifacht!

Über die genauen Ursachen kann nur spekuliert werden... Fakt ist jedoch, dass sich Gera inmitten eines Gebietes befindet, das generell hohe Infektionszahlen aufweist. Es gibt viel Pendlerverkehr und somit auch einen regen beruflichen und privaten Austausch zwischen den Städten und Landkreisen.

„Die Pandemie verlangt uns allen viel ab. Meine Hoffnung ist, dass uns endlich die Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene einen verbindlichen Weg aufzeigen. Das Hin und Her schafft auch auf kommunaler Ebene eine hohe Unzufriedenheit. Nichtsdestotrotz kann jeder von uns durch sein Verhalten selbst dazu beitragen, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Nur so kann es gelingen, dass wieder mehr Normalität in unseren Alltag zurückkehrt“, betont Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos).

9.14 Uhr: 69 Neuinfektionen in Erfurt

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Erfurt ist deutlich gestiegen. Heute liegt der Wert bei 192,1 – gestern hatte er noch bei 159,8 gelegen.

Die Stadt Erfurt meldet 69 Neuinfektionen. Insgesamt wurden in Erfurt damit 6.910 Menschen positiv aufs Coronavirus getestet.

6.073 von ihnen gelten als genesen, 231 Menschen sind verstorben. 606 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus gelten als aktiv.

In der Landeshauptstadt soll eigentlich am 23. April nach bisheriger Planung die Bundesgartenschau eröffnet werden...

6.00 Uhr: CDU fordert Präsenzunterricht unabhängig von der Inzidenz

Testpflicht, Wechselunterricht und feste Klassen: Die Thüringer CDU wirbt für eine Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen - unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz. „Alle Jahrgangsstufen müssen endlich zurück in den Präsenzunterricht“, erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Tischner. Zudem forderte er, auch Lehrern von weiterführenden Schulen „endlich ein Impfangebot zu unterbreiten“. Bisher darf sich nur das Personal von Grund- und Förderschulen impfen lassen.

In einem Positionspapier spricht sich die CDU-Fraktion für eine Corona-Testpflicht zweimal pro Woche für alle Schüler und Lehrer aus. Wer sich nicht in der Schule testen will, solle dies auch zu Hause machen können.

Außerdem sollte nach Meinung der CDU eine Maskenpflicht im Unterricht nur für Schüler ab der fünften Klasse eingeführt werden - statt für alle Klassenstufen, wie dies seit Montag in Thüringen gilt. Die Regelung des Bildungsministeriums hatte für Kritik gesorgt. Das Amtsgericht in Weimar hob die Maskenpflicht per Beschluss an zwei Schulen in Weimar teils auf. „Wir sind mittlerweile an einem Punkt angekommen, wo sich die Landesregierung die Frage gefallen lassen muss, wer die Verantwortung für dieses permanente Schulchaos übernimmt“, erklärte Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt.

An weiterführenden Schulen soll es nach CDU-Vorstellungen Wechselunterricht in den Klassen geben, das bedeutet: Ein Teil der Klasse lernt zu Hause, ein anderer Teil in der Schule im Präsenzunterricht. Ausgenommen sein sollen davon etwa Abschlussklassen. In Grund- und Förderschulen sollte es nach Ansicht der CDU-Fraktion strikt getrennte Klassen geben.

Oberste Priorität habe „die Öffnung aller Thüringer Schulen unabhängig von einem Inzidenzwert“, heißt es in dem CDU-Papier. Über eine Schließung von einzelnen Schulen soll demnach das jeweilige Gesundheitsamt entscheiden.

Allerdings könnten die Thüringer CDU-Vorstellungen schon bald von der geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene überdeckt werden. Ein erster Entwurf sieht vor, dass Schulen geschlossen werden, wenn die Inzidenz über den Wert von 200 steigt. Ob diese Regelung auch vom Bundestag beschlossen wird, ist ungewiss.

(red/dpa)