Thüringen: Mann in Asylunterkunft beinahe getötet – vor Gericht beweist er wahre Größe

Der Angeklagte soll sein Opfer erst beleidigt und es dann attackiert haben. Es überlebte nur knapp!
Der Angeklagte soll sein Opfer erst beleidigt und es dann attackiert haben. Es überlebte nur knapp!
Foto: dpa/ Bodo Schackow

Gera/Rudolstadt. Eine Auseinandersetzung in der Asylbewerberunterkunft in Rudolstadt (Thüringen) hätte fast ein tödliches Ende genommen. Ein Mann war dort mit einer Machete auf einen Bewohner losgegangen.

Der mutmaßliche Täter und sein Opfer trafen sich jetzt vor Gericht in Gera wieder.

Thüringen: Nach blutiger Auseinandersetzung – Gericht verhandelt wegen versuchten Totschlags

Die Tat passierte im Mai 2020 in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Rudolstadt. Das 21 Jahre alte Opfer berichtete vor dem Landereicht Gera, mit dem 24-jährigen mutmaßlichen Täter zunächst wegen lauter Musik in Streit geraten zu sein. Sein Kontrahent habe dann seine Mutter und seine Schwester wiederholt beleidigt. Als er sich dagegen zur Wehr gesetzt habe, hätte der 24-Jährige mit einer Machete auf ihn eingeschlagen.

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Bei den Schlägen mit der etwa einen Meter langen Waffe hatte der 21-Jährige schwere Verletzungen an Kopf, Armen, Schulter und Beinen erlitten. Mit einem Schlag hatte der 24-jährige Marokkaner ein Schlüsselbein seines Opfers zertrümmert. An den Armen erlitt er tiefe Schnittwunden. Er habe dann trotz seiner Verletzungen ein Pfefferspray geholt und es dem Angreifer in die Augen gesprüht.

Schließlich habe er sich zur Wache der Unterkunft retten können. Von dort sei er ins Krankenhaus gebracht worden. Der 21-Jährige überlebte nur, weil er mit mehreren Notoperationen gerettet werden konnte.

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Opfer habe mutmaßlichem Täter verziehen

Bei der Verlesung der Anklage hatte Staatsanwalt Jens Wöhrmann gesagt, der Beschuldigte habe in der Absicht gehandelt, sein Gegenüber zu töten. Zumindest habe er jedoch den möglichen Tod seines Opfers billigend in Kauf genommen. Er habe sich deshalb des versuchten Totschlags schuldig gemacht.

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Der Anwalt des Beschuldigten kündigte an, sein Mandant werde sich im weiteren Verlauf des Verfahrens zu den Vorwürfen äußern. Für den Prozess sind noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt. Das 21 Jahre alte Opfer unterstrich während seiner Aussage mehrfach, er habe dem Angreifer verziehen. Eine große Geste in Anbetracht dessen, dass sein Gegenüber ihn beinahe umgebracht hätte. (dpa)