Bodo Ramelow will mit Markus Söder „gemeinsam durch die Hölle gehen“

Politischer Aschermittwoch in Bayern - Linke: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist bei einem Grußwort beim Politischen Aschermittwoch der Linken auf einem Bildschirm zu sehen.
Politischer Aschermittwoch in Bayern - Linke: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist bei einem Grußwort beim Politischen Aschermittwoch der Linken auf einem Bildschirm zu sehen.
Foto: picture alliance/dpa | Markus Zechbauer

Erfurt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will einen Schritt auf Bayerns Landeschef Markus Söder zugehen – nicht ohne ihm dabei aber auch einen Seitenhieb zu verpassen.

Beim politischen Aschermittwoch machte Bodo Ramelow dem bayrischen Ministerpräsidenten ein besonderes Angebot. „Ich lade Markus Söder ein, gemeinsam durch die Hölle zu gehen.“

Bodo Ramelow macht Markus Söder ein ungewöhnliches Angebot

Beim politischen Aschermittwoch kommen traditionell die Parteien zusammen, um sich einen rhetorischen Schlagabtausch, teilweise in Büttenredenform, zu liefern. Wegen Corona mussten die Versammlungen jedoch ins Netz verlegt werden. So auch bei den Linken, bei denen Bodo Ramelow eine Rede hielt.

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Das ist Bodo Ramelow:

  • wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek (Niedersachsen) geboren
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe; hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • erster Linken-Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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Mit einer Büttenrede hatte diese aber zunächst nicht viel gemeinsam. Stattdessen dozierte Ramelow darüber, dass wir lernen müssten, mit Corona zu leben – genauso, wie das bei anderen Viren der Fall sei. Außerdem sollte mehr Geld für Prävention und Pflegekräfte eingesetzt werden: „Tarif statt Bonus oder Klatschen“, so Ramelow.

Erst zum Ende seines Vortrags wurde der Ministerpräsident etwas humorvoller. Und teilte mal eben gegen Bayerns Ministerpräsident Söder aus.

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Söder schießt gegen Ramelow – der kontert!

Söder hatte Ramelow in der Talkrunde bei Anne Will (ARD) am Sonntag einen Seitenhieb verpasst und ihn wegen seines Corona-Fahrplans zurechtgeweisen. Er hatte gesagt: „Herr Ramelow hat vor Weihnachten noch öffentlich bekundet, dass er komplett falsch lag in seiner Einschätzung. Komplett falsch.“

Ramelow sei häufig derjenige gewesen, der durch Protokollerklärungen anmerken wollte, dass er Dinge nicht unterstütze, stichelte der CSU-Chef. „Er wurde dann von der Realität überholt“. Ramelow hatte bereits öffentlich zugegeben, die Lage unterschätzt zu haben.

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Doch das möchte der Thüringer Landeschef nicht so auf sich sitzen lassen – und macht Söder ein besonderes Angebot. „Ich lade Markus Söder ein, gemeinsam durch die Hölle zu gehen“, sagt er.

Ramelow: „Mehr kann ich nicht für einen CSU-Politiker tun“

Was er damit meint? Das Tal an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern! Wohl um die Verbundenheit der beiden Bundesländer zu verdeutlichen, möchte Ramelow mit Söder durch das Höllental wandern.

Von dort bis nach Jena ins „Paradies“, um von dort mit dem Zug ins Himmelreich zu fahren (Hintergrund: Das Wohngebiet „Himmelreich“ in Jena-Nord kämpft seit Jahren für eine Bahnanbindung).

Eine Reise also aus der „Hölle“ im bayrischen Frankenwald bis in den Thüringer „Himmel“. „Mehr kann ich als Linker nicht für einen CSU-Politiker tun“, schließt Ramelow seine Einladung. Ob Markus Söder diese annehmen wird, bleibt abzuwarten. (fno)