Corona in Thüringen: Freistaat geht drastischen Schritt – „Letzter Funke an Vertrauen erloschen“

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) ist fassungslos. Ihr Ministerium sieht sich zum Handeln gezwungen. (Archivbild)
Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) ist fassungslos. Ihr Ministerium sieht sich zum Handeln gezwungen. (Archivbild)
Foto: Martin Schutt/dpa

Erfurt. Keine neuen Termine, keine neuen Impfzentren, keine Impfungen bei Hausärzten: Thüringen geht einen drastischen Schritt!

Thüringen stoppt die Terminvergabe für Corona-Impfungen – vorerst...

Thüringen stoppt Impfterminvergabe wegen Lieferproblemen

Wegen drastischer Lieferprobleme des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca stellt der Freistaat vorübergehend die Terminvergabe für Impfungen – und verschiebt den Start von Impfungen bei Hausärzten.

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Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete die angekündigte Lieferkürzung als „absolut inakzeptabel“, wie Werners Ministerium am Samstag mitteilte.

Der Hersteller Astrazeneca hatte am Freitag angekündigt, statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen sollen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten zu liefern. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen.

Nach Thüringen sollten kommende und die darauffolgende Woche 31.200 Astrazeneca-Impfdosen geliefert werden. Laut Gesundheitsministerium werden es nun nur noch 9.600 sein.

Thüringen: Kritik an Jens Spahn

Werner kritisierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der die Länder im Februar aufgefordert habe, keine Astrazeneca-Impfstoffdosen zurückzuhalten, weil die Liefermengen sicher seien.

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„Genau das haben wir getan und jede einzelne Impfdosis verplant. Jetzt zwingt uns die Ankündigung aus dem Bundesgesundheitsministerium zu einem Stopp unserer Terminvergabe und zur Verschiebung der Einbindung der Hausärzte“, sagte Werner. Dies sei mehr als ärgerlich.

„Damit ist auch der letzte Funke an Vertrauen in verbindliche Zusagen erloschen. Ich fordere den Bundesgesundheitsminister auf, sofort zu intervenieren.“

Thüringen stoppt auch Hausarzt-Modellprojekt

Ursprünglich sollte noch im März in Thüringen ein Modellprojekt starten, bei dem erstmals auch Hausärzte Corona-Impfungen durchführen sollten. Ziel des Projektes war es, vor allem ältere Menschen zu Hause zu impfen, die nicht in einer Einrichtung leben und denen es zudem schwer fällt, in die Impfzentren zu kommen.

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Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollten dafür 10.800 Moderna-Impfdosen verwendet werden, deren Lieferung in der kommenden Woche erwartet werden. Nun müssen aber für bereits gebuchte Impftermine, bei denen Astrazeneca-Dosen genutzt werden sollten, die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna verwendet werden.

Außerdem stoppte das Ministerium noch am Freitag die Terminvergabe für die letzten offenen Termine im Ostthüringer Impfzentrum in Gera. (dpa/ck)