Thüringen: Verkäuferin lädt Angela Merkel zum Schuh-Shopping ein – dann schaltet sich Bodo Ramelow ein!

Angela Merkel ist zum Schuh-Shopping eingeladen worden. Doch nicht die Kanzlerin, sondern Bodo Ramelow reagiert auf das Angebot.
Angela Merkel ist zum Schuh-Shopping eingeladen worden. Doch nicht die Kanzlerin, sondern Bodo Ramelow reagiert auf das Angebot.
Foto: imago images

Anne Steffens-Springer betreibt neun Schuhläden in Norddeutschland. Wie viele Einzelhändler, leidet die Inhaberin stark unter der Corona-Pandemie und den Maßnahmen. Daher ihre Idee: Sie hat Angela Merkel „exklusiv zum Shoppen“ eingeladen. Sie möchte der Kanzlerin ihre brenzlige Situation erklären und zeigen, dass Hygienekonzepte in ihren Filiale sehr wohl eingehalten werden können.

Angela Merkel hat bisher nicht reagiert, dafür aber Bodo Ramelow. Doch warum schaltet sich Thürigens Ministerpräsident in eine Facebook-Diskussion ein, die nicht in seinem Bundesland spielt?

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Angela Merkel soll zum Schuh-Shoppen kommen, doch Bodo Ramelow antwortet

Knapp einen Monat ist es her, da setzte die Inhaber der Kette „Schuhaus Steffens“ einen emotionalen, wütendenden und verzweifelten Post bei Facebook ab. Anne Steffens-Springer versteht beispielsweise nicht, warum mit zweierlei Maß gemessen wird.

So schreibt sie in Richtung der Bundeskanzlerin: „Falls Sie nach unserem Treffen danach einen Besuch in einem großen Discounter oder sonstiges planen, kann ich Sie beruhigen, dort ist es etwas entspannter, da kann man auch gerne mal am Backshop dicht an dicht stehen und kurz schnacken.“ Die Infektionsgefahr in ihren Läden sei nicht größer als in anderen Geschäften, Büros oder auf der Baustelle, behauptet sie.

Schuhverkäuferin spottet über Corona-Hilfen

Über die Corona-Hilfen spottet die Unternehmerin: „Vielen Dank in diesem Rahmen auch für die Hilfen! Darlehen, die man zurückzahlen muss!“ und „Soforthilfen, die nicht ankommen und mit sehr großen Hürden verbunden sind, danke!“

Der Beitrag erfährt bei Facebook viel Resonanz: 2.180 Reaktionen und 427 Kommentare hat gesammelt, ist über 2.000 Mal geteilt worden (Stand Freitagmorgen). Doch am Donnerstag gab es eine Wende. Zwar meldete sich nicht Angela Merkel, dafür Bodo Ramelow.

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Bodo Ramelow wehmütig: „Als gelernter Einzelhändler blutet mir die Seele“

Denn erst am Donnerstag war Thüringens Ministerpräsident von der Schuhgeschäft-Inhaberin unter dem Beitrag markiert worden. Der 65-Jährige reagiert umgehend: „Öhm, als Mensch, der in Osterholz-Scharmbeck geboren ist, hätte ich Ihnen gerne geantwortet, wenn ich gewusst hätte, das Sie mich auch meinen oder ansprechen.“ Eine der neun Filialen befindet sich im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck, nördlich von Bremen.

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Der Ministerpräsident versucht die Situation in seinem Bundesland zu erklären: „Als Bundesland mit der mit Abstand höchsten Inzidenz, sind hier die Einzelhandelsgeschäfte leider am längsten geschlossen.“ Er zeigt Verständnis: „Als gelernter Einzelhändler blutet mir die Seele. Aber als Ministerpräsident sehe ich auch die Situation in den Krankenhäusern.“ Ramelow hat von 1971 bis 1974 bei Karstadt Einzelhandelskaufmann erlernt.

Die Situation im Freistaat sei alarmierend: „Wir sind am Limit angekommen und die Infektion steigt immer noch. Keine schöne Situation.“

>> Mehr dazu: Chefarzt aus Jena über diese Entwicklung besorgt: „Bei uns brennt die Hütte!“

Auch Inhaberin Anne Steffens-Springer braucht nicht lange für ihre Antwort: Sie fordert Bodo Ramelow auf, den Schuhladen in seinem Heimatort zu besuchen, um sich vom Hygienekonzept zu überzeugen.