Thüringen: Urteil gefallen! Radfahrer beleidigt Jugendliche rassistisch – sie reagieren brutal

Am Landgericht Meiningen ist am Donnerstag das Urteil über zwei Jugendliche ergangen.
Am Landgericht Meiningen ist am Donnerstag das Urteil über zwei Jugendliche ergangen.
Foto: imago images

Eisenach/Meiningen. Erst war es ein harmloser Sonntag: Ein paar Jungs schlendern durch Eisenach, ein junger Mann radelt. Kurz darauf: Mehrere Festnahmen und ein lebensbedrohlich Verletzter.

Am Donnerstag ist das Urteil am Landgericht Meiningen gefallen.

Thüringen: Jugendliche prügeln Radfahrer beinahe tot

Der Vorwurf wog schwer: Zwei Jugendlichen, 18 und 19 Jahre alt, wurde versuchte Tötung vorgeworfen.

Doch nur wenige Stunden nach Prozessbeginn ist klar: Die Attacke auf einen Radfahrer wird nicht als versuchte Tötung gewertet.

Die beiden jungen Männer mit syrischer und afghanischer Nationalität hatten im April 2020 in Eisenach mit „besonders gefährlicher Gewalteinwirkung“ auf einen Radfahrer eingeprügelt. Der Mann hatte sie zuvor rassistisch beschimpft und war von seinem Rad gestiegen und in die Konfrontation gegangen.

Thüringen: Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

Aufgrund der Schuldeingeständnisse beider Angeklagten und ihrem Alter bei der Tatzeit wurden sie wegen gefährlicher Körperverletzung zu Jugendstrafen auf Bewährung verurteilt.

Der 18-Jährige erhielt ein Jahr und vier Monate auf Bewährung, der 19-Jährige ein Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. „Wir gehen nicht davon aus, dass sie in einem Tötungsansatz gehandelt haben“, sagte die Vorsitzende Richterin, Manuela Pallasch, bei der Urteilsverkündung.

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Rassistische Beleidigungen wirken sich strafmildern aus

„Wir haben Ihnen beiden zugute gehalten, dass es diese Provokationen und Beleidigungen gegeben hat“, sagte die Richterin. Die massive Gewalteinwirkung auf den 33-Jährigen sei allerdings „mit nichts und durch kein Verhalten“ zu rechtfertigen.