Corona-Situation in Thüringen vor Impfgipfel weiter angespannt

Impfkampagne in Thüringen muss beschleunigt werden. (Symbolbild)
Impfkampagne in Thüringen muss beschleunigt werden. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Jacob Schröter

Thüringen. In Thüringen ist die Coronalage vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag weiter angespannt.

Doch ein Blick auf die Corona-Infektionszahlen zeigt, wie wichtig es ist, die Impfkampagne gegen Corona besonders in Thüringen zu beschleunigen.

Coronasituation in Thüringen bleibt weiterhin angespannt

Vor den Beratungen zum weiteren Verlauf der Corona-Impfungen am Montag haben sich am Wochenende in den großen Impfzentren in Gera und Erfurt knapp 5000 Menschen gegen Covid-19 impfen lassen.

Die Mehrheit der Menschen war über 70 Jahre alt, bestätigten die zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen. Für diese Zielgruppe waren am Wochenende Sonderimpftermine angeboten worden.

Die nun Geimpften erhielten den Astrazeneca Impfstoff. Der Impfstoff mit dem sich am Samstag auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat impfen lassen. Der 66-Jährige bekam seine Dosis Astrazeneca am Samstag in einer Hausarztpraxis.

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Als er acht Jahre alt war, starb sein Vater an einer Kriegsverletzung
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe; hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • erster Linken-Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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Am Sonntag ließ sich dann auch Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke) impfen, ebenfalls mit Astrazeneca. „Ich lasse mich impfen, weil ich davon überzeugt bin, dass uns nur so der Weg aus der Krise gelingt“, sagte Keller am Sonntag angesichts der weiter angespannten Pandemie-Situation.

Thüringen ist bereits seit Monaten das Bundesland mit den höchsten Corona-Infektionen. Mit einem Inzidenzwert von 225 Fällen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wird Thüringen seinen Status als Corona-Hotspot auch weiterhin nicht los.

Thüringen: Keller hofft auf schnelleres Impftempo

Keller hat Hoffnung, dass das Impftempo beschleunigt werden könnte. Denn Thüringen hatte erst kürzlich die Astrazeneca-Impfungen für Menschen über 60 Jahren bereitgestellt. Dafür seien allein an den kommenden beiden Wochenenden fast 11.000 Termine in den Impfzentren geplant, sagte KV-Impfmanager Jörg Mertz am Sonntag. Trotzdem ist eine vollständige Freigabe des Mittels in Thüringen noch nicht vorgesehen.

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Corona-Notbremse gilt auch in Thüringen

Mit der seit Samstag in Kraft getretenen Bundesnotbremse gelten somit auch in Thüringen strengere Regeln, da die Landkreise und Städten zuletzt alle über dem Schwellenwert von 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz lagen. Damit gelten zwischen 22.00 und 5.00 Uhr landesweit Ausgangsbeschränkungen.

Thüringen: Ramelow wünscht sich Regeln für Unternehmen

Doch Ramelow verwies im Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“ darauf, dass fast alle Notbremse-Regelungen im Infektionsschutzgesetz in Thüringen bereits vor dem Inkrafttreten umgesetzt worden seien: „In Thüringen wird die Notbremse gar nichts bringen“.

Die einzige Konsequenz für Thüringen sei laut Ramelow, dass der größte Teil der Schulen geschlossen werden müsse.

Doch auch etwas anderes ist Ramelow sehr leid: „Wir sollten nicht immer nur die gleichen Branchen - Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel - zur Pandemieabwehr heranziehen.“ Er fordere bereits seit Wochen bundesweite Corona-Regeln für die Wirtschaft. (dpa/mbe)