Schmalkalden: Corona-Demo eskaliert! Polizisten angegriffen – „Hemmschwelle sinkt“

Bei einer Corona-Demo in Schmalkalden wurden zwei Polizisten verletzt. (Symbolfoto)
Bei einer Corona-Demo in Schmalkalden wurden zwei Polizisten verletzt. (Symbolfoto)
Foto: IMAGO / Future Image

Schmalkalden. Erschreckender Angriff in Schmalkalden!

Im Rahmen einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Montagabend sind zwei Polizeibeamte verletzt worden. Zur Verteidigung nutzten die Polizisten Pfefferspray, mussten sich dann aber vor der Menschenmenge in Schmalkalden in Sicherheit bringen.

Schmalkalden: Corona-Demo eskaliert – Polizisten angegriffen

Rund 60 Corona-Leugner versammelten sich am Montagabend auf dem Altmarkt in Schmalkalden, um gegen die aktuelle Corona-Politik zu demonstrieren.

Es handelte sich um eine ungenehmigte Versammlung, bei der die Anwesenden auch größtenteils ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs waren. Deshalb wollten die drei Polizeibeamten vor Ort die Personalien eines Mannes aufnehmen, der als Versammlungsleiter auftrat. Doch der weigerte sich, machte die anderen Demonstranten auf die Situation aufmerksam und schlug ihnen vor, diese mit ihrem Handy zu filmen.

Plötzlich wurden die drei Polizisten aus der Menschenmenge heraus angegriffen – ein 44-Jähriger schlug einem Beamten mit der Faust gegen den Hals, begann eine Rangelei mit einem anderen Polizisten und warf diesen schließlich zu Boden.

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Das ist Schmalkalden:

  • Stadt im Südwesten von Thüringen
  • hat rund 19.650 Einwohner und 16 Stadtteile
  • Bürgermeister ist Thomas Kaminski (SPD)

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Zu ihrer Verteidigung setzten die Beamten Pfefferspray gegen eine unbekannte Angreiferin ein, brachte sich dann vor der Menschenmenge in Sicherheit.

Die beiden Polizisten, die angegriffen wurden, wurden im Krankenhaus behandelt. Der 44-jährige Demonstrant lehnte eine medizinische Behandlung ab. Seine Personalien sind der Polizei bekannt, eine Festnahme ist bisher nicht erfolgt.

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Schmalkalden: Video der Demo sorgt für Entsetzen

Ein Video des Vorfalls kursiert in den sozialen Medien, sorgt für viel Aufruhr. Dort ist zu sehen, wie die Demonstranten die Einsatzkräfte „Merkels Knechte“ nennen, ihnen Schlüssel und Funkgeräte weg nehmen.

Auf Twitter kommentieren einige:

  • „Wie will man diese Leute wieder in die Gesellschaft integrieren nach der Pandemie?“
  • „Meiner Meinung nach kriegen wir jetzt die Quittung dafür, dass auf diesen Demos nicht von Anfang an Auflagen durchgesetzt wurde, und Rechtsbrüche konsequent geahndet wurden. Die fühlen sich im Recht.“
  • „Heftig. Der nächste Schritt sind bewaffnete Banden, um die Staatsgewalt wegzuhalten.“
  • „Die Leute sind einfach nur gruselig und wirken "irre", mit dem Unterschied, jemand der krank ist, kann nichts dafür, die benehmen sich absichtlich so. Am beängstigendsten finde ich "ey, merkt ihr nicht, daß wir mehr sind". Über die Bedeutung dieser Aussage einfach mal nachdenken.“
  • „Sehr bedrückend und nur schwer zu ertragen, diese Bilder. Warum sind da nur drei Polizisten?“

Auch die Partei Die Linke verurteilt die Eskalation der Demonstranten. „Die Hemmschwelle der Coronaleugner sinkt weiter, es ist zu verurteilen, dass Polizisten, welche die Maßnahmen zur Coronaeindämmung umsetzen, um die Gesundheit aller Menschen zu schützen, derart angefeindet und angegriffen werden“, erklärte Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Parteifraktion im Thüringer Landtag.

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Sie findet: „Die Coronaleugner agieren skrupellos. Hier sind so viele Straftaten in wenigen Minuten verwirklicht wurden, dass man nur hoffen kann, dass den Coronaleugnern ihre eigenen Filmaufnahmen zum Verhängnis werden und entsprechende Sanktionen folgen.“

Kritik an einzelnen Corona-Maßnahmen seien in einer Demokratie völlig legitim, man solle diese aber formulieren, ohne die Gesundheit anderer Menschen, insbesondere die von Polizisten, zu gefährden, wie es in Schmalkalden geschehen ist. (dpa, kv)