Hans-Georg Maaßen (CDU) in Südthüringer Wahlkreis abgestraft – diese Zahlen zeigen das Problem der CDU deutlich

Hans-Georg Maaßen hat nicht die besten Aussichten auf einen Wahlsieg in Südthüringen.
Hans-Georg Maaßen hat nicht die besten Aussichten auf einen Wahlsieg in Südthüringen.
Foto: IMAGO / Christian Ditsch; dpa

Hat sich die CDU in Südthüringen mit der Nominierung von Hans-Georg Maaßen für die Bundestagswahl im September wirklich einen Gefallen getan? Nicht so wirklich, wenn man den Umfragen einer aktuellen Forsa-Umfrage Glauben schenken mag.

Der CDU-Direktkandidat Hans-Georg Maaßen ist laut der Umfrage im südthüringischen Wahlkreis 196 für fast die Hälfte der CDU-Anhänger derzeit nicht wählbar. Mehr als 1000 Wahlberechtigte in dem Wahlkreis wurden dafür befragt.

Hans-Georg Maaßen: Geringe Zustimmung unter CDU-Anhängern

Ganze 45 Prozent der CDU-Wähler sind demnach nicht von Hans-Georg Maaßen als Direktkandidat überzeugt. Bei denen, die bereits vor vier Jahren bei der Bundestagswahl für die CDU stimmten, ist die Zustimmung sogar noch geringer. Nur 29 Prozent von ihnen würden sich laut der Umfrage für Maaßen entscheiden.

Nutznießer der schlechten Werte für Maaßen wäre vor allem SPD-Kandidaten Frank Ullrich. Beinah 20 Prozent der CDU-Anhänger würden ihm bei der Wahl im September das Vertrauen schenken. Allerdings dürfte Maaßen auf Stimmen aus dem Wählerklientel der AfD hoffen. Dort würden aktuell rund 30 Prozent Maaßen anstelle des eigenen Kandidaten wählen.

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Felix Kolb, Geschäftsführer der Bürgerbewegung Campact e.V., welche die Umfrage in Auftrag gegeben hatte, erklärt dazu „Die Umfrageergebnisse zeigen klar, dass die Union mit Rechtspopulismus zwar bei AfD-Anhängern punktet, die Wählerinnen und Wähler demokratischer Parteien inklusive der eigenen CDU-Klientel aber verschreckt. Wer die AfD bekämpfen will, hat nur mit Abgrenzung Erfolg.“

SPD-Mann Ullrich würde vor Maaßen landen

Die Zahlen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Maaßen und Ullrich hin. Der SPD-Kandidat, der 77 Prozent der SPD-Anhänger hinter sich wissen kann, käme demnach insgesamt auf 29 Prozent im Wahlkreis. Maaßen läge mit 26 Prozent dicht dahinter. Bei der Frage nach Persönlichkeit und Kompetenz kann der SPD-Kandidat Maaßen allerdings deutlicher hinter sich lassen.

Fast alle Befragten sahen ihn als vertrauenswürdig, kompetent, regional verwurzelt und als ein guter Vertreter der Region in Berlin. Bei Maaßen wären die Zahlen weit weniger rosig: Nur 37 % der Befragten für vertrauenswürdig; nur rund 33 Prozent trauen ihm zu, die Interessen der Region in Berlin gut zu vertreten.

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Sollten sich Linke und SPD auf Ullrich als gemeinsamen Kandidaten einigen, wäre der Vorsprung des ehemaligen Biathleten noch deutlicher: Er würde auf 34 Prozent kommen und damit 14 Prozentpunkte vor Maaßen landen.