Eisenach: Außergewöhnliche Kolonne sorgt für Aufsehen in der Stadt – das steckt dahinter

16 Pferde, zehn Kutschen und rund 20 Menschen machten mit dem Friedenstreck zu Pferde Station an der Eisenacher Uferstraße und wurden von der Stadtspitze begrüßt. In der Kolonne wird auch der Glockenwagen (im Foto) mitgeführt.
16 Pferde, zehn Kutschen und rund 20 Menschen machten mit dem Friedenstreck zu Pferde Station an der Eisenacher Uferstraße und wurden von der Stadtspitze begrüßt. In der Kolonne wird auch der Glockenwagen (im Foto) mitgeführt.
Foto: Ulrike Unger/Stadtverwaltung Eisenach

Da haben die Bürger aus Eisenach am Montag aber nicht schlecht gestaunt, als sie die Kolonne der ganz besonderen Art zu Gesicht bekamen!

Denn am Montag reiste eine Kolonne aus 16 Pferden,10 Kutschen und 20 Menschen durch Eisenach. Der Grund dahinter regt zum Nachdenken an.

Eisenach: Auf Pferd und zu Fuß unterwegs

Am 6. August ist der Zug der Pferdefreunde im Thüringischen Altenburg losgegangen. Auf Hufen und zu Fuß wanderten nun die Pferde und Menschen gemeinsam nach Lutherstadt, wo sie erstmals Halt machten.

Geleitet wird diese Aktion vom brandenburgischen Verein Friedensglocken e.V. Dieser hat es sich, laut eigener Aussage, zur Aufgabe gemacht, „die Tradition der Friedensglocken wieder aufleben zu lassen.“

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Das ist die Strecke von Friedensglocken e.V. 2021:

  • 6. August: Altenburg
  • 7. August: Gera
  • 9. August: Jena
  • 11. August: Weimar
  • 13. August: Crawinkel
  • 14. August: Crawinkel
  • 15. August: Gotha
  • 24. August: Bad Driburg
  • 27. August: Wendlinghausen
  • 28. August: Wendlinghausen

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Eisenach: Tradition der Friedensglocken

Bereits im Jahr 2018 hatte der Verein eine Tour bis nach Weliki Nowgorod (Russland) gemacht. „Völkerverständigung, das ist die Mission der Pferdetrecks. Mit den Friedensglocken wollen sie Menschen verbinden, mit ihnen ins Gespräch kommen und so einen Beitrag für ein versöhntes, friedliches Europa leisten“, äußerte sich der Verein.

156 kleine Friedensglocken wurden auf der Reise von den Veranstaltern verteilt. Eine davon transportierte die Gruppe mit einem Glockenwagen.

Das Besondere an den Glocken: Sie werden aus Militärschrott gegossen, und zwar „in Gedenken an das Einschmelzen zehntausender Glocken während des Ersten und Zweiten Weltkriegs“. Die Idee dahinter: „den umgekehrten Weg zu gehen und Glocken als Friedenssymbol in die Welt zu tragen“. Dabei hält sich der Verein an Friedrich Schillers Zitat: „Frieden sei ihr erst Geläute“.

Ein Begrüßungsgeschenk der Stadt Eisenach wurde vom Bürgermeister Dr. Uwe Möller an den Verein überrascht. Die Pferde gingen aber natürlich auch nicht leer aus: Zwei Eimer mit Äpfeln gab es als Belohnung für den langen Weg. Doch sie sind noch nicht am Ziel.

Es geht nämlich noch weiter – sogar bis nach NRW.

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Eisenach: Großes Ziel ist Jerusalem im Jahr 2025

Der nächste Halt ihrer Reise war in Stregda, dann ging es weiter nach Hessen. Auch Niedersachsen wird angesteuert, bis die Kolonne schließlich im Nordrhein-Westfälischen Wendlinghausen ankommen wird – voraussichtlich am 28. August.

Eins steht jedenfalls schon fest: Diese Tour wird kein Einzelfall bleiben.

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Der Verein plant in den nächsten Jahren einen „Pferdefriedensglockentreck“ pro Jahr in Deutschland. Eine echte Herausforderung wird dann schließlich ihr großes Ziel im Jahr 2025 sein: Dann will der Treck vom brandenburgischen Brück nach Jerusalem reisen. Dabei handelt es sich um eine Strecke von 4.800 Kilometern, die durch 13 Länder führt. Dies soll genau 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges geschehen.

Dann mal auf die Pferde, fertig und los! (ali)