Thüringen: Hier hinkt der Freistaat immer noch dem Westen hinterher – Eines aber läuft besser

Thüringen: Noch immer gibt es Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern. (Symbolfoto)
Thüringen: Noch immer gibt es Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern. (Symbolfoto)
Foto: imago stock&people gmbh

Die Diskussion um die Unterschieden zwischen den alten und neuen Bundesländern, wie Thüringen, ist auch rund 30 Jahre nach dem Mauerfall noch nicht beendet.

Tatsächlich gibt es wohl Punkte, in denen sich die Bundesländer deutlich unterscheiden – zum Beispiel in der Kita-Qualität. Während Thüringen im westdeutschen Vergleich in einem Punkt deutlich hinterher hinkt, gibt es aber auch einen Aspekt, der im Freistaat wesentlich besser läuft.

Thüringen: HIER hinkt der Freistaat hinterher

Das sogenannte „Ländermonitoring frühkindliche Bildung“ der Bertelsmann-Stiftung bewertet die Kita-Qualität der einzelnen Bundesländer – und attestiert Thüringen seit Jahren ein Defizit beim Personalschlüssel.

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Das ist das Bundesland Thüringen:

  • der Freistaat Thüringen hat rund 2,1 Millionen Einwohner auf 16.000 Quadratkilometer Fläche
  • Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt
  • weist eine hohe Dichte an wichtigen Kulturstätten auf, darunter das „Klassische Weimar“ (Unesco-Weltkulturerbe), das Bauhaus in Weimar und die Wartburg bei Eisenach
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Linke), regierende Parteien sind Linke, SPD, Grüne

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Demnach muss sich eine Erzieherin um zu viele Kinder auf einmal kümmern: Durchschnittlich trägt eine Vollzeitbeschäftigte in Krippengruppen die Sorge für 5,4 Kinder, in einer Kindergartengruppe für 11,1 Kinder – so muss ein Erzieher oder eine Erzieherin drei Kinder mehr betreuen als die Kollegen in den westdeutschen Bundesländern.

Das bittere Fazit der Bertelsmann-Stiftung: „Thüringen bietet seinen Kita-Kindern – gemessen an den Personalschlüsseln – immer noch deutlich schlechtere Bildungschancen als westdeutsche Bundesländer.“

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Thüringen: Kita-Defizit auch Thema im Landtag

Der Personalschlüssel in den Kitas sorgt immer wieder für Kritik und wird auch im Thüringer Landtag diskutiert. So ist man sich uneinig darüber, ob in weitere beitragsfreie Kita-Jahre oder eher in eine Personalaufstockung investiert werden sollte. Während die Grünen die Betreuungsqualität verbessern wollen, fordert die Linke eine Erhöhung des Personalschlüssels und ein drittes kostenfreies Kita-Jahr.

Laut der Bertelsmann-Stiftung müsste Thüringen bis 2030 rund 6000 weitere Kita-Mitarbeiter einstellen, um eine Betreuung zu erreichen, die den Empfehlungen entspricht. Aber: „Diese Lücke ist bis 2030 weder durch die Aufstockung der Ausbildungskapazitäten zu schließen“, noch ließen sich bis dahin genügend Quereinsteiger qualifizieren, heißt es im Bericht. Daher wird als Etappenziel eine Angleichung des Personalschlüssels an das West-Niveau vorgeschlagen.

Thüringen: DAS läuft besser als in Westdeutschland

Es gibt aber auch positive Beobachtungen der Studie: Wie bereits 2020 hebt die Stiftung auch in diesem Jahr das Betreuungsangebot und die Teilhabechancen in Thüringen hervor.

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So besuchen über die Hälfte der Kinder unter drei Jahren (55 Prozent) eine Kita oder eine Kindertagespflege – in Westdeutschland sind es nur 31 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe. Auch Sachsen-Anhalt ist bei diesem Thema übrigens vorne mit dabei, hier gehen 58 Prozent der unter Dreijährigen in eine Betreuung. (kv)