Thüringen: Gaffer sind „wachsendes Problem“ – Rettungskraft spricht Klartext

Erfurt: Fotos statt Notruf. Gaffer werden zunehmend problematischer. (Symbolbild)
Erfurt: Fotos statt Notruf. Gaffer werden zunehmend problematischer. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / HMB-Media

Bei einem Rettungseinsatz zählt jede Sekunde! Trotz der unglaublichen Leistung der Einsatzkräfte in Thüringen steht ihnen immer wieder ein großes Problem im Weg: Schaulustige und Gaffer.

Durch rücksichtsloses Verhalten versperren sie oft den Weg für die Rettungskräfte. Manchmal zieht das in Thüringen heftige Konsequenzen nach sich.

Thüringen: Gaffer hindern Einsatzkräfte

Sie stehen am Rand und beobachten einen Unfall, statt einen Notruf abzusetzen. Sogenannte Gaffer sind den meisten Rettungskräften, nicht nur in Thüringen, ein Dorn im Auge. Wenn jede Sekunde zählt, ist das ignorante Verhalten der Schaulustigen nur eine weitere Hürde bei Rettungseinsätzen.

--------------------------

So viele Unfälle gab es in Thüringen im Jahr 2020

  • durch Corona ging die Zahl der Unfälle drastisch zurück
  • 47.920 Unfälle gab es (-14,1 Prozent zum Vorjahr)
  • 83 Menschen sind im Straßenverkehr gestorben (2019 waren es 92)
  • 6499 Menschen wurden verletzt durch einen Unfall
  • davon 1489 schwer
  • Hauptunfallursache ist überhöhte Geschwindigkeit
  • außerdem: Alkohol am Steuer, Nichtbeachtung der Vorfahrt und fehlerhaftes Abbiegen oder Überholen

--------------------------

+++ Schmalkalden: Rassistischer Angriff? Mann schlägt 22-Jährigen vor Stadtverwaltung blutig – schockierendes Video +++

Besonders das Deutsche Rote Kreuz warnt daher eindringlich vor den Folgen dieses Verhaltens. „Es ist nicht nur eine ethische Frage, in einem Notfall nicht zu gaffen und keine Fotos oder Videoaufnahmen zu machen. Es ist entscheidend für den Rettungseinsatz und unter Umständen lebenswichtig, dass sowohl freiwillige Ersthelfende als auch professionelle Einsatzkräfte so schnell wie möglich und ungehindert Hilfe leisten können“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt in einer Pressemitteilung.

Auch die Politik hat die Gefahr bereits erkannt. Tatsächlich ist das Fotografieren und Filmen verstorbener Personen seit Januar 2021 strafbar. Es drohen Bußgelder oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren.

-------------------------

Mehr Themen:

Erfurt: Stadt testet legalen „Spontan-Party-Platz“ am Wochenende – es gibt einen großen Haken

Rewe in Erfurt: Mann (69) prallt mit Auto in den Getränkemarkt – dabei verletzt er einen Kunden schwer

Erfurt: Teil der Gera-Aue renoviert! Auf diese Höhepunkte kannst du dich freuen

-------------------------

Thüringen: Bewusstsein in der Gesellschaft

Dennoch sei es den Einsatzkräften wichtig ein generelles Bewusstsein in der Gesellschaft zu schaffen. Etwa durch Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen soll auf die Gefahren durch Zuschauen an Unfallorten sensibilisiert werden.

Darüber hinaus wird auch Erwachsenen empfohlen, den Kurs alle drei Jahre aufzufrischen. (neb)