Nordhausen: Hilferuf aus dem Tierheim – „Sind wirklich sehr erschöpft und traurig“

Nordhausen: Im Tierheim sind die Mitarbeiter mittlerweile am Limit angekommen. (Symbolbild)
Nordhausen: Im Tierheim sind die Mitarbeiter mittlerweile am Limit angekommen. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Hans Lucas

Nordhausen. Die Arbeit in einem Tierheim ist oft nicht leicht. Man hat mit vielen Schicksalsschlägen zu kämpfen, oft werden Tiere krank – und dann arbeiten die meisten Helfer dort auch vollkommen ehrenamtlich.

Auch im Tierheim Nordhausen sind die Tierschützer erschöpft. Viele Katzen sind dort gerade krank – aber das ist bei weitem nicht das einzige Problem, mit dem sich die Tierschützer in Nordhausen herumschlagen müssen.

Nordhausen: Hilferuf aus dem Tierheim

„Zurzeit sind wir wirklich sehr erschöpft und traurig“, schreibt der Verein auf Facebook. „Wir haben viele kranke Kätzchen im Haus, immer wieder Rückfälle von Schnupfen, kleine Kitten mit Fieber, Hautpilzbefall, Giardien und Magen-Darmproblemen.“

Im schlimmsten Fall führt das zu schlimmen Schicksalsschlägen. Wenn man die Schützlinge verliert, nachdem man sie gerade erst gerettet hat, kann einen das ganz schön aus der Bahn werfen.

Das Tierschutzhaus hat seine besten Tage hinter sich

Die Tierschützer in Nordhausen haben aber gerade auch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Das Tierschutzhaus hat seine besten Tage lange hinter sich. Es zeige mittlerweile bauliche Mängel auf, sagt der Verein. An einigen Stellen tritt Feuchtigkeit auf, außerdem gibt es veraltete Leitungen und Elektrik.

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Straßenkatzen in Deutschland:

  • Laut dem Deutschen Tierschutzbund gibt es in Deutschland Schätzungen zu folge etwa zwei Millionen freilebende Katzen oder Straßenkatzen. Tendenz steigend.
  • Sie leben meistens auf verwilderten Grundstücken, stillgelegten Fabrikgeländen oder Friedhöfen
  • Freilebende Katzen sind keine Wildkatzen
  • Meistens handelt es sich um Tiere aus einem Privathaushalt, die nicht kastriert wurden
  • Obwohl die Population wächst, erreichen nur wenige Tiere das Erwachsenenalter. Viele von ihnen sterben an Unterernährung und Krankheiten

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„Wir wünschen uns auch so sehr ein neues Domizil in Zukunft für unsere Tierschutztiere“, so der Verein in seinem emotionalen Facebook-Beitrag. Um allen Tieren gerecht zu werden, fordern sie deshalb öffentlich geförderte Stellen.

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„Allein ehrenamtlich ist alles gerade am Limit angekommen. Wir sind zu wenige“, so der Verein aus Nordhausen. (bp)