Bodo Ramelow mit deutlicher Meinung zu Koalitionsfrage: „Halte ich für falsch“

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Nicht nur zur Bundestagswahl am 26. September wird es spannend. Auch nach der Wahl wird es viele offene Fragen geben. Denn: es geht für die Parteien in die Koalitionsverhandlungen. Wer regiert mit wem? Welche Bündnisse wird es geben? Jamaika, Ampel oder Kenia? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Wir erklären es dir.

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Nach der Bundestagswahl gibt es mittlerweile fast nur noch zwei Fragen, die die Menschen in Deutschland beschäftigen: Wer wird denn nun Bundeskanzler? Und wer bildet eine Koalition, um eine funktionierende Regierung aufstellen zu können? Bodo Ramelow hat dazu eine deutliche Meinung.

Die Linke ist der Verlierer der Bundestagswahl in Thüringen. Gerade einmal 11,4 Prozent holt die Partei, der Ministerpräsident Bodo Ramelow angehört. Das macht ein Minus von 5,4 Prozent im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren.

Bodo Ramelow kritisiert CDU

Deutschlandweit hat die Linke gerade einmal 4,9 Prozent erreicht und scheitert somit an der Fünf-Prozent-Hürde. Dennoch wird die Linke im neuen Bundestag vertreten sein mit 39 Abgeordneten. Möglich machen das die drei Direktmandate, die die Partei gewonnen hat – zwei in Berlin, einen in Leipzig. Dank ihnen können die anderen 36 Abgeordneten, gemessen an den erreichten 4,9 Prozent, in die Bundestag einziehen.

Derweil macht sich Bodo Ramelow Gedanken um eine mögliche Koalition. Er teilt seine Meinung bei Facebook.

Bodo Ramelow schreibt: „Die SPD hat die Wahlen gewonnen und sich kraftvoll zurückgemeldet. Jetzt ohne die SPD eine Bundesregierung bilden zu wollen, halte ich jedenfalls für falsch. Die Erosion der Parteienlandschaft würde damit nur weiter beschleunigt.“

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Als er acht Jahre alt war, starb sein Vater an einer Kriegsverletzung
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe; hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • erster Linken-Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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Außerdem wäre es seines Erachtens sehr klug, wenn man die Bürgerbeteiligung auf den Weg zu bringen würde. „Ost und West zusammenbringen und ein besserer Dialog zwischen Oben und Unten könnte da erreicht werden. Die alte Bundesrepublik ist Geschichte, lasst uns ein neues Kapitel in Deutschland beginnen“, so Bodo Ramelow.

Das Statement kommt bei deinen Wählern gut an. „Danke Herr Ramelow. Sie bringen es genau auf den Punkt“, schreibt ein Nutzer.

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Ein anderer fragt: „Wie bringen wir denn bei der Farbenlehre Ost und West zusammen? Blau und Rot bestimmt heute das Bild der gewonnen Wahlkreise im Osten, Rot und Schwarz im Westen. Wie soll da ein Dialog zustande kommen? So weit weg von einer ‚Einheit‘ war Deutschland noch nie.“

Bodo Ramelow findet Ergebnis von CDU sei eine „vergurkte Wahl“

Obwohl die CDU nur auf dem zweiten Platz bei der Bundestagswahl landete, hat Armin Laschet bereits für sich die Kanzlerschaft beansprucht. Das findet Bodo Ramelow „anmaßend“.

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Einem Bericht zufolge hat Ramelow Laschet dafür kritisiert, nach dem schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl trotzdem das Kanzleramt anzustreben. Er sei irritiert, dass sich Laschet „nach dieser vergurkten Wahl“ anmaße, „zu sagen, an Herrn Scholz vorbei auf einmal das Kanzleramt anstreben zu können“, sagte Bodo Ramelow am Montag dem Sender MDR Aktuell.

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Für den Ministerpräsidenten aus Thüringen habe die SPD ein deutliches Signal gesetzt. Wenn man dieser Partei nun sage, „wir können auch ohne euch im Kanzleramt eine Koalition bilden“, dann würden diejenigen, die das machten, sich am Wählerwillen vergehen.

„Es wird Zeit, dass die CDU begreift, dass sie sich in der Opposition erholen muss“, findet Bodo Ramelow. (ldi mit dpa)