Schmalkalden: Komplette Schulklasse wird nach Hause geschickt – es liegt nicht an Corona

Schmalkalden: Eine ganze Schulklasse musste in der Stadt nach Hause gehen. (Symbolfoto)
Schmalkalden: Eine ganze Schulklasse musste in der Stadt nach Hause gehen. (Symbolfoto)
Foto: Annette Riedl/dpa

Schmalkalden. In Schmalkalden ist eine ganze Klasse von Grundschülern nach Hause geschickt worden. Der Grund: Es waren einfach nicht genug Lehrer da!

Die Situation in der Schule in Schmalkalden ist verschärft, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums am Mittwoch in Erfurt. Offenbar sind einige Lehrer kurzfristig erkrankt.

Schmalkalden: Alle Kinder der Klasse müssen nach Hause

Demnach arbeiten an der betroffenen Schule insgesamt 16 Lehrer, wobei es bereits einen Fall einer Langzeiterkrankung gibt sowie eine Lehrerin, die in Elternzeit ist. Als nun noch zwei Lehrer krank wurden, konnte das Personaldefizit den Angaben zufolge nicht mehr aufgefangen werden. Betroffen ist eine Klasse der Klassenstufe zwei. Eine weitere zweite Klasse wird derzeit von Horterzieherinnen betreut und löst von Lehrern vorbereitete Aufgaben.

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An der Grundschule gibt es laut dem Ministeriumssprecher insgesamt fünf Klassen in dieser Klassenstufe. Eltern der nach Hause geschickten Schüler könnten ihre Kinder im Notfall zur Betreuung trotzdem zur Schule bringen, wenn sie keine andere Möglichkeit hätten. An der betroffenen Schule lernen 355 Schülerinnen und Schüler in 15 Klassen. Aufgrund der Erkrankungen steht damit pro Klasse nicht mehr mindestens ein Lehrer zur Verfügung, obwohl bereits die Schulleiterin als Klassenlehrerin eingesetzt wird.

Lehrersituation in Schmalkalden-Meiningen insgesamt sehr angespannt

„Auch das Schulamt hat nur noch sehr wenig Reserven“, sagte der Ministeriumssprecher. Die Situation sei insgesamt sehr angespannt. Demnach sind im Bereich des Schulamtes 19 Lehrerstellen unbesetzt - 14 davon in der Region Schmalkalden-Meiningen. Um des Mangels Herr zu werden, hatte das Bildungsministerium bereits im Juli elf Lehrer an die Schulen mit dem höchsten Bedarf abgeordnet. Nun hoffe man, dass sich die Lage im November leicht entspannt, weil dann zwei Neueinstellungen in Suhl und in Meiningen zu erwarten seien.

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Immer wieder hat in Thüringen Lehrermangel Aufmerksamkeit erregt. So drohte im Jahr 2018 einer Zwergschule im Ostteil des Landes die Schließung, weil nicht genügend Lehrer da waren. Ein Jahr später kam es an einer Grundschule in Gera zu Engpässen und es fiel eine Woche lang der Unterricht aus. (dpa)