AfD-Chef wettert gegen Björn Höcke – „Traut sich nicht aus seiner Thüringer Trutzburg“

Nachdem er seinen Rücktritt angekündigt hat, teilt er nochmal ordentlich aus. AfD-Chef Jörg Meuthen. (Symbolfoto)
Nachdem er seinen Rücktritt angekündigt hat, teilt er nochmal ordentlich aus. AfD-Chef Jörg Meuthen. (Symbolfoto)
Foto: IMAGO / IPON / Bild13 / Montage: Thüringen24.de

Zoff in der AfD! Nachdem AfD-Chef Jörg Meuthen seinen Rückzug von seinem Führungsposten angekündigt hat, teilte er nochmal ordentlich aus – auch in Richtung der AfD in Thüringen.

In einem Interview mit dem Portal T-Online sagte Meuthen, dass er weiterhin Einfluss auf die Geschicke der Partei nehmen will. Die Freude seiner innerparteilichen Gegner werde nur von kurzer Dauer sein. Wer sein Nachfolger wird, bleibt unterdessen weiter offen.

Einem prominenten Kandidaten aus Thüringen, traut Meuthen das aber offenbar nicht zu.

AfD-Chef wettert gegen Höcke

„Wenn sie glauben, jetzt seien sie mich los, irren sie“, sagte Meuthen t-online. „Die werden sehr schnell merken, dass ich nicht weg bin. Das ist kein Rückzug.“

Entsprechend ging er auch gleich gegen seinen Parteikollegen Björn Höcke in die Offensive.

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Meuthen ging nicht davon aus, dass der dem radikalen Parteiflügel zugeordnete Thüringer Landeschef auf dem Parteitag im Dezember in Wiesbaden für den Bundesvorsitz kandidiert. Dieser traue sich „seit Jahren nicht aus seiner Thüringer Trutzburg“, sagte er. „Von Medien wird ihm ein Gewicht beigemessen, das er de facto gar nicht hat.“

Meuthen räumt ein den „Flügel“ unterschätzt zu haben

Meuthen räumte zugleich ein, den extremen „Flügel“ der Partei lange falsch eingeschätzt zu haben. Im Jahr 2018 habe der Flügel nicht mehr nur den Anspruch erhoben, Teil der AfD zu sein. Vielmehr sei zu hören gewesen: „Der “Flügel„ ist die Partei.“ Dann habe er „den Hebel umgelegt“, sagte Meuthen, der Höcke zunächst unterstützt hatte. „Ich habe das zu spät gesehen, zu diesem Fehler muss ich stehen.“

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Meuthen hatte an einem am Montag bekannt gewordenen Rundbrief an die Mitglieder seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur als Bundessprechers beim Parteitag im Dezember angekündigt. Konkrete Gründe für seinen Schritt nannte Meuthen in dem Schreiben an die Mitglieder nicht. Er wolle aber seine politische Arbeit fortsetzen, schrieb der Europaabgeordnete.

Meuthen ist ein Vertreter des wirtschaftsliberalen Flügels der AfD. Er gilt als gemäßigter als die radikaleren Kräfte, die sich derzeit um Höcke versammeln. (dpa, bp)