Thüringen: Sturm „Ignatz“ hinterlässt Spuren – Experten warnen vor Spaziergängen im Wald

Wetter: Wie entsteht ein Sturmtief?

Wetter: Wie entsteht ein Sturmtief?

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Erfurt. Das Sturmtief „Ignatz“ ist am Donnerstag über Thüringen gezogen. Vielerorts waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Es stürzten Bäume und Äste auf Straßen, in einigen Gemeinden fiel sogar der Strom aus. Die Bahn musste den Regionalverkehr in Thüringen für kurze Zeit komplett einstellen. Auch am Freitag hinterlässt der Sturm noch seine Spuren.

Hier erfährst du alles Wichtige über das Sturmtief „Ignatz“.

Newsblog: Sturm „Ignatz“ in Thüringen

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Freitag, 22. Oktober

15.50 Uhr: Landesforstanstalt warnt vor Waldspaziergängen am Wochenende

Sturmtief „Ignatz“ soll in den Wäldern Thüringens keine großflächigen Schäden angerichtet haben. Ersten vorsichtigen Schätzungen der Landesforstanstalt Thüringenforst zufolge gab es landesweit zwischen 40.000 bis 60.000 Festmeter Holz von entwurzelten und umgestürzten Bäumen sowie abgebrochenen Ästen. Neben der Baumart Fichte sei ein erheblicher Anteil Laubholz am Schadholzaufkommen festzustellen.

„Derzeit sind alle verfügbaren Waldarbeitskräfte mit der Wiederherstellung der Zugänglichkeit der vom Sturm betroffenen Waldgebiete beschäftigt“, so Volker Gebhardt, Vorstand bei Thüringenforst. Die Landesforstanstalt warnte zugleich vor dem Betreten der Wälder am Wochenende, da auch nach dem unmittelbaren Sturm weiter Gefahr durch abgebrochene, hängengebliebene Äste und umstürzende Bäume bestehe.

8.50 Uhr: Thüringer Zoopark Erfurt bleibt heute geschlossen

Auch im Thüringer Zoopark Erfurt hat Sturmtief „Ignatz“ seine Spuren hinterlassen. Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste müssen in den nächsten Stunden beseitigt werden. Da teilweise noch Äste in den Kronen hängen, besteht Gefahr für Besucher und Mitarbeiter.

Dafür gibt es hier auch gute Nachrichten: Die Tiere haben den Sturm gut überstanden. Der Zoopark Erfurt hofft, dass er morgen wieder öffnen kann.

6.25 Uhr: Es soll stürmisch bleiben

Auch heute bleibt es in Thüringen stürmisch. Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, soll der Wind nach einer ruhigeren Nacht am Morgen wieder stärker werden. Ab den Mittagsstunden sei wieder mit stürmischen Böen zu rechnen.

Im Bergland erreicht der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. Nach Angaben des DWD am Freitagmorgen soll der Wind zum Abend hin aber abflauen. In der Nacht zum Samstag ist dann nur noch vereinzelt mit Sturmböen zu rechnen.

Donnerstag, 21. Oktober

21.54 Uhr: Lage entspannt sich am Abend – DWD warnt weiter vor Sturmböen

Am Donnerstagabend hat sich die Lage im Freistaat etwas entspannt. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch in der Nacht auf Freitag vor Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h.

Ab Freitagnachmittag kann es wieder etwas stürmischer zugehen. Da kann es erneut zu Sturmböen aus südwestlicher bis westlicher Richtung kommen so der DWD.

17.35 Uhr: Feuerwehr in Weimar rückt zu fast 30 Einsätzen aus

Auch in Weimar haben die Kameraden der Feuerwehr am Donnerstag alle Hände voll zu tun. Wie die Stadt mitteilt, sind die Einsatzkräfte seit den frühen Morgenstunden unterwegs. Insgesamt 30 Kameraden sind in sechs Fahrzeugen zu 28 Einsätzen im Stadtgebiet ausgefahren.

Hauptsächlich wurde der Notruf wegen herabfallender Äste oder umgestürzter Bäume gewählt. Zum Teil waren Straßen und Gehwege blockiert. Auch die Bahnstrecke zwischen dem Berka und Nohra war durch einen umgestürzten Baum kurzzeitig blockiert.

16.29 Uhr: Orkanwarnung aufgehoben ++ Regionalbahnverkehr läuft langsam wieder an

Nach einem stundenlangen Sturm hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag eine Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen aufgehoben. Es wurde jedoch weiterhin vor Sturmböen und schweren Sturmböen, vor allem in den östlichen Landesteilen, gewarnt. Zuvor hatte das Unwetter in vielen Teilen Thüringens für Schäden gesorgt.

Die Deutsche Bahn setzte den Regionalverkehr der DB Regio am Mittag zunächst aus. Am Nachmittag teilte das Unternehmen dann mit, dass der Bahnverkehr schrittweise wieder hochgefahren werde. Von einem Stromausfall des Anbieters Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom waren auch Thüringer Haushalte betroffen.

Der Sturm bescherte der Feuerwehr im Wartburgkreis schon am Donnerstagvormittag viel Arbeit. Vor allem umgestürzte Bäume und herabfallende Äste mussten die Einsatzkräfte von Straßen räumen, wie das Landratsamt mitteilte. In Bad Salzungen krachte ein Baum auf ein Haus. In Eisenach fielen Dachziegel auf einen Fußweg, in Wutha-Farnroda blockierte ein Baum den kompletten Verkehr auf der Landesstraße 3007.

Auch in Nordthüringen gab es im Laufe des Tages mehrere Sturmschäden. Seit der Nacht waren Feuerwehr und Polizei im Einsatz. Bis zum Nachmittag zählte die Nordthüringer Polizei 45 sturmbedingte Einsätze, bei denen es jedoch keine größeren Schäden gab. Umgestürzte Bäume, herabhängende Äste sowie umgeknickte Verkehrsschilder machten den Angaben zufolge den Großteil der Schäden aus.

Zwischen Kloster Zella und Lengenfeld unterm Stein erwischte ein herabstürzender Ast ein Auto. Der Fahrer kam leicht verletzt in ein Krankenhaus. In Artern musste die Feuerwehr in eine Grundschule ausrücken. Dort hatten sich Dachziegel gelockert. Die Feuerwehr sicherte den Bereich, so dass die Kinder die Schule sicher durch einen Nebeneingang verlassen konnten.

16.02 Uhr: Frau hat einen Schutzengel an der Seite

Eine 45-Jährige hatte am Donnerstagmorgen offenbar einen Schutzengel dabei. Sie Fuhr auf der Strecke zwischen Wachenbrunn nach Themar mit ihrem Renault als plötzlich ein Baum auf das Auto fiel.

Die Frau wurde dabei zum Glück nicht verletzt. Lediglich am Auto entstand ein Sachschaden von etwa 6.000 Euro, berichtet die Polizei.

14.50 Uhr: Sturm wütet auch in der Landeshauptstadt

Auch in Erfurt wütet der Sturm am Donnerstagnachmittag. Eine alte Linde am Juri-Gagarin-Ring gab den Sturmböen nach.

14.36 Uhr: Umgestürzte Bäume sorgen für Stromausfall

Umgestürzte Bäume und herabfallende Äste haben am Donnerstag Stromleitungen beschädigt und damit auch in Thüringen für einen Stromausfall gesorgt. Etwa 50 000 Kunden seien ohne Strom, teilte ein Sprecher der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom am Nachmittag mit. „Alle Mitarbeiter (...) sind im Einsatz, um die Stromversorgung schnellstmöglich wiederherzustellen“, teilte der Sprecher mit.

14.16 Uhr: „Ignatz“ legt den Regionalbahnverkehr lahm

Der Sturm hat am Donnerstag im Südosten Deutschlands zur Einstellung des Regionalbahnverkehrs geführt. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sei der Zugverkehr der DB Regio bis auf Weiteres eingestellt, teilte die Deutsche Bahn mit. Dagegen laufe der Fernverkehr unter erschwerten Bedingungen weiter. Zunächst war die Höchstgeschwindigkeit auf allen Strecken in Thüringen auf 80 Kilometer pro Stunde gesenkt worden. Wie es hieß, komme es wegen des Unwetters bundesweit zu Verspätungen und Zugausfällen.

13.12 Uhr: Bäume stürzen auf die Straßen ++ zerstörte Photovoltaikanlagen

Sturmtief „Ignatz“ hält die Einsatzkräfte in Thüringen auf Trab. Die Redaktion von Thüringen24.de erreichten unter anderem Bilder von zerstörten Photovotaikanlagen und Bäumen, die auf Straßen gestürzt sind.

Die Kameraden der Feuerwehren in Thüringen haben jedenfalls alle Hände voll zu tun.

Sturm wütet bis in die Abendstunden

Der DWD warnt bis in die Abendstunden vor gefährlichen Böen. In der Nacht auf Freitag soll sich die Lage etwas beruhigen.

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Du solltest also besonders aufpassen, wenn du im Freien unterwegs bist. Es könnte zu herabstürzenden Ästen und Dachziegeln kommen. Fenster und Türen solltest du nach Möglichkeit schließen.

Wenn du dich an der freien Luft bewegen musst, solltest du Abstand zu Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten.

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Am besten wäre es natürlich, wenn du überhaupt nicht nach draußen gehst, bis der Sturm vorbei ist. (bp, dpa)