Veröffentlicht inThüringen

AfD Thüringen: Abgeordnete verlässt Partei – Höcke ist „menschlich enttäuscht“

Björn Höcke.jpg
Herber Verlust für Fraktionschef Björn Höcke. (Archivbild) Foto: IMAGO / Jacob Schröter

Die AfD steht immer wieder in scharfer Kritik – insbesondere in Thüringen, wo die Partei vom Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ beobachtet wird.

Jetzt musste die AfD in Thüringen einen Verlust hinnehmen. Eine Abgeordnete hat nun die Partei verlassen.

AfD Thüringen: Vorstellungen von Höcke als Grund für Austritt

Die Thüringer Abgeordnete Tosca Kniese ist aus der Partei und Fraktion der AfD ausgetreten. Das bestätigte AfD-Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke am Montag in einer Mitteilung. Demnach sei Knieses Austritt „menschlich eine große Enttäuschung“, wie Höcke erklärte.

—————————-

Mehr News aus Thüringen:

Corona in Thüringen: Das sind die derzeitigen Entwicklungen

Erfurt: Streit in WG eskaliert – Bewohner zückt Messer aus DIESEM Grund

Björn Höcke: Weg für Ermittlungen frei! Immunität des AfD-Politikers aufgehoben

—————————-

Dem Sender MDR Thüringen sagte die 43 Jahre alte Wirtschaftsjuristin, dass sie als fraktionslose Abgeordnete Mitglied des Thüringer Landtags bleiben will. Demnach begründete Kniese ihren Austritt mit den sozialpolitischen Vorstellungen von Höcke, die sie als Unternehmerin nicht weiter mittragen könne.

AfD in Thüringen nun nicht mehr größte Fraktion

Höcke erklärte: „Wir würden uns wünschen, dass Frau Kniese die Konsequenz aufbringt, das Abgeordnetenmandat einem Nachrücker zur Verfügung zu stellen, der weiter für die Politik eintritt, für die sie der Wähler 2019 gewählt hat.“

+++ Erfurt: Schwerer Raub in Supermarkt – plötzlich zückt der Täter ein Messer +++

—————————-

Das ist Björn Höcke:

  • geboren am 1. April 1972 in Lünen
  • einer von zwei Sprechern der AfD Thüringen
  • Begründer der rechtsextremen AfD-Strömung Der Flügel
  • wird seit Anfang 2002 vom Verfassungsschutz überwacht

—————————-

+++ Erfurt: Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft – Rechtsextreme rufen zu Gewalt gegen Politiker auf +++

Mit Knieses Austritt wird die Thüringer AfD-Fraktion künftig nicht mehr die größte Oppositionsfraktion im Parlament sein. Bei der Landtagswahl 2019 hatte die AfD 22 Sitze errungen und war damit zur zweitstärksten Kraft nach den Linken (29 Sitze) und vor der CDU (21 Sitze) geworden. Mitte Oktober schloss die AfD-Fraktion den Abgeordneten Lars Schütze aus der Fraktion aus, der jedoch als Fraktionsloser weiterhin Mitglied des Landtages blieb. Mit Knieses Austritt kommt die AfD-Fraktion also nur noch auf 20 Sitze. (jko/dpa)