Corona in Thüringen: Erfurt droht mit Katastrophenfall – sollte das Land DAS nicht machen

Foto: IMAGO / Karina Hessland

Erfurt. Jetzt geraten in Thüringen die Corona-Fronten aneinander. Die Stadt Erfurt und der Kreis Nordhausen wollen gegen die Landesregierung auf die Barrikaden gehen. Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Landrat Matthias Jendricke drohen mit dem Katastrophenfall.

Das haben beide in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rathaus in Erfurt angekündigt. Mehrere Medien berichteten darüber. Als Grund nannten sie vor allem die dramatische Lage in den Kliniken in Thüringen. Insbesondere geht es aber um ein spezielles Streitthema.

Thüringen: Erfurt und Nordhausen drohen mit dem Katastrophenfall – das ist der Grund

Ein bisschen wundert die neuerliche Linie des Erfurter Oberbürgermeisters schon. Immerhin hat er sich in der jüngsten Vergangenheit vor allem dadurch profiliert, den Weihnachtsmarkt in der Domstadt auf Biegen und Brechen durchboxen zu wollen – aller eskalierender Infektionszahlen zum Trotz.

Der jetzige Aufstand gegen die Corona-Politik der Landesregierung wirkt da wie eine ziemliche Kehrtwende. „Wenn das Land nichts tut und nur auf Wunder wartet, müssen wir selbst reagieren. Sonst verlieren wir komplett die Kontrolle“, wird Bausewein von der „Bild“ zitiert.

Nordhausen und Erfurt möchten die Schulferien auf jeden Fall vorziehen – und zwar auf den 20. Dezember. Damit soll verhindert werden, die Infektionssituation an den Schulen in die Familien zu tragen so die Argumentation.

Jetzt ist die Landesregierung am Zug

Wenn die Ansage vom Land nicht kommt, können Erfurt und Nordhausen das nur Umsetzen, in dem sie einen Katastrophenfall ausrufen.

Bausewein hat dem Land jetzt eine Frist von einer Woche gesetzt. Nordhausens Landrat Jendricke möchte konkret am 17. Dezember den Katastrophenfall ausrufen. (bp)