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Thüringen: Luxus-Hotel am Pranger – Mitarbeiter sprechen von „Klima der Angst“

Thüringen: So schön ist das Bundesland

Eisenach. 

Was geht denn da auf der Wartburg ab? Im Umfeld eines renommierten Luxus-Hotels auf dem Wahrzeichen in Thüringen wurden jetzt schlimme Vorwürfe laut.

Die Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ (NGG) spricht von einem „Klima der Angst und Resignation“, das unter den Mitarbeitern im Fünf-Sterne-Hotel herrsche – offenbar schon über längere Zeit. Der Besitzer des Hotels in Thüringen will derweil von den Vorwürfen nichts wissen.

Thüringen: Schlimme Vorwürfe in Luxus-Hotel

Die Beschäftigten im Hotel schlugen mittlerweile Alarm. Offenbar sind die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, kaum noch tragbar. „Sie machen den neuen Direktor und später dazu gekommene Personalleiterin dafür verantwortlich“, sagte Jens Löbel von der NGG. Er selbst sei jahrelang Betriebsrats-Vorsitzender in einem Hotel gewesen. „Was mir aber die Beschäftigen dort erzählen, schlägt dem Fass den Boden aus.“

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Das ist die Stadt Eisenach:

  • Stadt im Wartburgkreis im Westen Thüringens
  • war von 1998 bis 2021 kreisfreie Stadt, ist heute die erste Große Kreisstadt Thüringens
  • hat 41.970 Einwohner (Dezember 2020) und 11 Ortsteile
  • bekanntes Wahrzeichen ist die Wartburg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört
  • der Komponist Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach geboren
  • Oberbürgermeisterin ist Katja Wolf (Die Linke)

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Die Liste der Vorwürfe ist lang: Der Direktor soll in einer Versammlung die Mitarbeiter angeschrien und mit bedrohlichen Gebärden Angst gemacht haben. Die Geschäftsführung soll auch die Belegschaft dafür verantwortlich gemacht haben, dass neue Mitarbeiter sofort wieder gekündigt haben. Auch eine Betriebsrats-Sitzung soll die Chef-Etage gestürmt haben. Dort soll ein Betriebsrats-Mitglied bei laufender Sitzung dazu aufgefordert worden sein, wieder zurück an seinen Arbeitsplatz zu gehen.

Eisenach: Betreiber äußert sich zu den Vorwürfen

Die Liste geht noch weiter: Krank geschriebene Mitarbeiter sollen zu Hause aufgesucht worden sein. Auch eine Betriebsrätin sei mit dubiosen Abmahnungen unter Druck gesetzt worden, heißt es.

Jetzt versuchen die Betreiber des Hotels offenbar sogar den Betriebsrat mundtot zu machen: Beim Arbeitsgericht Suhl sei ein Antrag auf Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrates zur fristlosen Kündigung eingereicht worden.

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Alles das sind schwerwiegende Anschuldigungen, mit der die NGG den Betreiber des Hotels, die „arcana Hotel & Resort Gruppe“, konfrontiert. Diese wirft die Kritik der Gewerkschaft derweil zurück: Man führe laufend Gespräche mit dem Betriebsrat und sei immer offen für einen Dialog, sagte Geschäftsführer Alexander Winter dem MDR Thüringen. Aus der Sicht des arcana-Chefs hätten die Betriebsräte ihrer Tätigkeit stets ungehindert nachgehen können.

Es scheint so als sei das letzte Wort auf der Wartburg noch lange nicht gesprochen. (bp)