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Gera: „Ich bin unsagbar traurig“ – dieser Diebstahl macht fassungslos

So entsteht ein Phantombild

Ingo von Westphal ist Phantombildzeichner. Uns hat er erklärt, wie ein Phantombild entsteht.

Gera. 

An sich sollte es die letzte Ruhestätte sein. Ein Raum des stillen Trauerns und Abschiednehmens. In Gera werden genau diese Orte aber offenbar immer wieder von Dieben heimgesucht. Eine betroffene Bürgerin ist fassungslos.

Auf dem Grab ihrer Oma fehlte ausgerechnet einen Tag vor ihrem Todestag das Grablicht! Es sei bereits das dritte Mal, dass Diebe sich auf dem Grab ihrer Oma in Gera zu schaffen gemacht hätten, sagt sie.

Gera: Diebe verunstalten die Friedhöfe der Stadt

In einer Gera-Facebook-Gruppe macht Katrin Voigt ihrem Unmut Luft. „Ich bin unsagbar traurig, dass es solche Menschen gibt.“ Neben dem Grablicht hatten unbekannte im Vorfeld auch kleine Engel mit Sprüchen entwendet. In der Stadt offenbar kein Einzelfall. Jedenfalls melden sich in den Kommentaren viele Geraer mit ähnlichen Erfahrungen.

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Das ist die Stadt Gera:

  • war Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie (1848 bis 1918) sowie des Volksstaates Reuß (1918 bis 1920)
  • war zur Blütezeit der Stoff- und Tuchindustrie (ab Mitte des 19. Jahrhunderts) eine der reichsten Städte Deutschlands
  • gehört zur Metropolregion Mitteldeutschland, hat geringe Entfernungen zu Leipzig (60 Kilometer), Erfurt (80 Kilometer), Zwickau (40 Kilometer) und Chemnitz (70 Kilometer)
  • mit über 93.000 Einwohnern (Stand 2019) drittgrößte Stadt Thüringens
  • trägt seit 2017 offiziell den Titel als „Hochschulstadt“
  • Oberbürgermeister ist Julian Vonarb (parteilos)

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„Vor knapp einem Jahr ist meine Schwiegermutti verstorben“, schreibt etwa eine Nutzerin in den Kommentaren, „ich habe extra ein Herz mit Spruch anfertigen lassen. Selbst das wurde geklaut.“ Ein anderer Nutzer berichtet ebenfalls von verschiedenen Diebstählen auf dem Grab seines Vaters.

Polizei Gera: „Kommt immer wieder vor“

Die Polizei in Gera hört immer wieder von entsprechenden Vorfällen. „Von einer Häufung kann ich aber nicht sprechen“, sagt eine Sprecherin gegenüber Thüringen24. „Es kommt mit Sicherheit immer wieder vor. Allerdings würde ich nicht sagen, wir haben einen Schwerpunkt.“

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Ob eine Hoffnung besteht, dass die Täter irgendwann gefasst werden könnten? Das komme auf den Fall an so die Sprecherin weiter. „Mal gibt es möglicherweise Zeugen, dann könnte man einen Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit machen.“ Über ihre konkrete Trauer hilft das Katrins Familie erst einmal nicht hinweg.

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Wenn du auf den Friedhöfen in der Stadt verdächtige Beobachtungen gemacht hast, kannst du dich jederzeit an die Polizei in Gera wenden. Telefon: 0365/8290. (bp)