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Thüringer Wald: Erschreckende Zahlen! Forscher mit düsterer Prognose – „Beispiellos“

Thüringer Wald: Erschreckende Zahlen! Forscher mit düsterer Prognose – „Beispiellos“

© picture alliance / Klaus Nowottnick | Klaus Nowottnick

Thüringen: So schön ist das Bundesland

Der Baumbestand vom Thüringer Wald ist bedroht! Obwohl sich sich die Fläche über 1.000 Quadratkilometern erstreckt, muss das Mittelgebirge seit mehreren Jahren starke Verluste verzeichnen.

Doch es trifft nicht nur den Thüringer Wald. Auch für andere Gebiete in Deutschland stellen Forscher eine traurige Prognose auf.

Thüringer Wald: Besonders Nadelwälder vom Baumsterben betroffen

Vielen Naturliebhaber gehen diese Zahlen unter die Haut. Die Waldverluste in Deutschland sind einer neuen Analyse zufolge erheblich größer als bisher angenommen. Von Januar 2018 bis April 2021 seien auf rund 501.000 Hektar Fläche Baumbestände zerstört worden – das entspreche fast fünf Prozent der gesamten Waldfläche, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag zu der satellitengestützten Auswertung mit. Das sei erheblich mehr als bisher gedacht. Grund dafür seien vor allem die ungewöhnlich heißen Sommer und damit einhergehende Dürreperioden. Diese würden den Befall durch Schadinsekten begünstigen.

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Das ist der Thüringer Wald:

  • ein gut 1000 Quadratkilometer großes Mittelgebirge
  • südöstlich wird es vom Thüringer Schiefergebirge fortgesetzt
  • Zusammen mit dem Frankenwald und dem Fichtelgebirge bildet der Thüringer Wald das Thüringisch-Fränkische Mittelgebirge
  • Über den gesamten Gebirgskamm führt der berühmte Rennsteig

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Um den Baumverlust genau zu beziffern, nutzte die DLR-Forschergruppe des Earth Observation Center (EOC) in Oberpfaffenhofen Aufnahmen des Satelliten „Sentinel-2“ des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus und des US-amerikanischen Satelliten „Landsat-8“. Die Daten zeigten, dass überwiegend die Mitte Deutschlands mit ihren Nadelwäldern betroffen ist – von der Eifel über das Sauerland, den Harz und den Thüringer Wald bis in die Sächsische Schweiz.

Die Bäume sind entweder abgestorben oder großflächigen Notfällungen zum Opfer gefallen. „Kahlschläge sind oft die letzte Maßnahme bei massivem Schädlingsbefall, um – im Fall von Fichten – dem Borkenkäfer die Nahrung zu entziehen und dadurch seine weitere Ausbreitung zu verhindern“, hieß es vom DLR.

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Wenig Erholung für Thüringer Wald

Laubbäumen fällt es leichter, sich von einem Insektenbefall zu erholen. Leider schaffen dies Nadelbäume eher seltener. Allerdings seien nicht nur Fichtenwälder von den Dürre-Folgen betroffen. „Unsere Analysen zeigen, dass auch Eiche, Buche und Kiefer, neben der Fichte die häufigsten Baumarten in Deutschland, starke Schäden aufweisen. Dasselbe gilt für seltenere Arten wie Bergahorn oder Lärche“, sagte Frank Thonfeld vom EOC. Die Schäden der vergangenen Jahre seien „beispiellos“.

Die Fernerkundungsexperten werteten insgesamt mehr als 20.000 Datensätze für ihr Wald-Lagebild aus. Fazit: „Bis sich das Ökosystem Wald erholt, kann es noch länger dauern. Für Deutschland und Europa ist es daher dringend notwendig, schnell effiziente Maßnahmen zum Schutz der Wälder zu ergreifen. Satellitengestützte Erdbeobachtung kann Forschenden und Entscheidungstragenden hierzu eine Datengrundlage bereitstellen.“

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Um den Thüringer Wald und andere Forstlandschaften zu schützen, seien umfassende Waldinformationen wichtig. Unter anderem müssten Baumarten kartiert, Schadursachen differenziert und negative Entwicklungen durch Früherkennung zu verhindert werden, hieß es. Erdbeobachtungssatelliten böten dafür die notwendige räumliche und zeitliche Auflösung. Gleichwohl würden die Erkenntnisse aus den Satellitenaufnahmen von den Behörden noch nicht voll ausgeschöpft. (dpa/red.)