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Suhl: Steht 50-jährige Partnerschaft mit Russen-Stadt vor dem Aus? Stadt zeigt klare Kante

In Kiew wächst die Angst vor russischem Großangriff

In der Ukraine wächst die Angst vor einem großen russischen Angriff auf Kiew und weitere Städte. Am Montag aufgenommene Satellitenbilder zeigten einen 60 Kilometer langen russischen Militärkonvoi nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Partnerschaften unter Städten sind wichtig, um einen kulturellen und internationalen Austausch zu ermöglichen. Die Stadt Suhl hatte gleich ganze sieben davon, wie unter anderem Polen und Frankreich – und auch Russland.

Angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine kommen jetzt auch in Suhl Fragen auf, die man lange Zeit nicht für möglich gehalten hätte. Ist eine Partnerschaft mit einer Stadt in Russland derzeit noch tragbar? Oder muss sie vielleicht – wie der Chef der Thüringer Staatskanzlei Benjamin-Immanuel Hoff empfiehlt – auf Eis gelegt werden?

Suhl mit klarem Statement zur Partnerschaft mit Russen-Stadt

Die Suhler Partnerschaft mit der russischen Stadt Kaluga wurde 1969 begründet. Seitdem gab es zwischen den beiden Städten viele Begegnungen, Schülertreffen, gemeinsame Projekte und vieles mehr. Diese ganze Partnerschaftsgeschichte steht also jetzt auf der Kippe.

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Das ist Suhl:

  • Kreisfreie Stadt im Süden des Freistaats
  • Hat etwa 36.000 Einwohner
  • War über Jahrhunderte vom Bergbau geprägt
  • Ist auch für seine Waffen- und Fahrzeugindustrie bekannt
  • Oberbürgermeister ist André Knapp (CDU)

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Oder etwa nicht? Wie das „Freie Wort“ am Montag berichtet, haben sich sowohl Oberbürgermeister André Knapp sowie die Fraktionen des Stadtrates einstimmig hinter die Partnerschaft gestellt. „Wir halten es für wichtig, auf unserer niedrigen, kommunalen Ebene den Dialog aufrechtzuerhalten“, sagte Knapp der Zeitung. Wenn man einen neuen, ehrlichen Dialog der Verständigung und des Vertrauens in Kaluga und Suhl wolle, sei es wichtig die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft nachhaltig zu fördern so der Oberbürgermeister weiter.

OB Kleine aus Suhl: „Nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen“

Gleichzeitig gesteht er auch ein, dass man nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen könne.

+++ Aktuelle Infos zum Ukraine-Krieg +++

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Die Stadt bringt jetzt einen Entschließungsantrag auf den Weg, der schon am Mittwoch auf der Tagesordnung im Stadtrat stehen soll. Darin sollen die Verantwortlichen in Kaluga auch gebeten werden, Putin zum Abbruch des Krieges aufzufordern, schreibt das „Freie Wort“. (bp)

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