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Thüringen: 9-Euro-Ticket stellt Verkehrsverbund vor Problem – „Zweifel, dass es im April schon funktioniert“

Thüringen: 9-Euro-Ticket stellt Verkehrsverbund vor Problem – „Zweifel, dass es im April schon funktioniert“

Thüringen: So schön ist das Bundesland

Erfurt. 

Es klingt schon fast zu schön, um wahr zu sein: Für 9 Euro mit Bus und Bahn durch Thüringen fahren.

Doch genau das soll schon bald möglich sein. Dahinter steckt das geplante 9-Euro-Ticket der Bundesregierung.

Allerdings hält sich die Vorfreude beim Verkehrsverbund Thüringen in Grenzen. Die Mitarbeiter zweifeln an der Umsetzbarkeit. VMT-Geschäftsführer Christoph Heuing bezweifle, dass dies schon im April funktionieren könne. Fahrpreisänderungen benötigten normalerweise längere Vorlaufzeiten, die Verkehrsunternehmen müssten in der Regel eine Preisänderung zehn Wochen vorher bei den Landesbehörden beantragen. „Für schnelle Änderungen ist das normale Prozedere eigentlich nicht gedacht.“

Hohe Nachfrage am 9-Euro-Ticket in Thüringen

Zumindest nicht sofort. Denn normalerweise müssen Preisänderungen immer zehn Wochen vorher bei den Landesbehörden aus Thüringen beantragt werden.

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Das ist das Bundesland Thüringen:

  • der Freistaat Thüringen hat rund 2,1 Millionen Einwohner auf 16.000 Quadratkilometer Fläche
  • Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt
  • weist eine hohe Dichte an wichtigen Kulturstätten auf, darunter das „Klassische Weimar“ (Unesco-Weltkulturerbe), das Bauhaus in Weimar und die Wartburg bei Eisenach
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Linke), regierende Parteien sind Linke, SPD, Grüne

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Seit die Bundesregierung das befristete 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr versprach, stehen die Telefone beim Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) nicht mehr still. Viele Passagiere interessieren sich für die preisgünstige Fahrkarte.

>>> Hier liest du, was hinter dem 9-Euro-Ticket steckt.

VMT aus Thüringen steht vor DIESEN Problemen

Allerdings sieht VMT-Chef Christoph Heuing noch schwarz für eine schnelle Umsetzung. Viele Fragen seien offen. Zum Beispiel, wie sieht es mit den Passagieren vom Land aus? Oftmals gibt es hier nur eine ausgedünnte Busverbindung.

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Um sie auch dauerhaft zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bringen, seien mehr Verbindungen und damit mehr Busse nötig. Dies koste Geld. Auch Verkehrsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hatte darauf bereits verwiesen.

Aber auch in den Städten sei die Einführung des 9-Euro-Tickets gar nicht so leicht. Heuing rechne hier mit einem enormen Andrang. „In Erfurt oder Jena zum Beispiel dürfte es gerade im Berufsverkehr dann sehr voll in Bussen oder Straßenbahnen werden.“

Thüringen: DAS sagt die EVAG

Die städtischen Verkehrsbetriebe halten sich mit ihrer Freude ebenfalls bedeckt. Bei Facebook schreibt die EVAG aus Erfurt: „Wie die Umsetzung konkret aussehen soll, was das für Abo-Kunden heißt und weitere Fragen sind derzeit noch ungeklärt.“

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Aber auch in weiteren Städten aus Thüringen gibt es noch keine näheren Informationen, wann das 9-Euro-Ticket kommt. Heunig geht nicht davon aus, dass es im April funktionieren wird. (dpa/red.)