Corona in Thüringen: Zahlen sinken weiter – Freistaat mit geringster Wochen-Inzidenz

Lockdown in Shanghai: Behörden vermelden weitere Corona-Tote

Lockdown in Shanghai: Behörden vermelden weitere Corona-Tote

Seit Beginn des Lockdowns in Shanghai ist die Zahl der Corona-Toten dort auf mindestens zehn gestiegen. Die Metropole ist seit Ende März abgeriegelt. Etwa 25 Millionen Menschen dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen.

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Erfurt. Corona hat Thüringen noch immer im Griff. Die Fallzahlen schwanken derzeit.

Alles aktuellen Entwicklungen rund um Corona in Thüringen findest du in unserem Newsblog.

Corona in Thüringen: Alle aktuellen Entwicklungen hier nachlesen!

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Samstag, 7. Mai

14.30 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen geht weiter zurück

Am Samstag gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit 273,5 an. Am Freitag lag er bei 285,7, am Samstag vor einem Monat noch bei 1.740,3. Bundesweit betrug der Wert am Samstag 544,0. Thüringen ist aktuell das Land mit der geringsten Wochen-Inzidenz. Allerdings melden mittlerweile nicht mehr alle Bundesländer am Wochenende dem RKI ihre Corona-Fallzahlen. Innerhalb von 24 Stunden kamen in Thüringen 986 registrierte Neuinfektionen und 21 weitere Todesfälle hinzu.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Innerhalb Thüringens fällt das Infektionsgeschehen recht unterschiedlich aus. Den höchsten Inzidenzwert hatte am Samstag der Landkreis Eichsfeld mit 466,5, den geringsten der Landkreis Greiz (127,2). Seit Beginn der Pandemie im März 2020 wurden in Thüringen 697.974 Corona-Infektionen festgestellt. 7.163 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung.

Donnerstag, 5. Mai

6.09 Uhr: Werner mit deutlicher Forderung zur Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialbereich

Die Thüringer Behörden sollen nach den Worten von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) ihren Ermessensspielraum bei der Durchsetzung der Corona-Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialbereich nutzen. Ihr Ministerium habe in dieser Woche einen Erlsss mit Kriterien aktualisiert, um ein einheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter zu erreichen, sagte Werner am Mittwoch im Landtag in Erfurt. Das Spektrum bei Ermessensentscheidungen reiche vom Risiko, das von Ungeimpften ausgehe, bis hin zu einer drohenden Unterversorgung von Pflegebedürftigen oder der Gefahr, eine Ausbildung nicht abschließen zu können.

Nach Angaben der Ministerin sind 85 Prozent der vor dem 15. März in den Einrichtungen Beschäftigten geimpft oder haben einen Genesenennachweis. 15 Prozent der Beschäftigten müssten sich einer Einzelfallprüfung stellen. Grundsätzlich sei das Bundesgesetz zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht umzusetzen. Die oppositionelle AfD-Fraktion hatte dazu im Landtag eine aktuelle Stunde beantragt.

Die Impfpflicht für Personal in Kliniken, Pflegeheimen und -diensten, Arztpraxen, Hospizdiensten, Rettungsdiensten und mehreren anderen Bereichen gilt seit Mitte März. Arbeitgeber müssen seitdem ungeimpfte Beschäftigte den Gesundheitsämtern melden. Sie dürfen auch keine Ungeimpften mehr einstellen. Beschäftigte ohne Immunisierung müssen mit Bußgeldern rechnen, im letzten Schritt drohen Arbeitsverbot

Montag, 2. Mai

18:51 Uhr: Klowasser soll auf Covid getestet werden

Mittlerweile kennt es jeder: Das Abstrichstäbchen in der Nase, um einen Test auf das Coronavirus zu machen. Für die meisten Menschen eine Tortur – Niesanfälle inklusive. Doch eine neue Art auf das Virus zu testen, könnte die Lösung bringen, wie der MDR berichtet.

Wissenschaftler der Bauhaus-Uni in Weimar arbeiten gerade eng mit der Firma Analytik Jena zusammen. Dabei steht eine Sache im Fokus: Wie kann man einen Überblick über das Corona-Infektionsgeschehen bekommen, ohne einzelne Personen zu testen? Gehen könnte das vielleicht in Zukunft über das Klowasser.

Die Wissenschaftler tüfteln jedenfalls gerade an einem solchen Prozess. Bis August soll das Projekt noch laufen, wie der MDR weiter schreibt. Doch wie soll das Ganze funktionieren?

Momentan werden alle fünf Minuten in der Kläranlage Bernterode nahe Breitenworbis über eine Leitung Proben aus dem stinkenden Abwasser entnommen. In zwölf kleine Plastik-Flaschen wandern diese dann – alle zwei Stunden wird eine Flasche gewechselt. Danach kommt alles in einen großen Eimer – einmal kräftig umrühren und jeweils eine Flasche wandert nach Weimar an die Uni oder ins Labor nach Jena.

In ganzen 23 Kläranlagen des Freistaats wird dieser Prozess einmal in der Woche durchgeführt. Das von rund einer Million Thüringer gesammelte Abwasser wird gefiltert, konzentriert und anschließend einem PCR-Test unterzogen. Denn mittlerweile können sogar Drogen-Reste im Abwasser per Test nachgewiesen werden – und jetzt auch das Corona-Virus.

Bisher würden sich die entnommenen Abwasser-Proben und die damit einhergehenden Ergebnisse gut mit den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) decken. „Wir konnten zum Beispiel den Anstieg der Infektionen zu Beginn dieses Jahres sehr gut dokumentieren, mit der neuen Welle, die da kam“, so Silvio Beier von der Bauhaus-Uni Weimar. Und dadurch könnten zum Beispiel frühzeitig Hotspot-Regionen erkannt werden. Der Zusammenhang zwischen Infektionszahlen und Abwasserbelastung sei dabei gut festzustellen.

Der Freistaat hat sich das Projekt auch richtig was kosten lassen. Ganze 400.000 Euro hat das Land in die Hand genommen und investiert.

(dpa/red)