Corona in Thüringen: Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialbereich – Werner mit klarer Forderung

Lockdown in Shanghai: Behörden vermelden weitere Corona-Tote

Lockdown in Shanghai: Behörden vermelden weitere Corona-Tote

Seit Beginn des Lockdowns in Shanghai ist die Zahl der Corona-Toten dort auf mindestens zehn gestiegen. Die Metropole ist seit Ende März abgeriegelt. Etwa 25 Millionen Menschen dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen.

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Erfurt. Corona hat Thüringen noch immer im Griff. Die Fallzahlen schwanken derzeit.

Alles aktuellen Entwicklungen rund um Corona in Thüringen findest du in unserem Newsblog.

Corona in Thüringen: Alle aktuellen Entwicklungen hier nachlesen!

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Donnerstag, 5. Mai

6.09 Uhr: Werner mit deutlicher Forderung zur Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialbereich

Die Thüringer Behörden sollen nach den Worten von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) ihren Ermessensspielraum bei der Durchsetzung der Corona-Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialbereich nutzen. Ihr Ministerium habe in dieser Woche einen Erlsss mit Kriterien aktualisiert, um ein einheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter zu erreichen, sagte Werner am Mittwoch im Landtag in Erfurt. Das Spektrum bei Ermessensentscheidungen reiche vom Risiko, das von Ungeimpften ausgehe, bis hin zu einer drohenden Unterversorgung von Pflegebedürftigen oder der Gefahr, eine Ausbildung nicht abschließen zu können.

Nach Angaben der Ministerin sind 85 Prozent der vor dem 15. März in den Einrichtungen Beschäftigten geimpft oder haben einen Genesenennachweis. 15 Prozent der Beschäftigten müssten sich einer Einzelfallprüfung stellen. Grundsätzlich sei das Bundesgesetz zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht umzusetzen. Die oppositionelle AfD-Fraktion hatte dazu im Landtag eine aktuelle Stunde beantragt.

Die Impfpflicht für Personal in Kliniken, Pflegeheimen und -diensten, Arztpraxen, Hospizdiensten, Rettungsdiensten und mehreren anderen Bereichen gilt seit Mitte März. Arbeitgeber müssen seitdem ungeimpfte Beschäftigte den Gesundheitsämtern melden. Sie dürfen auch keine Ungeimpften mehr einstellen. Beschäftigte ohne Immunisierung müssen mit Bußgeldern rechnen, im letzten Schritt drohen Arbeitsverbot

Montag, 2. Mai

18:51 Uhr: Klowasser soll auf Covid getestet werden

Mittlerweile kennt es jeder: Das Abstrichstäbchen in der Nase, um einen Test auf das Coronavirus zu machen. Für die meisten Menschen eine Tortur – Niesanfälle inklusive. Doch eine neue Art auf das Virus zu testen, könnte die Lösung bringen, wie der MDR berichtet.

Wissenschaftler der Bauhaus-Uni in Weimar arbeiten gerade eng mit der Firma Analytik Jena zusammen. Dabei steht eine Sache im Fokus: Wie kann man einen Überblick über das Corona-Infektionsgeschehen bekommen, ohne einzelne Personen zu testen? Gehen könnte das vielleicht in Zukunft über das Klowasser.

Die Wissenschaftler tüfteln jedenfalls gerade an einem solchen Prozess. Bis August soll das Projekt noch laufen, wie der MDR weiter schreibt. Doch wie soll das Ganze funktionieren?

Momentan werden alle fünf Minuten in der Kläranlage Bernterode nahe Breitenworbis über eine Leitung Proben aus dem stinkenden Abwasser entnommen. In zwölf kleine Plastik-Flaschen wandern diese dann – alle zwei Stunden wird eine Flasche gewechselt. Danach kommt alles in einen großen Eimer – einmal kräftig umrühren und jeweils eine Flasche wandert nach Weimar an die Uni oder ins Labor nach Jena.

In ganzen 23 Kläranlagen des Freistaats wird dieser Prozess einmal in der Woche durchgeführt. Das von rund einer Million Thüringer gesammelte Abwasser wird gefiltert, konzentriert und anschließend einem PCR-Test unterzogen. Denn mittlerweile können sogar Drogen-Reste im Abwasser per Test nachgewiesen werden – und jetzt auch das Corona-Virus.

Bisher würden sich die entnommenen Abwasser-Proben und die damit einhergehenden Ergebnisse gut mit den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) decken. „Wir konnten zum Beispiel den Anstieg der Infektionen zu Beginn dieses Jahres sehr gut dokumentieren, mit der neuen Welle, die da kam“, so Silvio Beier von der Bauhaus-Uni Weimar. Und dadurch könnten zum Beispiel frühzeitig Hotspot-Regionen erkannt werden. Der Zusammenhang zwischen Infektionszahlen und Abwasserbelastung sei dabei gut festzustellen.

Der Freistaat hat sich das Projekt auch richtig was kosten lassen. Ganze 400.000 Euro hat das Land in die Hand genommen und investiert.

Donnerstag, 28. April

6.47 Uhr: Bisher rund 8.700 Ungeimpfte in Einrichtungen gemeldet

In Thüringen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit dem Start der Corona-Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialbereich bislang rund 8.700 ungeimpfte Beschäftigte gemeldet worden. Dabei handle es sich um einen Zwischenstand, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Wegen personeller Engpässe oder technischer Probleme hätten noch nicht alle Gesundheitsämter gemeldet. Andererseits seien möglicherweise auch Doppelmeldungen enthalten, wenn Beschäftigte zugleich in mehreren Einrichtungen tätig seien.

Die Impfpflicht für Personal in Kliniken, Pflegeheimen und -diensten, Arztpraxen, Hospizdiensten, Rettungsdiensten und mehreren anderen Bereichen gilt seit Mitte März. Arbeitgeber müssen seitdem ungeimpfte Beschäftigte den Gesundheitsämtern melden. Sie dürfen auch keine Ungeimpften mehr einstellen. Beschäftigte ohne Immunisierung müssen mit Bußgeldern rechnen, im letzten Schritt drohen Arbeitsverbote. Einige Ämter rechnen laut Ministerium damit, dass sich die Zahlen noch ändern, wenn für Beschäftigte nach einer Corona-Infektion im vergangenen Quartal demnächst der Genesenen-Status entfalle.

Nach dem Scheitern der allgemeinen Impfpflicht hatte es auch von der Landeskrankenhausgesellschaft die Forderung gegeben, die Impfverpflichtung für Gesundheitspersonal auf den Prüfstand zu stellen. Hintergrund ist, dass sie nur bis zum Jahresende 2022 gilt und eigentlich als Vorgriff auf eine allgemeine Impfpflicht gedacht war. „Das muss der Bundesgesetzgeber klären, und zwar besser früher als später“, erklärte dazu Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). „Die Grundidee, der besondere Schutz der vulnerablen Gruppen, ist nach wie vor richtig.“

Allein in den Thüringer Akutkrankenhäusern sind nach amtlicher Statistik mehr als 31.000 Ärzte und Pflegekräfte tätig, in Rehabilitationskliniken sind es mehr als 3000. In der Altenpflege arbeiten mehr als 33 000 Beschäftigte in Heimen oder ambulanten Diensten. Hinzu kommen die Beschäftigten etwa in Arzt- und Zahnarztpraxen.

Mittwoch, 27. April

15.32 Uhr: AfD plant Volksbegehren gegen Corona-Impfungen

Die Thüringer AfD-Landtagsfraktion will nach eigenen Angaben ein Volksbegehren starten. Dessen Ziel sei es, in der Landesverfassung festzuschreiben, dass niemand direkt oder indirekt zu einer Impfung gezwungen werden dürfe, sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke am Mittwoch in Erfurt.

Die Sammlung der Unterschriften für dieses Volksbegehren solle Mitte Mai beginnen. Die AfD lehnt seit Langem die allermeisten Corona-Schutzmaßnahmen ab. Ihre Vertreter äußern sich zudem seit Monaten ablehnend zu Corona-Impfungen.

14.08 Uhr: Inzidenz geht im Freistaat wieder leicht zurück

Nach einem deutlichen Anstieg zu Wochenbeginn ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen wieder gesunken. Der Wert lag nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums heute bei 588,8 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Vortag hatte das Ministerium noch eine Inzidenz von 706,9 ausgewiesen. Bundesweit lag die Inzidenz heute laut Robert Koch-Institut bei 887,6.

Bei der Bewertung der bundesweiten Daten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Bundesländer nicht mehr an jedem Wochentag Daten melden. Ein Vergleich von Tageswerten wird damit zunehmend schwierig. Experten gehen seit einiger Zeit außerdem von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus.

(dpa/red)