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„Lost Place“ in Thüringen: Paar schuftet wie verrückt in alter Fabrik! Der Plan ist irre – „Sind offen für Unfug“

Einer der beliebtesten und schönsten „Lost Place“ in Thüringen bekommt eine zweite Chance! Familie Fuchs ackert wie wild und hat einen irren Plan.

© Isabella Fuchs

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Dieser „Lost Place“ zählt wohl in Thüringen zu einem der Schönsten. Kein Wunder – ein Anblick hat gereicht, um Isabella Fuchs zu überzeugen, den verlassenen Ort zu kaufen.

Denn die alte Porzellanfabrik sollte abgerissen werden (wir berichteten). Das hätte sicherlich nicht nur Isabella das Herz gebrochen, sondern auch vielen Thüringer „Lost Place“-Fans. Denn die Gebäude seien etwas ganz Besonderes. Deshalb steht seit kurzem auch ein riesiger Kran auf dem Gelände. Was es mit dem auf sich hat und was für Probleme auf Isabella und ihren Mann zurollen, liest du hier.

„Lost Place“ in Thüringen: Arbeiten gehen voran

Da steht das riesige Teil – es ist 40 Tonnen schwer und 36 Meter hoch. Der sogenannte Turmdrehkran steht mitten auf dem Gelände einer der wohl bekannten „Lost Places“ in ganz Thüringen. Und er soll die Arbeit von Isabella und ihrem Mann erheblich erleichtern. Die sind nämlich gerade dabei die alte, geschichtsträchtige Porzellanfabrik wieder aufzubauen. Beziehungsweise Schritt eins: Für den nächsten Winter zu wappnen. Denn die Löcher in den Dächern müssen geflickt werden. „Wir retten, was es geht zu retten. Aber die Chancen steigen, dass man viel mehr Dächer erhalten kann, wie wir gedacht haben“, erzählt Isabella im Gespräch mit Thüringen24.

„Lost Place“ in Thüringen: Dieses Märchenschloss liegt für immer im Dornröschenschlaf – „Zauberhafte Atmosphäre“

„Das sind Wahnsinns-Dachflächen“, beschreibt Isabella den Mega-Aufwand, der viele schon in die Flucht geschlagen hätte. Doch die ganze Arbeit am „Lost Place“ lohnt sich. Bereits zwei Häuser hat die Familie „in den Griff bekommen“, auch am Nebenbau hat sich dachtechnisch einiges getan. „Wir stemmen das als Familie. Viele Leute denken, wir waren da so 20 Mann dran. Nee, nee. Das waren wir vier“, zeigt sich Isabella stolz – was sie angesichts der Arbeiten auch ganz offensichtlich sein kann.

Die Innengebäude des Thüringer „Lost Place“ will die Familie komplett erhalten. Die Gießtische bleiben und der Teil, in dem das Porzellan gegossen wird, bleibt sowieso. Isabella träumt von Ausstellungen und Weihnachtsmärkten, die dort stattfinden könnten. „Gerade sind wir auch am Sachen sammeln, die ursprünglich aus der Fabrik verschwunden sind. Es ist schon Wahnsinn, was die Menschen herausgeklaut haben“, ist sogar die neue Besitzerin erstaunt. „Es melden sich aber auch Menschen, die noch Bilder haben und so langsam kommt immer mehr Geschichte zusammen“, freut sie sich.

„Lost Place“ in Thüringen: Führungen trotz Bauarbeiten

Doch nicht nur am Dach des „Lost Place“ in Thüringen tut sich einiges – auch der Außenbereich wurde bereits einer kleinen Schönheitskur unterzogen. Die komplette Fabrik wurde bereits freigeschnitten, im Innengarten wartet eine Feuerstelle mit Bänken. Da sollen im Sommer die „Lost Place“-Fans bei einer „Gruselnacht-Führung“ Platz nehmen. „Wir sind offen für Unfug“, sagt Isabella lachend, als sie von ihren Plänen erzählt.


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Apropos Thüringer Pläne: Die werden gerade durchkreuzt. Denn der Kran macht Probleme – oder besser gesagt das „Lost Place“-Gelände. „Früher gab es hier Starkstrom“, erzählt Isabella, „Heute sind nur 32 Amper frei. Ich weiß nicht, ob das für den Kran reicht. Wenn nicht, brauchen wir noch ein Notstromaggregat – und das kostet so viel wie der ganze Kran“. Just in diesem Moment kommt die Stimme aus dem Hintergrund: Der Kran gehe nicht, die Spannung reiche nicht aus. Kurz kommt Frust auf, doch die Familie lässt sich nicht unterkriegen. „Ich ruf den Elektriker an, der muss uns irgendwie Strom besorgen“, sagt Isabella und legt auf. „Geht nicht. gibt’s nicht“, ein Motto, dass Familie Fuchs konsequent durchzieht.

+++„Lost Place“ in Thüringen: Alte Fabrik soll abgerissen werden, doch der Ort hat eine schaurige Geschichte+++

Führungen durch die ehemalige Porzellanfabrik bei Gräfenthal werden trotz der Arbeiten angeboten. Falls du daran Interesse hast, kannst du dich einfach bei Isabella Fuchs, zum Beispiel via Facebook, melden. Freiwillige Helfer sind übrigens auch immer willkommen.