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Wahl in Nordhausen im Newsblog: AfD-Beben abgewendet – Kai Buchmann bleibt Oberbürgermeister

Bei der Wahl in Nordhausen könnte ein AfD-Kandidat das dritte kommunale Spitzenamt für seine Partei erobern. In unserem Newsblog verpasst du nichts.

wahl nordhausen
© Martin Schutt / dpa / Montage: Thüringen24

Bekommt Nordhausen den ersten AfD-Bürgermeister in Deutschland?

Im thüringischen Nordhausen könnte erstmals ein AfD-Politiker Oberbürgermeister einer deutschen Stadt werden. Jörg Prophet lag im ersten Wahlgang mit deutlichem Abstand vorne. Die Stichwahl findet am 24. September statt.

Die Würfel bei der Wahl in Nordhausen sind gefallen. Am Sonntag (24. September) lieferten sich AfD-Politiker Jörg Prophet und der parteilose Kai Buchmann ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters in Nordhausen.

Im ersten Rutsch konnte Prophet 42,1 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Buchman kam auf 23,7 Prozent und hatte bis zur Stichwahl in Nordhausen viel gutzumachen. Gleichzeitig hatten sich Verbände mobilisiert, um zur Wahl gegen den AfD-Kandidaten zu werben. In unserem Newsblog bleibst du über die neusten Entwicklungen der Oberbürgermeister-Wahl in Nordhausen immer auf dem Laufenden.


Das ist das vorläufige amtliche Ergebnis:

NameProzent
Jörg Prophet (AfD)45,1
Kai Buchmann (parteilos)54,9
Quelle: Stadt Nordhausen

Wahl in Nordhausen im Newsblog

+++ Newsblog aktualisieren +++

Montag, 25. September

13.55 Uhr: Nach der Nordhausen-Wahl zum Oberbürgermeister gibt es unterschiedliche Reaktionen. Eine gegen AfD-Politiker Jörg Prophet macht fassungslos. HIER geht’s zu Bildern und Details!

11.41 Uhr: Es gibt Dutzende Reaktionen auf das gestrige Ergebnis. Eine wichtige und beliebte „Stimme des Ostens“ äußert sich HIER.

8.36 Uhr: Nordhausen hat entschieden. jetzt richtet sich der Blick auch schon auf eine andere ostdeutsche Stadt, denn in zwei Wochen steht eine weitere Stichwahl bevor.

Sonntag, 24. September

21.49 Uhr: Auch in den sozialen Medien herrscht reger Betrieb in Bezug auf die Wahl in Nordhausen. Lange war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Jörg Prophet und Kai Baumann. Die Auswertung der Stimmbezirke erfolgte Schlag auf Schlag. Als 31 von 42 Stimmbezirken ausgezählt waren, stand es 50:50. Doch die Auszählungen der Briefwahlen brachen der AfD dann das Genick. Und schon gab es für die Partei einen Grund zum zweifeln, wie sie auf X (ehemals Twitter) verdeutlicht. Grund für den deutschen Politikwissenschaftler und Wahlforscher Thorsten Faas einzuhaken „Genau das Problem, wenn Zwischenstände nicht eingeordnet werden. AfD immer schwach bei Briefwahl“, kommentiert der Universitätsprofessor der Freien Universität Berlin. Er ist nicht überrascht, dass die Briefwähler am Ende den Ausschlag gegeben haben. Die AfD hat auch bei früheren Wahlen bei Briefwählern schlechter abgeschnitten.

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21.11 Uhr: Jörg Prophet hat seine Niederlage eingeräumt: „Wir haben einen neuen Oberbürgermeister. Der Herr Prophet ist die Nummer zwei bei dieser Wahl geworden“, sagte der 61 Jahre alte Unternehmer bei einem Pressestatement am Sonntag in Nordhausen – noch vor Bekanntgabe des Ergebnisses. Er freue sich, dass die Stadt nun wieder eine Kontinuität für sechs Jahre habe. Prophet wünschte dem Wahlsieger Kai Buchmann (parteilos) Erfolg. Er reiche ihm als Oppositionsführer im Stadtrat die Hand, konstruktiv zusammenzuarbeiten, sagte er.

20.35 Uhr: Die ersten Kommentare von anderen Politkern trudeln ein. So auch von der Landessprecherin der Grünen Ann-Sophie Bohm: „Gerade mit Blick auf den ersten Wahlgang und die erst vor kurzem erfolgte Wahl eines Rechtsextremen zum Landrat von Sonneberg, verspüren viele eine echte Erleichterung. Es macht Mut, dass die AfD nicht ohne Weiteres ein Amt nach dem anderen erobern kann. Trotzdem ist das starke Ergebnis für den AfD-Kandidaten, der sogar vom Verfassungsschutz beobachtet wurde, erschreckend. Es bleibt eine gemeinsame Aufgabe aller demokratischen Parteien, die menschenfeindliche Politik der AfD zu entlarven und die Demokratie zu stärken“.

20.31 Uhr: Die Auszählung der Stimmen entwickelte sich zu einem echten Drama. Die kompakte Zusammenfassung findest du >>HIER<<.

20.26 Uhr: In eigener Sache: Aufgrund eines Technikfehlers wurden vor dem vorläufigen amtlichen Ergebnis fehlerhafte Inhalte veröffentlicht. Wir bitten dies zu entschuldigen.

20.22 Uhr: Es ist geschafft! Alle 42 Stimmbezirke sind ausgezählt. Damit steht Nordhausens neuer Oberbürgermeister fest. Nach einer spannenden Wahl und einem zeitweise dichten Kopf-an-Kopf rennen konnte sich überraschenderweise Kai Buchmann (parteilos) durchsetzen. Mit insgesamt 54,9 Prozent setzt er sich gegenüber Jörg Prophet (AfD) durch. Wer hätte am Anfang des Tages mit diesem Ergebnis gerechnet?

19.57 Uhr: Nordhausen macht es „hinten raus“ noch einmal richtig spannend. Das letzte Briefwahl-Lokal wird ausgezählt, wie die Stadt auf ihrem Instagram-Profil bekannt gibt.

19.31 Uhr: Noch ein Bezirk fehlt! Bei der Prozent-Verteilung hat sich nichts verändert.

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Die Auszählung der Wählerstimmen läuft in Nordhausen auf Hochtouren. Foto: IMAGO/ Funke Foto Services

19.28 Uhr: 40 von 42 Stimmbezirken sind ausgezählt. Der Abstand zwischen den beiden Kandidaten hat sich minimal verkleinert (Buchmann 54,7 Prozent, Prophet 45,3 Prozent). Wer sich gerade wundert, warum die Updates nun ein bisschen länger dauern: Jetzt werden die Briefwahl ausgezählt. Das nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch. Die Wahlbeteiligung liegt bei 55,7 Prozent.

19.16 Uhr: 39 von 42 Stimmbezirke sind ausgezählt. Kai Buchmann kann seinen Vorsprung weiter ausbauen. Jörg Prophet schafft es „nur noch“ auf 45,2 Prozent, während Buchmann nun bei 54,8 Prozent liegt.

19.03 Uhr: Countdown! 4 Bezirke fehlen noch. Wie es aussieht, kann Buchmann seinen Vorsprung ausbauen. 46,2 Prozent für Prophet – 53,8 für Buchmann.

19.01 Uhr: Die Luft ist zum Zerreißen gespannt! Wie knapp kann bitte eine Wahl sein? Die Nerven liegen blank. Buchmann hat „deutlich“ an Vorsprung gewonnen. Doch kann er diesen halten? 5 Stimmbezirke fehlen noch. Bis hierhin liegt die Wahlbeteiligung bei 49,5 Prozent.

18.57 Uhr: 35 von 42 Stimmbezirken sind ausgezählt. Buchmann überholt Prophet.

18.45 Uhr: Noch 9 Bezirke fehlen! Die Wahlbeteiligung liegt bisher bei 39,8 Prozent. Prophet ist derzeit in Führung, wenn auch knapp: Bisher hat er 50,3 Prozent.

18. 41 Uhr: 31 von 42 Stimmbezirke sind ausgezählt – es steht 50,0 zu 50,0! Die Spannung ist kaum auszuhalten. Die Kandidaten liefern sich sprichwörtlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen!

18.38 Uhr: Nur noch 12 Stimmbezirke fehlen!

18.36 Uhr: Stand: 28 von 42 Stimmbezirken. Der Abstand zwischen den beiden Kandidaten ist verschwindend gering. Prophet liegt bei 50,1 Prozent, Buchmann bei 49,9 Prozent.

18.34 Uhr: Insgesamt 27 Stimmbezirke von 42 wurden ausgezählt. Der Abstand zwischen Prophet und Buchmann scheint zu schrumpfen. Es bleibt spannend!

18.32 Uhr: 25 Stimmbezirke sind ausgezählt. Der Abstand zwischen den beiden Kandidaten bleibt gering.

18.29 Uhr: 24 von 42 Stimmbezirken sind ausgezählt. Die Wahlbeteiligung liegt bisher bei 41,6 Prozent

18.28 Uhr: Mehr als die Hälfte der Stimmen sind ausgezählt: 22 Bezirke. Der Abstand zwischen Prophet und Buchmann verringert sich.

18.27 Uhr: Mittlerweile sind 19 von 42 Stimmbezirken ausgezählt. Prophet liegt knapp vorne.

18.22 Uhr: Die Kandidaten liefern sich ein knappes Rennen. Bisher wurden 16 Stimmbezirke ausgezählt. Noch ist nicht abzusehen, wer gewinnen wird.

18.18 Uhr: Bisher wurden 10 von 42 Stimmbezirken ausgezählt. Bisher liegt Buchmann knapp vorne.

18.08 Uhr: Auszählung beginnt

Wie die Stadt Nordhausen in ihrer Facebook-Story bekannt gibt, starten die Auszählungen – damit geht es jetzt in die heiße Phase. Scheinbar ganz Thüringen hält gespannt den Atem an.

17.45 Uhr: Statement am Theater Nordhausen

Auch in den sozialen Medien wird deutlich, dass an diesem Tag nicht nur die Augen vieler Thüringer auf Nordhausen liegen. Es wird gepostet, bis die Finger wund sind. Ebenfalls unter den vielen Beiträgen auf der Plattform X (ehemals Twitter): ein Statement am Theater Nordhausen. Das besagt: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sind sondern auch die, die ihn nicht verhindern“.

Das Zitat von Erich Kästner sorgt auf X für ordentlich Diskussionsstoff – in gleich mehrere Richtungen. Alle Kommentare findest du in dem eingebetteten Tweet.

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14.11 Uhr: Geringe Wahlbeteiligung bis zum Mittag

Es muss noch nichts heißen, aber die Stadt Nordhausen hat jetzt erste Zahlen zum heutigen Wahlsonntag veröffentlicht. Bisher sieht die Wahlbeteiligung wieder mal ernüchternd aus. Immerhin die abgegebenen Briefwahlstimmen haben etwas zugenommen. Die Wahlhelfer zählten 6.508 – vor zwei Wochen waren es nur 5.375.

Die Wahlbeteiligung dürfte sich insgesamt allerdings wieder bei einem niedrigen Niveau einpendeln. Bis 13.30 Uhr haben nur 45,2 Prozent der wahlberechtigten Nordhäuser ihre Stimme abgegeben. Das bewegt sich etwa im selben Rahmen wie im ersten Wahlgang am 10. September, bestätigt eine Sprecherin auf Anfrage. Zur Erinnerung: Damals lag die Wahlbeteiligung bei 56,4 Prozent.

Sollte etwa dieselbe Wählerschaft wie im ersten Wahlgang zur Wahlurne gehen, wären das keine guten Vorzeichen für den AfD-Kandidaten Prophet. Immerhin haben sich vor zwei Wochen 57,9 Prozent der Wähler gegen ihn entschieden. Bisher sind das aber nur Gedankenspiele. Die Wahllokale schließen heute um 18 Uhr. Das vorläufige amtliche Ergebnis wird bis 19 Uhr erwartet.

Bei der OB-Stichwahl im Jahr 2017 lag die Wahlbeteiligung übrigens bei 61,2 Prozent.

10.41 Uhr: Prophet gibt seine Stimme ab – und ruft zum Wählen auf

Im Wahl-Endspurt trommelt auch das Lager um den AfD-Kandidaten Jörg Prophet noch einmal alles zusammen. Heute Morgen hat der 61-Jährige auf seiner Facebook-Seite ein Video veröffentlicht, in dem er alle Nordhäuser zur Wahl aufruft (hier kannst du es dir ansehen).

Er selbst hat zusammen mit seiner Frau heute Morgen seine Stimme schon abgegeben.

wahl nordhausen
AfD-Kandidat Jörg Prophet bei seiner Stimmabgabe bei der Stich-Wahl in Nordhausen. Foto: Silvio Dietzel

9.11 Uhr: Rückenwind aus Berlin

Auch das politische Berlin lässt die heutige Stichwahl offensichtlich nicht kalt. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages – und gebürtige Thüringerin – Katrin Göring-Eckardt hat sich gestern noch einmal in einem emotionalen Instagram-Video zu Wort gemeldet. Jetzt bekommt der parteilose Amtsinhaber Kai Buchmann doch noch Rückenwind von anderen Parteien. „Ich empfehle Ihnen Kai Buchmann, den parteilosen Kandidaten“, sagte Göring-Eckhardt.

„Liebe Nordhäuserinnen und Nordhäuser, ja es kommt darauf an, in diesen Zeiten stand zu halten, auch wenn es schwierig und kompliziert ist“, so die Grünen-Politikerin. Das ganze Video kannst du dir hier anschauen:

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In den Kommentaren zum Video erntet die Politikerin aber nicht nur Beifall. Immer wieder weisen Nutzer auf die mutmaßlichen oder vermeintlichen Dienstvergehen des parteilosen Amtsinhabers hin. Ob Buchmann die ganze Affäre am Ende zum Verhängnis wird? Die Nordhäuser werden es entscheiden.

8.05 Uhr: Wahllokale geöffnet

Die Wahllokale sind geöffnet, die Spannung steigt. Wir bleiben heute für dich natürlich den ganzen Tag am Ball!

7.00 Uhr: Die Spannung steigt

Guten Morgen! In gut einer Stunde öffnen in Nordhausen die Wahllokale. Etwa 33.000 Wahlberechtigte entscheiden dann in der Südharzer Stadt darüber, wer künftig das sagen hat. Zum zweiten Mal hat die AfD heute die Möglichkeit, in Thüringen ein kommunales Spitzenamt zu erobern. Ihr Kandidat Jörg Prophet (61) geht heute als Favorit ins Rennen.

Im ersten Wahlgang konnte er bereits 42,1 Prozent der Stimmen für sich beanspruchen. Das war das mit Abstand beste Ergebnis der sechs Bewerber für das Oberbürgermeister-Amt. Sein direkter Konkurrent in der heutigen Stichwahl, der amtierender OB Kai Buchmann (parteilos), kam gerade einmal auf 23,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,4 Prozent. Die Stichwahl gibt es heute, weil keiner der Bewerber die absolute Mehrheit (50 Prozent) erreichte.

Klar, dass vor allem AfD-Gegner im Vorfeld vor allem versuchten, die Nicht-Wähler zu mobilisieren. Der Wahlkampf schlug aber auch überregional Wellen. So meldete sich zum Beispiel der Fanta-Vier-Sänger Smudo zu Wort und rief zur Wahl des parteilosen Kai Buchmann auf (hier unser Artikel). In Nordhausen mobilisierte sich vor der Wahl ein loses Bündnis, das in einem emotionalen Brandbrief gegen die Wahl des AfD-Kandidaten appellierte. Gleichzeitig wurde auch immer wieder auf die problematische Vergangenheit des amtierenden OB Kai Buchmann hingewiesen, der unter anderem wegen Mobbing-Vorwürfen vom Landratsamt vorzeitig aus dem Amt suspendiert worden war. Ein Gericht machte die Entscheidung im August zwar wieder Rückgängig, sie hinterließ aber in der Nord-Thüringer Stadt einen bitteren Beigeschmack (hier mehr dazu).

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Die Spannung steigt bei der Oberbürgermeister-Wahl in Nordhausen. (Archivbild) Foto: Martin Schutt / dpa

Anders als zum Beispiel in der Stichwahl in Sonneberg bekam Buchmann im Vorfeld auch keinen Rückenwind von anderen Parteien. In Sonneberg sei das versucht worden – das habe aber eher der AfD in die Hände gespielt, sagte ein SPD-Politiker.

Die AfD, die bundesweit vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft ist, könnte nach einer gewonnenen Landratswahl in Sonneberg und einer Bürgermeisterwahl in Sachsen-Anhalt heute das dritte höhere kommunalpolitische Amt stellen. Die Partei kommt in repräsentativen Umfragen nicht nur in Thüringen, sondern auch Sachsen und Brandenburg auf Werte von mehr als 30 Prozent – in den drei Bundesländern sind 2024 Landtagswahlen.

Samstag, 23. September

14.05 Uhr: Nordhäuser Pfarrer bringt neue Perspektive ins Spiel

Mit einer etwas anderen – und vor allem lokalen – Perspektive sorgte jetzt ein Nordhäuser Pfarrer für Aufsehen. Seine Ansicht nach könnte der AfD-Höhenflug in der OB-Wahl ein hausgemachtes Problem in der Stadt sein. In unserem Artikel liest du, was er zu sagen hatte (hier geht’s weiter).

8.02 Uhr: Fanta-Vier-Sänger Smudo mit Appell

Die Wahl in Nordhausen schlägt Wellen bis nach Hamburg. Jetzt mischt sich sogar Fanta-Vier-Sänger Smudo in die Diskussion ein. Er hat sich mit einem dringenden Appell an die Wähler in Nordhausen gewandt (hier liest du mehr).

7.03 Uhr: Antisemitismusbeauftragter warnt

Jetzt meldet sich auch Berlin zu Wort. Der dortige Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat sich vor der OB-Wahl in Nordhausen besorgt gezeigt. „Antisemitische Ideologie darf nirgendwo in ein wichtiges Amt wie das des Bürgermeisters einziehen“, sagte er heute Morgen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bedeutung der Wahl gehe daher weit über die Grenzen der thüringischen Kreisstadt hinaus.

Donnerstag, 21. September

12.24 Uhr: Ex-Oberbürgermeisterin meldet sich zu Wort

Der Wahlkampf geht in den Endspurt und das Lager hinter dem amtierenden Oberbürgermeister Buchmann (parteilos) wirft noch mal ein ganz heißes Eisen ins Feuer. Ex-OB Barbara Rinke hat sich gestern in einem Instagram-Video zu Wort gemeldet und rief zur Geschlossenheit hinter dem amtierenden Bürgermeister auf. Erschienen ist es auf dem Kanal des losen Bündnisses „Nordhausen Zusammen“, das vom Verein „schrankenlos“ ins Leben gerufen wurde.

„Ich teile die Besorgnis von viele Nordhäuser Bürgern vor dem nächsten Wahlsonntag“, sagte Rinke. „Es ist richtig, es ist nicht alles gut gelaufen in den letzten Jahren. Aber am Sonntag steht uns eine Richtungswahl bevor. […] Wir werden uns zu entscheiden haben, ob wir der Demokratie noch einen Chance einräumen in Nordhausen oder ob wir zum Versuchslabor der AfD werden wollen.“

Unter Prophet befürchtet die Ex-Amtsinhaberin, dass die „Streitereien im Stadtrat härter denn je“ geführt werden würden. Eine „gedeihliche Entwicklung der Stadt“ wäre so nicht mehr möglich. Das Video kannst du dir hier anschaue:

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10.51 Uhr: Offner Brief appelliert an Nordhäuser „Gegen die Spaltung der Gesellschaft“

„Wir alle, Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nordhausen, werden am 24. September 2023 einmal mehr die Wahl haben. Und ein großer Teil von uns ist besorgt, dass im Ergebnis dieses Meinungsbildungsprozesses ein Kandidat außerhalb des demokratischen Spektrums das Rennen macht und damit Rechtsstaatlichkeit, demokratischer Diskurs und Pluralität in unserer Stadt in Gefahr geraten“, appelliert der Verein „schrankenlos“ in einem offenen Brief auf der Internetseite nordhausenzusammen.de. Die Stadt müsse ein Ort für Respekt, Vielfalt und Toleranz bleiben.

„Die bevorstehende Stichwahl um das Amt des Nordhäuser Oberbürgermeisters ist nicht ausschließlich die Wahl eines Kandidaten. Sie entscheidet vor allem darüber, welche Art von Gemeinschaft wir sein werden“, heißt es in dem offenen Brief weiter. Nordhausen solle Leuchtturm für demokratische Grundwerte und gegen menschenfeindliche Positionen sein, gegen Hass und Hetzte. Mehrere Tausend Menschen haben den Brief bereits unterzeichnet.

Montag, 18. September

16.43 Uhr: Auschwitz-Komitee in Sorge

Die Nordhausen-Wahl hat jetzt auch in Wien Wellen geschlagen. Dort hat das sogenannte Auschwitz-Komitee seinen Sitz, das offenbar mit großer Sorge auf die nordthüringer Stadt blickt. Der Wahlsieg eines „lupenreinen Rechtsextremisten“ wäre für Überlebende der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager so, als ob ihre Befreiung und ihr Leben danach infrage gestellt würden, erklärte das Komitee heute in Berlin.

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Schon die Tatsache, dass ein Bewerber der AfD große Wahlchancen habe, verschütte die Wege des Vertrauens, die über viele Jahre entstanden seien. Vielen der Überlebenden sei diese Region mittlerweile vertraut und lieb geworden. Besonders jene unter ihnen, die nach ihrer Befreiung aus Buchenwald oder Mittelbau-Dora zu Menschen in diesen Regionen Beziehungen entwickelt und auf einen neuen Anfang vertraut hätten, verfolgten deshalb die politischen Entwicklungen in Thüringen mit Fassungslosigkeit und Trauer.

16.26 Uhr: GEW Thüringen ruft zur „demokratischen Solidarität auf

Auch an den Gewerkschaften geht die kontroverse Wahl nicht spurlos vorbei. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat jetzt „alle demokratischen Kräfte“ dazu aufgerufen, sich mit Kai Buchmann zu solidarisieren.

„Ein AfD-Oberbürgermeister wäre eine Katastrophe für den Hochschulstandort Nordhausen“, sagte Thomas Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender der GEW in Thüringen. Im letzten Jahr kam etwa die Hälfte der Studienanfänger an der Nordhäuser Hochschule aus dem Ausland, während nur etwa 30 Prozent aus Thüringen kamen.

Hinzu komme das Staatliche Thüringer Studienkolleg auf dem Campus am Weinberghof. Hier werden junge Menschen aus vielen Ländern auf ein Studium in Thüringen vorbereitet. Diese Einrichtung leiste einen entscheidenden Beitrag zur Regionalentwicklung, indem sie Studierende, Lehrende und Forschende außerhalb Nordthüringens anzieht.

Die GEW befürchtet, dass mit der Wahl eines AfD-Oberbürgermeisters die Studierendenzahlen stark einbrechen könnten. „25 Jahre Aufbauarbeit sowie nationale und internationale Positionierung der Hochschule wäre hiermit zunichte gemacht“, so die GEW.

8.23 Uhr: Jörg Prophet vom Verfassungsschutz beobachtet

Ob es Kai Buchmann passt oder nicht: Der AfD-Kandidat Jörg Prophet geht am Sonntag (24. September) wohl als der Favorit ins Rennen. Etwa eine Woche vor der Wahl kommen jetzt neue Details über Prophet ans Licht. So wurde der AfD-Mann laut einem Bericht des „MDR-Thüringen“ von Montagmorgen (18. September) im Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2021 erwähnt. Der Grund: Die Behörden bescheinigen Prophet ein „geschlossenes revisionistisches Geschichtsbild“.

Konkret geht es dabei um einen Blog-Eintrag, den Prophet im Februar 2021 auf der Homepage der AfD veröffentlicht haben soll. Darin soll der AfD-Kandidat laut dem Verfassungsschutz geschichtsrevisionistische Schuldabwehr betreiben.


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Den Bericht findest du hier. Die Abschnitte über Prophet finden sich ab dem Abschnitt „Geschichtsrevisionismus“. Namentlich erwähnt wird der AfD-Kandidat hier nicht. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass Prophet damals noch nicht so stark im Rampenlicht stand, wie jetzt vor der Wahl. Den Zusammenhang entdeckte der Historiker und Chef der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner.

(mit dpa, epd)