Veröffentlicht inThüringen

Thüringen: Gehen dem Freistaat wieder die Medikamente aus? Apotheker schlagen Alarm!

Wer am Mittwoch zur Apotheke muss, sollte das möglichst vormittags erledigen. Die Thüringer Apotheker trommeln zu einer Protestaktion.

Wer am Mittwoch zur Apotheke muss, sollte das möglichst vormittags erledigen. Die Thüringer Apotheker trommeln zu einer Protestaktion.
© IMAGO/Funke Foto Services

Chlamydien: Oft übertragen, selten entdeckt

Chlamydien gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland.

Der Thüringer Apotheker-Verband sieht die Versorgungs-Lage mit Arzneien auch in diesem Winter gefährdet. „Unsere Apotheken vor Ort managen aktuell Liefer-Engpässe bei mehr als 500 Arzneimitteln, darunter wichtige Antibiotika, Krebs-Medikamente und Insuline“, erklärte der Verbandsvorsitzende Stefan Fink am Montag (25. September), zwei Tage vor einer bundesweiten Protest-Aktion.

Am Mittwoch (27. September) wollen die meisten Apotheken in Thüringen nach Verbandsangaben ab 13 Uhr schließen. „Anders als die Bundesregierung verlautbaren lässt, ist die Arzneimittelversorgung in unserem Land tatsächlich gefährdet.“

Thüringen: Bessere Finanzierung gefordert

Zugleich rügte Fink, dass die staatliche Vergütung der Apotheken seit zehn Jahren nicht angepasst worden sei. Stattdessen habe es in diesem Jahr sogar eine Honorar-Kürzung gegeben. „Inflation, Personal- und Energiekosten-Entwicklungen lasten selbstverständlich auch auf den Apotheken“, sagte Fink. Einen Ausgleich gebe es jedoch bisher nicht.

+++ Corona kehrt rasant zurück: Impfungen starten – doch es gibt gleich zwei Haken +++

Bundes-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte kürzlich gesagt, es gebe diesen Winter eine stabilere Versorgungs-Lage mit Arzneimitteln besonders für Kinder. Ähnlich äußerte sich Thüringens Gesundheits-Ministerin Heike Werner (Linke).


Mehr News:


Bundesweit wollen sich die Apotheker am Mittwoch für eine bessere Finanzierung einsetzen und ab Mittags schließen. Eine ähnliche Aktion hatte es bereits im Juni gegeben. Verbandsangaben zufolge steckt jede zehnte Apotheke in den roten Zahlen. Gebe es keinen Dialog mit Lauterbach, drohe eine große Protestwelle im Herbst, hieß es. (dpa)