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Thüringen: Mädchen durchlebt Horror-Attacke im Stadtpark – „Alles voller Blut“

Eine Gassi-Runde mit ihrem Hund wird für ein Mädchen aus Thüringen zum Horror-Trip. Was passiert ist, liest du hier.

Ein Mädchen ist von einem Hund in Thüringen schwer verletzt worden. (Symbolbild)
u00a9 IMAGO/Funke Foto Services

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Es ist ein absoluter Albtraum, den ein junges Mädchen aus Gera in Thüringen durchmachen musste.

Denn, was eigentlich eine entspannte Gassi-Runde mit ihrem jungen Hund Buddy werden sollte, wurde am Ende des Tages zur schlimmsten Erfahrung ihres Lebens.

Thüringen: Gassi-Runde wird zum Kampf ums Überleben

Ein Mädchen geht mit seinem Hund in einem Waldstück nahe des Tierparks in Gera in Thüringen spazieren. Der sechs Monate alte Bobtail liebt es, mit dem Mädchen unterwegs zu sein. Die 11-Jährige kennt den Wald, sie ist oft hier. Doch am 29. Juni war alles anders. Denn an diesem Samstag sind die beiden nicht allein unterwegs. Das Wetter ist herrlich und viele Menschen sind draußen. Natürlich auch andere Hundehalter. Doch einer von ihnen scheint seinen Vierbeiner nicht unter Kontrolle zu haben. Die 11-Jährige wird ihrer Mutter Jenny Breuninger später berichten, dass plötzlich wie aus dem Nichts ein anderer Hund auf die beiden zugelaufen kam. Ein Herrchen soll nicht zu sehen gewesen sein.

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Der fremde Hund sei auf Buddy losgegangen, habe versucht den Bobtail zu beißen. Schließlich habe sich Buddy losgerissen und das Weite gesucht. In diesem Moment soll dann auch der Besitzer angerannt gekommen sein, das Tier an die Leine genommen und an einem Baum befestigt haben. Nun wollte er gemeinsam mit Jennys Tochter nach dem entlaufenen Bobtail suchen, als alles ganz schnell ging. So berichtet es Jenny Breuninger im Gespräch mit Thüringen24. Die 34 Jahre alte Mutter kämpft immer wieder mit den Tränen, bei dem Gedanken an die schlimmen Momente, die ihr Kind durchlebte.

Thüringen: Ärzte im Krankenhaus geben ihr Bestes

Plötzlich habe der Hund wieder vor dem Mädchen gestanden – ohne Halsband. Das Tier sei völlig außer Rand und Band gewesen und sei direkt auf die 11-Jährige losgegangen. Er habe sie mehrfach in die Arme und Beine gebissen, der Rücken und das Gesicht des Kindes blieben auch nicht verschont. Am Ende hatte das Tier den Kopf des Kindes erwischt und sich darin verkeilt. Der Halter soll sich daraufhin auf den Hund geworfen und ihn von dem blutüberströmten Mädchen weggezogen haben, berichtet Jenny. Sie selbst sei zunächst von ihrer Tochter angerufen worden: „Mama, du musst schnell kommen, es ist alles voll Blut!“ Dann seien Ersthelfer am Telefon gewesen, die Jenny erklärt hatten, ihre Tochter sei schwer verletzt, sie müsse sofort kommen.

In der Zwischenzeit hatten Passanten die Situation erkannt, sich um das blutüberströmte Mädchen gekümmert und einen Krankenwagen alarmiert. Ich habe mein Kind dann erst im Krankenwagen gesehen, erzählt Jenny. Ich habe sie nur an den Augen erkannt. „Das Kind hat nur noch nach mir geschrien!“, berichtet die Mutter. Überall war Blut. Buddy war unterdessen in der Nähe des Unfallortes von anderen Passanten aufgegriffen worden. Er war unverletzt.

Die 11-Jährige wurde von einem Hund angegriffen.
Die 11-Jährige wurde von einem Hund angegriffen. Foto: Privat

Im Krankenhaus machten sich die Ärzte dann daran, die 11-Jährige zu säubern, um das Ausmaß der Verletzungen abschätzen zu können. Wegen der Infektionsgefahr durften die Wunden zunächst nicht komplett verschlossen werden. „Sie hat die ganze Zeit nur noch geschrien und ich hab versucht, stark zu bleiben und hab ihr immer wieder versichert, dass alles gut wird. Es war furchtbar“, so Jenny.

Am Ende wurde die große Wunde am Kopf genäht. Die Verletzungen im Gesicht mussten getaped werden. „Ich bin so froh, dass die Ärzte sich so gut um mein Kind gekümmert haben“, so Jenny. Später hatte sich die Polizei der Sache angenommen. Noch im Krankenhaus wurden Bilder von den Wunden der 11-Jährigen gemacht. Auf Anfrage von Thüringen24 erklärt die Polizei in Gera: „Nach aktuellen Stand der Ermittlungen war der Hund angeleint, als beide Hundehalter sich fußläufig im Stadtwald, [auf Höhe des] Zugangs Tierpark, begegneten. Zur Tatzeit, als der Hund das Mädchen angriff, hat sich dieser gewaltsam von seiner befestigten Leine befreit. Das 11-jährige Mädchen wurde durch den folgenden Angriff schwer verletzt. Weitere Details zum Sachverhalt können wir aufgrund der laufenden Ermittlung nicht tätigen.“ Die Ermittlungen der Polizei werden nun die Widersprüche der beiden Geschichten aufdecken und entwirren müssen. Momentan steht jedenfalls Aussage gegen Aussage. Am Leid des jungen Mädchens ändert das freilich nichts.

Es wird wohl lange dauern, bis sich die Familie von diesem Erlebnis erholen wird.
Es wird wohl lange dauern, bis sich die Familie von diesem Erlebnis erholen wird. Foto: Privat

Der Familie stehen nun schwere Zeiten bevor. Das Mädchen ist zwar aus dem Krankenhaus entlassen worden, muss aber täglich zur Kontrolle, um die Heilung der Wunden zu überprüfen. Doch was bleibt, sind tiefe seelische Wunden. Mutter und Tochter haben beide Angst, wieder in den Wald zu gehen oder sogar auf besagten Hund zu treffen. Beide werden sich in psychologische Behandlung begeben, um das Erlebte zu verarbeiten.


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Die Familie hat außerdem einen Anwalt eingeschaltet, der den Fall nun weiter verfolgen wird. Jenny Breuninger zeigt sich aber auch sehr dankbar dafür, dass am Unfallort so viele fremde Menschen sofort zur Stelle waren, um womöglich das Leben ihrer Tochter zu retten.