Maischberger: Muslim aus Erfurt aus Sendung verbannt? ARD-Talkshow hält dagegen

 Sandra Maischberger und ihre Talkshow steht in der Kritik – Ahmadyyia-Sprecher Suleman Malik aus Erfurt erhebt schwere Vorwürfe.
Sandra Maischberger und ihre Talkshow steht in der Kritik – Ahmadyyia-Sprecher Suleman Malik aus Erfurt erhebt schwere Vorwürfe.
Foto: WDR/Markus Tedeskino, Screenshot: Twitter (Montage)

Die Aufregung um die ARD-Talkshow „Maischberger“ ebbt nicht ab!

Von einem Skandal spricht Suleman Malik von der Ahmadyyia-Gemeinde aus Erfurt. Von „Wahnvorstellung“ und „Opferrolle“ sprechen einige Twitter-User – eine hitzige Diskussion entfacht.

Jetzt haben sich die Verantwortlichen von „Maischberger“ gemeldet und versucht, sich zu erklären.

Maischberger in Erfurt: Suleman Malik soll Talkrunde beiwohnen

Die Freude war zunächst groß bei Ahmadyyia-Sprecher Suleman Malik, als die Maischberger-Redaktion ihn im Februar zur Talkshow geladen hatte.

„Ich dachte mir: endlich! Endlich gibt man uns Migranten und Muslimen auch eine Bühne in den Talkshows“, schreibt er auf Twitter. „Sie stehen ja in der öffentlichen Kritik, und in Thüringen wird Ihre Moschee gebaut", habe es zunächst geheißen.

Doch dann kam ein Anruf, wie ein Schlag in die Magengrube!

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Maischberger sagt Malik ab: Doch nicht etwa weil...

Am Donnerstag soll die Redaktion Malik dann aber erklärt haben, er sei wieder ausgeladen. „Wir wollen Bürger zu Wort kommen lassen, die nicht so sehr in der Öffentlichkeit stehen“, so habe man Malik vertrösten wollen.

Maischberger läd AfD-Mann zu Talk in Erfurt

So wie Suleman Malik es auf Twitter schildert, sei hingegen ein anderer eingeladen. Und zwar niemand geringeres als der AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla.

Malik reagierte fassungslos: „Wer Faschisten und Rassisten eine Bühne bietet, der macht sich an rassistischem Terror, wie in Hanau, mitschuldig.“

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Maischberger-Malik-Eklat auf Twitter

Von Usern, die Malik zusprechen – es sei eine Schande und respektlos – über kritische Zweifler bis hin zu hässlichen Anfeindungen – „bist bestimmt ein riesen Opfer“ „Gutmenschgeheule“ „religiöser Hetzer“.

Die Reaktion von „Maischberger“ ließ nicht lange auf sich warten. Knapp drei Stunden später haben die Verantwortlichen der Talkshow mit einigem aufzuräumen und melden sich ebenfalls über Twitter zu Wort.

Maischberger-Redaktion bezieht Stellung! SO soll es wirklich gewesen sein

Zunächst heißt es, das derzeit die Vorbereitungen für die Sendung „Maischberger vor Ort“ für den 11. März in Erfurt laufen. Dort soll es um die kontroverse Ministerpräsidenten-Wahl gehen und die Folgen für die Bürger im Freistaat.

Die Redaktion bestätigt, Suleman Malik geladen zu haben. Nicht aber als Podiums-Gast sondern vielmehr als Zuschauer im Publikum. „Die Redaktion hatte Herrn Suleman Malik für das Publikum angefragt, wie viele andere engagierte Thüringer Bürger auch.“

Man würde bedauern, dass man Suleman Malik, wie auch bereits vielen anderen zuvor, habe absagen müssen, doch das Interesse habe bei Weitem die verfügbaren Plätze überstiegen, heißt es weiter.

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„Ausladung hat nicht mit AfD-Politiker zu tun“

Und dann nochmal deutlich: „All diese Absagen stehen in keinem Zusammenhang mit der Einladung der PolitikerInnen, die sich den Fragen des Publikums stellen werden.“

Dem Vorwurf, die Talkrunde würde mit der AfD Faschisten eine Bühne bieten, kam Sandra Maischberger bereits in einem Interview mit dem Medienmagazin „journalist“ zuvor.

Dort erklärte sie, warum in ihrer Sendung auch AfD-Politiker zu Wort kommen.

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Sandra Maischberger bietet AfD weiter eine Bühe: Aus diesem Grund

„Natürlich sind wir der Mechanismen, die Rechtspopulisten offensiv einsetzen, manchmal überdrüssig. Trotzdem ist das keine Entscheidung, die wir aus subjektiver Sicht, gar Betroffenheit zu treffen haben“, so Maischberger gegenüber dem journalist. „Vertreter der AfD generell nicht mehr einladen zu wollen, lässt sich in unserer Demokratie nicht begründen.“

Eine funktionierende Gesellschaft brauche eine gemeinsame Öffentlichkeit – und „Talkshows sind einer der wenigen Orte, wo eine gemeinsame Öffentlichkeit noch stattfindet“, so Maischberger.