Zoo Leipzig: Dramatische Szenen im Löwengehege – am Ende sind zwei Jungtiere tot

Hier war noch alles in Ordnung im Zoo Leipzig: Bei diesem Bild aus dem Februar schlummern die Jungtiere noch gemütlich neben Mama Kigali. Vater Majo schaut aus dem Hintergrund.
Hier war noch alles in Ordnung im Zoo Leipzig: Bei diesem Bild aus dem Februar schlummern die Jungtiere noch gemütlich neben Mama Kigali. Vater Majo schaut aus dem Hintergrund.
Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzig. Was für ein Drama im Zoo Leipzig! Noch am Sonntag sah alles nach einer glücklichen, kleinen Familie bei Löwin Kigali und ihren fünf Jungtieren aus.

Wie sehr der Schein trog, ließ sich erst am Dienstagmorgen in ganzem Umfang begreifen. Die Löwen-Mama hat zwei ihrer Kinder getötet! Der Zoo Leipzig ist ratlos – doch es ist nicht das erste Mal, dass die Löwin auf ihren eigenen Nachwuchs losging.

Zoo Leipzig: Drama im Löwengehege

Zehn Wochen kümmerte sich Kigali rührend um ihren Nachwuchs im Zoo Leipzig. Er war an den Weihnachtsfeiertagen 2019 geboren worden. Bis am Montagvormittag die Stimmung plötzlich kippte. Ihre Jungtiere kamen gerade von einer routinemäßigen Impfung zurück in das Gehege, als sich die Löwin plötzlich aggressiv gegen ihre Kinder wandte.

Eines der kleinen Löwen-Jungen musste die Attacke mit seinem Leben bezahlen. Der Zoo Leipzig trennte die Löwin und ihren Nachwuchs daraufhin für einige Stunden. Danach schien sich Kigali zu beruhigen. Deswegen sollte sie gemeinsam mit den vier verbleibenden Jungen die Nacht verbringen, um die Mutter-Kind-Beziehung weiter zu stärken.

Beim Blick in das Löwengehege am Dienstagmorgen folgte der nächste Schock: Kigali hatte ein weiteres Jungtier getötet.

Zoo ist ratlos

„Wir können nicht erklären, warum die Löwin, die sich in den vergangenen zehn Wochen intensiv um ihren Wurf gekümmert hat, so aggressiv agiert“, äußert sich Zoodirektor Prof. Jörg Junhold ratlos. Nun liegt alle Hoffnung auf einem weiteren Löwen im Zoo.

Dabei handelt es sich um den Papa der Jungtiere, Majo. Er kennt die Jungen vom Sichtkontakt und soll Kigali entlasten. „Unsere Hoffnung liegt auf Majo, der den verbliebenen drei Jungtieren einen gewissen Schutz zukommen lassen soll. Gegenwärtig können wir nicht abschätzen, ob das gelingt“, so Junhold.

Besonders dramatisch: Schon einmal ist Kigali auf ihren Nachwuchs losgegangen. Erst vergangenen August tötete die Löwin ihre beiden damaligen Jungtiere während der Fellpflege. 2016 war die heute fünf Jahre alte Löwin von Frankreich aus in den Zoo Leipzig gekommen.

Große Trauer bei Besuchern

Nicht nur beim Zoopersonal, auch bei den Besuchern ist der Schock über das Geschehene groß. Sie schreiben auf Facebook:

  • „Und es sah so erfolgversprechend aus, das macht mich sehr traurig. Hoffentlich überleben die drei Kleinen. Alle Daumen und Pfötchen sind gedrückt!“
  • „Oh, ich bin sehr traurig. Ich hab wunderschöne Fotos vom Sonntag. Sah alles so harmonisch aus.“
  • „Oh nein, wie furchtbar. Die armen Kleinen.“
  • „Oh nein, letzte Woche war es noch so toll, ihnen beim Spielen zuzuschauen. Jeden Mittwoch sind wir da und schauen den ganzen Jungtieren beim Wachsen zu. Hoffen wir, dass die drei anderen es schaffen werden. Woran es gelegen hat weiß nur Kigali.“

Einige Nutzer fragen sich, ob die vorgenommene Impfung der Jungtiere etwas mit der Veränderung bei Kigali zu tun haben könnte. Der Zoo Leipzig wollte sich auf Nachfrage von Thüringen24.de zu dieser Frage nicht äußern. Man wolle weiter öffentlich kommunizieren, wenn es neue Erkenntnisse gebe.

Peta übt Kritik

Starke Kritik weht dem Zoo von der Tierrechtsorganisation Peta entgegen. Die Organisation appelliert in einer Pressemitteilung an den Zoo, nach dem erneuten Tod von Jungtieren die Löwenzucht einzustellen und künftig ausschließlich Großkatzen aus Zirkusbetrieben aufzunehmen.

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„Die Herumschieberei von Löwen in Europa im Namen der sogenannten Erhaltungszucht ist eine Sackgasse, denn Großkatzen können verhaltensbedingt nicht ausgewildert werden. Für die Tiere bedeuten die Zuchtprogramme großes Leid, denn ihr Leben ist alles andere als artgerecht oder natürlich“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. (dav)