MDR-Interview mit AfD-Chef Björn Höcke – schon im Vorfeld gab es Zoff

Das MDR-Interview mit Björn Höcke erfreut nicht jeden.
Das MDR-Interview mit Björn Höcke erfreut nicht jeden.
Foto: imago images / Jacob Schröter

Erfurt. Schon wieder hat es Zoff um AfD-Chef Björn Höcke gegeben! Am Dienstag stand er beim MDR-Sommerinterview Rede und Antwort. Doch das sorgte im Vorfeld für Kontroversen, selbst unter MDR-Mitarbeitern.

Der MDR lädt aktuell die Spitzenpolitiker des Landes zum Interview ein. Darunter auch Björn Höcke, von vielen Kritikern „Bernd“ Höcke genannt.

Björn Höcke (AfD) im MDR Thüringen-Sommerinterview 2020
MDR Mitteldeutscher Rundfunk

MDR-Interview: Auch Journalisten kritisieren Einladung

So auch MDR-Sportreporter Max Zeising, der sich auf Twitter ganz klar gegen den AfD-Mann positioniert und das Programm des MDR nicht gutheißen kann.

Er schreibt: „Als Beschäftigter des MDR bin ich überhaupt nicht einverstanden mit der Entscheidung meines Arbeitgebers, Bernd Höcke zu interviewen. Die Pflicht zur Ausgewogenheit entbindet nicht von der Berufung auf demokratische Werte und ihre Konsequenzen.“

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Das ist Björn Höcke:

  • Björn Höcke wurde am 1. April 1972 in Lünen geboren
  • Er ist als Politiker in der AfD (Alternative für Deutschland) tätig
  • Die AfD ist eine rechtsextremistische Partei
  • Er ist Sprecher der AfD Thüringen
  • Seit 2014 ist Björn Höcke Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag Thüringen
  • Vorher war er Lehrer an einem Gymnasium in Hessen

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Knapp 6.000 Likes sowie über 700 Kommentare erntet der Post. Während die einen die Entscheidung des MDR mit der Begründung, dass die AfD nicht verboten sei, verteidigen, sind andere geradezu außer sich vor Wut.

Kommentar: „Wenn es vom MDR ein Sommerinterview mit Faschist Höcke gibt, beende ich sofort meine GEZ-Zahlungen. Auf keinen Fall werde ich das mitfinanzieren! Memo: die Partei Höckes will den ÖRR abschaffen, um ihr genehme Nachrichten zu priorisieren. Dann, MDR, seid ihr Geschichte!!“

+++ Björn Höcke: Das dachte sein Vater wirklich über den Mauerfall +++

Auch Monitor-Redaktionsleiter (ARD) Georg Restle tweetet zum Thema:

MDR verteidigt Entscheidung

Das sagt der MDR zu der Kritik: „Wie Sie sicherlich wissen, handelt es sich bei dem Gesprächsformat um ein Interview, nicht um einen lockeren Sommer-Plausch. Dabei werden Herrn Höcke redaktionell vorbereitete Fragen zu aktuellen Themen gestellt, wie den anderen eingeladenen Politikerinnen und Politikern auch."

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Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, sei dem MDR wichtig, dass sich die Wähler mit Hilfe des Interviews ein Bild von den Politikern machen können. Sie versprechen hartnäckig Nachfragen zu stellen. (ldi)