„In aller Freundschaft“: Das sagt eine „echte“ Ärztin über die Serie – ihre Meinung ist eindeutig

Wie authentisch ist „In aller Freundschaft“? Das sagt eine Ärztin über die Sachsenklinik!
Wie authentisch ist „In aller Freundschaft“? Das sagt eine Ärztin über die Sachsenklinik!
Foto: dpa/Peter Endig/imago images/STAR-MEDIA

Leipzig. Seit über 20 Jahren operieren die „In aller Freundschaft“-Ärzte in der Sachsenklinik schon. Die ARD-Serie ist mega beliebt – doch wie authentisch ist der Klinik-Alltag bei „In aller Freundschaft“ eigentlich dargestellt?

Die Dermatologin und Gesundheitsexpertin Yael Adler hat in ihrem Buch über die Sachsenklinik geschrieben – und darüber auch am Freitagabend in der MDR-Talkrunde „Riverboat“ gesprochen. Ihre Meinung ist eindeutig!

„In aller Freundschaft“: Wie authentisch ist die Arzt-Serie – das sagt eine „echte“ Ärztin

In ihrem neuesten Buch „Wir müssen reden, Frau Doktor“ schreibt Dr. Yael Adler unter anderem über die Beziehung zwischen Patienten und ihren Ärzten. Und dabei erwähnt sie auch die Ärzte von „In aller Freundschaft“.

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Die Serie sei ein gutes Vorbild dafür, wie ein gutes Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten aufgebaut werde, erklärt die Gesundheitsexpertin, als sie am Freitagabend zu Gast im „Riverboat“ ist.

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Das ist „In aller Freundschaft“:

  • Läuft seit 1998 im ARD-Fernsehen
  • Erzählt die Geschichte des fiktiven Krankenhauses „Sachsenklinik“
  • Wurde 2014 mit dem Bambi ausgezeichnet
  • Bisher 23 Staffeln und knapp 900 Episoden ausgestrahlt
  • Drei weitere Staffeln bereits in Planung
  • Es gibt zwei weitere Ableger der Serie: „In aller Freundschaft“ – Die jungen Ärzte (2015) und „In aller Freundschaft“ – Die Krankenschwestern (2018)

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„Riverboat“-Kachelmann hakt nach: „Ich habe mich immer gefragt, ob Ärzte, wenn sie sowas sehen, ein Beißholz zuhause haben, um das auszuhalten, diese Diskrepanz möglicherweise zwischen der Realität und dem, was in der Glotze gezeigt wird. Warum ist die Sachsenklinik was Gutes?“

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Ärztin über „In aller Freundschaft“: „Es braucht...“

Dr. Adler antwortet: Die Serie könne man für Fort- und Ausbildung nehmen, um Kommunikation und Beziehung, also die Basis, zwischen Ärzten und Patienten zu lehren.

„Es braucht menschliche Ärzte und Pfleger, und das sieht man in der Sachsenklinik“, lautet ihr überragendes Lob für die ARD-Serie.

Was in der Sachsenklinik besonders gut laufe? „Die Ärzte gucken ihren Patienten in die Augen und fühlen mit, und da gibt's auch mal ein persönliches Wort“, beschreibt sie. „Das ist so gesundheitsförderlich!“

Deswegen hat sie die Sachsenklinik gerne als Beispiel genommen, wie die Situation im Krankenhaus sein sollte – „weil es doch ein bisschen in der Krise ist, diese Beziehung“, beklagt sie die reale Situation in vielen Krankenhäusern.

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Serie als Beispiel für gute Arzt-Patienten-Beziehung

Oftmals fehle im realen Klinik-Alltag die Zeit, um eine Beziehung zum Patienten aufzubauen, erklärt Adler. Das sei ein „Fehler im System“. „Aber es reicht nicht, es immer nur aufs System zu schieben.“ Das könne schon damit anfangen, dass Ärzte die Patienten zum Beispiel nicht bereits nach 20 oder 30 Sekunden unterbrechen, „weil wir schon längst verstanden haben, was er hat“, sagt die Expertin.

Stattdessen sollte man die Zeit lieber nutzen, um zu gucken, wie der Patient reagiert und wie man ihm weiterhelfen kann – „und der Patient würde sich mehr gesehen fühlen“. (fno)