„In aller Freundschaft“: Hochbrisantes Thema! Auch im Alltag haben Ärzte damit zu kämpfen

In der aktuellen „In aller Freundschaft“-Folge „Verwahrlost“ kommt es zur Gewalt-Eskalation.
In der aktuellen „In aller Freundschaft“-Folge „Verwahrlost“ kommt es zur Gewalt-Eskalation.
Foto: Screenshot MDR

Häufig musste sich die Ärzte-Soap „In aller Freundschaft“ den Vorwurf gefallen lassen, nicht realistisch genug zu sein. Private Dramen in der Sachsenklinik, Ärzte, die sich von Anatomie bis Urologie in allen Fachbereichen auskennen und nicht immer ganz nachvollziehbare zwischenmenschliche Beziehungen.

Doch am Dienstag (21 Uhr) beschäftigt sich „In aller Freunschaft“ mit einem Thema, mit dem sich vor allem Rettungskräfte und Notärzte herumschlagen müssen. Die Problematik ist keineswegs fiktiv, sondern bitterer Arbeitsalltag in Deutschland.

In aller Freunschaft“: Einsatz eskaliert – Serie behandelt wichtiges Thema

Kris Haas erlebt im Rettungseinsatz mit, wie sein Kollege von einem Jugendlichen zusammengeschlagen wird. Kurz darauf erkennt Kris den Schläger in der Sachsenklinik wieder. Seine Begrüßung an den Jugendlichen, der in einem Rollstuhl die Klinik betritt: „Du weißt genau wer ich bin, du kleiner Schisser“.

Was Kris Haas und sein Kollege im Einsatz erleben, ist für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei trauriger Alltag. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden diese Übergriffe seit 2011 gesondert erfasst. Bis 2017 verdoppelten sich die Taten beinahe, doch seitdem nehmen die Anzeigen wieder ab (2019 1.521 Anzeigen). Die Dunkelziffer dürfte höher sein, denn nicht alle Übergriffe werden auch Angezeigt.

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Zahl der Übergriffe auf Rettungskräfte geht zurück, Dunkelziffer hoch

Dies legt auch eine Befragung des Lehrstuhls für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum im Mai und Juni 2017 mit rund 4.000 haupt- und ehrenamtliche Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte nahe. 812 Einsatzkräfte füllten einen Fragebogen aus.

Die meisten Angriffe im rettungsdienstlichen Bereich erfolgen demnach während der Diagnose oder Therapie. Ebenso wie in der aktuellen „In aller Freundschaft“-Folge. Was häufig jedoch nicht geschieht: Die Einsatzkräfte melden verbale oder nonverbale Entgleisungen erst gar nicht.

„30 Prozent selbst dann nicht, wenn sie Opfer körperlicher Gewalt wurden. Dabei sagten mehr als 20 Prozent der Angegriffenen aus, in dessen Folge psychische Beeinträchtigungen erlitten hätten. Rund 40 Prozent berichteten von körperlichen Schäden“, wertet das Feuerwehrmagazin die Umfrage aus.

„In aller Freundschaft“ lobt Serienmacher

Dass das Thema Gewalt gegen Rettungskräfte bei den Serienfans schon längst angekommen ist, zeigen zahlreiche Kommentare unter einen Facebook-Post. Dort ist ein kurzer Trailer zur Folge 905 „Verwahrlost“ zu sehen.

Einige der Kommentare:

  • „Sehr gut , dass auch dieses Thema mal aufgegriffen wird ...es ist auch im wahren Leben schon lange leider so ,dass eine gewisse Rücksichtslosigkeit und Unfreundlichkeit dem Pflegeberuf gegenüber zunimmt...“
  • „Finde ich richtig Klasse das,das Thema auch bei In aller Freundschaft miteinbezogen wird.Den in der Realität ist es ja leider Gottes so.“
  • „ich finde es furchtbar, wenn man die rettungskräfte an ihrer arbeit hindert, das ist leider im wahren leben öfter auch so“

Das „In aller Freundschaft“-Social-Media-Team entgegnet passenderweise auf einen Kommentar: „ Da hast du leider recht, dabei leistet das Pflegepersonal tagtäglich tolle Arbeit und verdient den größten Respekt! Hoffen wir auf wieder mehr Mitmenschlichkeit...“ Dem können wir uns nur anschließen. (mb)